Der NFL Draft ist im Rückspiegel und die neue Saison ist noch eine Weile hin. Dennoch haben die neuen Talente sowie die zurückliegende Free Agency einige Veränderungen in den Teams zur Folge gehabt. Was genau macht das mit den Kräfteverhältnis in der Liga? sport.de präsentiert das Power Ranking nach dem Draft.
Der wichtigste Teil der Offseason - Free Agency und Draft - liegen hinter uns. Jetzt haben wir eine grobe Vorstellung, mit welcher Besetzung die 32 Teams der NFL in die neue Saison gehen werden. Und somit ist es nun an der Zeit für einen ersten Ausblick auf das neue Kräfteverhältnis.
Wer hat sich verbessert, wer ist seit Ende der vergangenen Saison abgefallen? sport.de-Redakteur Marcus Blumberg ordnet die neue Situation in der Liga ein.
NFL: Power Ranking nach dem Draft
32. Arizona Cardinals (zuletzt: 29.)
Sind sie durch diese Offseason besser geworden? Keineswegs! Haben sie eine neue Zirkusattraktion durch Jeremiyah Love dazugewonnen? Aber sicher! Und sie sind sehr gut positioniert, um im kommenden Jahr wieder weit oben zu picken, was relevant wird, wenn es um die wirklich guten Quarterback-Prospects geht. Warum man allerdings einen Drittrundenpick für Six-Year-Senior Carson Beck versenkt hat, wissen sie nur in der Wüste.
31. Miami Dolphins (28.)
Es ist eine Übergangssaison. Das muss jedem in Florida klar sein. Und dennoch hinterfrage ich die Strategie, ordentliches Geld in Quarterback Malik Willis zu stecken und ihm dann im Grunde keinen einzigen etablierten Receiver an die Hand zu geben. Zu wem soll der Gute werfen? Oder wird das einfach 30 Read-Options pro Spiel mit De'Von Achane geben?
Das Niveau jedenfalls ist nun insgesamt etwas höher, weil mehr Talent vorhanden ist. Aber die Offense könnte anstrengend anzusehen sein.
30. New York Jets (32.)
Der Draft verlief durchaus gut aus Sicht der Jets. Sie haben ihr Talent durch die Bank verbessert. Sie haben nun vor allem ein brauchbares Receiving Corps, Ansätze von Pass Rush und generell einen besseren Ausblick auf die Zukunft. Geno Smith wirkt zwar weiterhin nur wie der Insolvenzverwalter, doch stehen ihm nun mehr Mittel zur Verfügung, als das vor dem Draft noch den Anschein erweckt hätte. Doch der echte neue QB wird auch hier erst im kommenden Draft erwartet.
29. Tennessee Titans (27.)
Carnell Tate war der Luxuspick an Position 4, anschließend wurde vor allem in die Front Seven investiert. Positiv: Immerhin ließ man sich nicht zum Running Back (Love) verleiten, aber auch Tate wird die Hauptprobleme nicht beheben. Er wird aber dafür sorgen, dass das Leben für Cam Ward künftig leichter wird, was man nicht unterschätzen sollte. Dennoch stellt sich eben die Frage, ob eine größere Stärkung der Defense nicht am Ende der bessere Weg gewesen wäre, zumal das ja in der Free Agency schon der Fokus war.
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28. Las Vegas Raiders (30.)
Dank dieser Offseason haben sie nun wieder einen echten Quarterback in der Stadt der Sünde. Und ob nun Kirk Cousins oder am Ende doch Fernando Mendoza den Großteil der Starts in der kommenden Saison absolvieren wird, ist da fast schon zweitrangig. Beide bekommen sie allerdings das Problem, dass das Receiving Corps sehr überschaubar bestückt ist und man vermutlich eher übers Run Game gehen muss, um halbwegs erfolgreich zu sein, Immerhin: Die Offseason sollte die Front Seven der Defense stabilisiert haben, was viel wert ist nach den vergangenen Jahren.
27. Atlanta Falcons (25.)
Was war eigentlich der Plan in Atlanta? Sie haben ihre komplette sportliche Leitung rasiert und neu aufgebaut. Anschließend jedoch taten sie im Grunde nichts, um den sportlichen Status Quo zu verbessern. Sie verpflichteten Tua Tagovailoa als Konkurrenz zu Michael Penix, was das Niveau nicht erhöht. Im Receiving Corps wurden Durchschnittsspieler gegen Durchschnittsspieler getauscht und im Draft hat man - ohne Erstrundenpick - wohl auch nicht unbedingt Starter gefunden. Immerhin könnte Avieon Terrell in Zukunft einer werden.
Glück hatten die Falcons natürlich, dass sich die eigentlich sichere Gefängsnisstrafe von James Pearce Jr. irgendwie in Luft aufgelöst hat. Ob der Trick allerdings auch im Rahmen der Personal Conduct Policy der NFL funktioniert, ist unklar. Besser hat diese Offseason dieses Team jedoch keineswegs gemacht.
26. Cleveland Browns (31.)
Nicht falsch verstehen: Auch die Browns fallen weiter in die Kategorie "Quarterback folgt 2027", doch haben sie in dieser Offseason gerade ihre Offense auf links gedreht. Die Offensive Line wurde runderneuert, das Receiving Corps hat aus meiner Sicht nun drei legitime Starter die Defense wurde punktuell in allen Ebenen ebenfalls verbessert. Hinzu kommt, dass Deshaun Watson wiederhergestellt ist und in seine unweigerlich letzte Saison in Cleveland geht - und das vermutlich als Starter, weil er auch in seiner abgehalfterten Verfassung von vor den Achillessehnenrissen noch locker besser als Shedeur Sanders sein sollte.
Unterm Strich sind die Browns damit ein klar besseres Team als im Vorjahr. In einer stets engen AFC North kann das schon viel bewirken.
25. New York Giants (26.)
Das größte Upgrade bei Big Blue ist zweifelsohne Head Coach John Harbaugh, der neue Stabilität und Seriosität auf dieser so wichtigen Position bringt. Die O-Line wurde verbessert, auch wenn man Francis Mauigoa für seine vorgesehene Rolle als Guard dann viel zu hoch gepickt hat. Schade ist, dass man es nicht geschafft hat, auch das Receiving Corps zu verbessern, was das Leben für Jaxson Dart und Co. weiterhin schwierig hält.
Defensiv zogen sie mit Arvell Reese sicher den besten verfügbaren Spieler, die Frage ist jedoch, wie genau man ihn letztlich ins Gebilde einfügen will. Und ob das auch so von Start weg funktionieren wird. Er hat großes Talent, aber eben noch keine feste Position, auf der er etabliert wäre. Ein gewisses Risiko spielt hier also mit.
24. New Orleans Saints (24.)
Mir gefiel die Offseason der Saints bis hierhin. Sie haben mit Jordyn Tyson einen legitimen zweiten Receiver neben Chris Olave gefunden und sie haben sich defensiv in der Breite verstärkt. Was mir fehlt, ist jedoch das klare Upgrade in der Secondary und im Pass Rush. Sprich: Wie viel besser können sie sein, wenn noch so viele Lücken im Kader bestehen?
23. Washington Commanders (23.)
Die Defense der Commanders wird in der kommenden Saison womöglich mit bis zu acht neuen Startern antreten. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen klingt das zunächst mal äußerst positiv. Offensiv ist die Hoffnung offenbar, dass Jayden Daniels gesund und stark zurückkehrt und schon darüber die große Leistungssteigerung zustande kommt. Denn in den Receiving Corps etwa hat man nur bedingt investiert - Rookie Antonio Williams muss sich kräftig ins Zeug legen, um Deebo Samuel im Slot zu ersetzen.
22. Indianapolis Colts (18.)
Auch das Colts-Kartenhaus steht gerade auf dem Fundament Fitness des Quarterbacks. Daniel Jones muss zeitig von seinem Achillessehnenriss zurückkehren, denn andernfalls wird das die nächste lange Saison. Einen echten Ersatz hat man nicht - nichts gegen Riley Leonard! -, denn Philip Rivers wird wohl nicht ein zweites Mal von seiner Farm zurückkehren. Und Anthony Richardson soll nach Möglichkeit immer noch verhökert werden.
Defensiv finden sich ein paar neue Starter ein, die aber nicht unbedingt das Niveau merklich heben. Auch hier gilt: wenn alles gut läuft, ist unter Umständen mit Indy zu rechnen, aber das müssen schon ideale Umstände sein.
21. Pittsburgh Steelers (16.)
So haben ein durchweg solides Team und ich halte auch das Receiving Corps für ziemlich brauchbar nach den Neuzugängen von Pittman und Bernard im Draft. Doch die Tatsache, dass immer noch nicht klar ist, wer letztlich Quarterback des Teams sein wird, macht diese Einschätzung ziemlich wacklig.
Wenn Rodgers am Ende doch noch zurückkehrt, dann im Alter von fast 43 Jahren. Wie viel wird er dann noch im Tank haben? Die Alternativen sind mit Rudolph, Howard oder Allar allesamt schlechter und von Mike McCarthy als Head Coach halte ich sowieso recht wenig, weshalb die Steelers für mich sehr überschaubare Perspektiven haben, was in der North aber ohnehin nicht viel heißt.
20. Carolina Panthers (17.)
Sie haben mächtig Geld in die Hand genommen für Jaelan Phillips und Devin Lloyd, was ein guter Start in die Offseason war in Charlotte. Doch anschließend wurde eigentlich nur noch in die Breite investiert, was suggeriert, dass man schon oben angekommen ist und nun an die Zukunft denken kann. Das halte ich jedoch für einen Trugschluss, denn die NFC North - mit negativer Bilanz - zu gewinnen, ist alles, aber kein Zeichen von Stärke.
Unter der Voraussetzung verlief der Rest der Offseason dann eher ernüchternd - der Draft war insgesamt gut, bringt das Team aber vermutlich kurzfristig nicht sonderlich weit voran. Und das wäre durchaus nötig gewesen.
19. Dallas Cowboys (20.)
Brian Schottenheimer plant am 14. Februar 2027 in Los Angeles beim Super Bowl zu sein. Und das zu Recht, schließlich bekommt man als Head Coach sicher Karten. Auf dem Feld hingegen werden ziemlich sicher zwei andere Teams stehen, denn auch wenn die Cowboys einiges gemacht haben, um ihre Defense zu verbessern, bin ich mir nicht sicher, ob irgendeiner der neuen Spieler das ganz große Upgrade ist, um das Ruder herum zu reißen - außer vielleicht Caleb Downs, der in der Secondary ein Game Changer sein könnte.
Insgesamt jedoch ist dieses Team weiter nur höchstens solide und es muss vieles richtig laufen, um wirklich einen großen Schritt nach vorn zu machen.
18. Minnesota Vikings (15.)
Waren zwei neue Defensive Tackles im Draft wirklich die Priorität in Minnesota? Wären Verstärkungen anderswo nicht viel sinnvoller und einflussreicher gewesen? Die Secondary wird ein Problem bleiben und der Pass Rush wurde durch den Abgang von Greenard Richtung Philly nicht besser. Die großen Hoffnungen lasten derweil ohnehin auf den schmalen Schultern von Kyler Murray, eng verbunden mit der Hoffnung, dass der neue "Call of Duty"-Teil nicht ganz so packend ist wie die letzten.
17. Tampa Bay Buccaneers (19.)
Ich bin zwar nicht vollends überzeugt, ob es wirklich gelungen ist, Lavonte David adäquat zu ersetzen, aber mit vereinten neuen Kräften besteht zumindest die Chance darauf. Rueben Bain Jr. zudem an 15 zu ziehen, dürfte eines der größten Probleme dieses Kaders, den Pass Rush, klar verbessern. Die Secondary wiederum hat kräftig Federn gelassen und steht unter Beobachtung.
Offensiv wiederum setzt man voll darauf, dass Baker Mayfield hinter einer gesunden Offensive Line selbst fit bleibt und seine MVP-Form von Anfang der vergangenen Saison schnell wiederfindet. Dann nämlich wären die Bucs wieder der Favorit der schwachen NFC South.
16. Kansas City Chiefs (22.)
Größtenteils hat mir gefallen, was die Chiefs im Draft gemacht haben. Mansoor Delane kann ein guter Nachfolger für Trent McDuffie werden, zudem wird Peter Woods langfristig ein guter Nebenmann für Chris Jones an der Front werden. R Mason Thomas gibt der Edge-Position zudem dringend nötigen Speed.
Sorgen bereitet mir allerdings der Zustand der Offense. Sicher kam mit Kenneth Walker der Super Bowl MVP dazu, doch was hat man sonst noch gemacht, um Patrick Mahomes, der von einer schweren Knieverletzung zurückkehrt, das Leben leichter zu machen? Die Antwort: herzlich wenig!
Die Offensive Line wurde nicht angefasst. Man hat zwar die größte Schwachstelle Jawaan Taylor abgesägt, doch ist Jaylon Moore kein großes Upgrade. Left Guard bleibt eine Baustelle und das Receiving Corps wird einmal mehr nur dann eine Hilfe sein, wenn Rashee Rice groß aufspielt, denn seine Nebenleute sind bestenfalls Durchschnitt.
15. Green Bay Packers (13.)
Sie hatten keinen Erstrundenpick und der Spieler, den sie stattdessen haben, muss erstmals von seinem Kreuzbandriss zurückkehren (Micah Parsons). Dessen bisherigen Nebenmann Rashan Gary hat man mittlerweile nach Dallas verschifft, sodass der Pass Rush zu Saisonbeginn noch schlechter sein könnte als zum Saisonende 2025. Man hat Quay Walker mit Zaire Franklin ersetzt, was gewissermaßen ein kleines Upgrade gegen den Run sein könnte. Aber sonst? Sonst finde ich hier keine großen Verbesserungen.
Vor allem wurde das Receiving Corps komplett vernachlässigt. Romeo Doubs ist gegangen und man vertraut offensichtlich darauf, dass ihre übrigen vorhandenen Receiver das schon auffangen. Dabei wäre eine klare Nummer 1 hier durchaus wünschenswert gewesen.
14. Cincinnati Bengals (21.)
Ihr Draft brachte zumindest auf den ersten Blick keine neuen Starter für den Start der Saison hervor, doch mit ihrem Erstrundenpick sicherten sie sich ein massives Upgrade für die Mitte in Dexter Lawrence, der den Pass Rush von innen stärken wird. Zudem besteht die Hoffnung, dass Zweitrundenpick Howell zeitnah ebenfalls eine Stärkung sein wird im Unterfangen, die Production des abgewanderten Trey Hendrickson aufzufangen.
Offensiv wurde indes nichts unternommen, was nennenswert gewesen wäre, doch hier ist ohnehin nur die Frage, ob Joe Burrow fit bleibt. Wenn ja, sind sie ein Contender.
13. Jacksonville Jaguars (5.)
Die Jaguars sind in einer ziemlich guten Position in die Offseason gegangen. Wirklich darauf aufgebaut haben sie danach jedoch nicht. Der eigene Erstrundenpick war in Cleveland gelandet für den Up-Trade auf 2, um Travis Hunter im Vorjahr zu ziehen. Jener Hunter ist nun ein Vollzeit-Cornerback, der sich im ersten Jahr in Zone Coverage, die bevorzugte Art zu verteidigen dieses Teams, nicht unbedingt wohlgefühlt hat. Offensiv soll er nur noch als Gadget-Spieler eingesetzt werden. Draftkapital well spent!
Und ansonsten hat man sich in der Free Agency merklich zurückgehalten und sowohl Travis Etienne als auch Devin Lloyd verloren und essenziell nicht ersetzt. Stattdessen landete man im Draft einen Reach nach dem anderen und fand genauso wie in der Free Agency höchstens Backups mit eventuellem Potenzial zum Starter der Zukunft. Nach der starken Saison 2025 ist das eher ernüchternd.
12. Baltimore Ravens (14.)
Ioane war der offensichtlichste Pick im ganzen Draft und stärkt eine Offensive Line im Umbruch merklich. Er löst aber auch das Center-Problem nicht. Und generell muss die Frage erlaubt sein, ob man seine Offense an den entscheidenden Stellen, also vor allem auch im Receiving Corps, wirklich nachhaltig verbessert hat.
Defensiv dürfte der Pass Rush dank Trey Hendrickson klar besser sein, noch mehr, wenn auch Rookie Zion Young einschlagen sollte. Doch ansonsten gilt auch in Baltimore, dass eher die Kadertiefe verbessert wurde, nicht unbedingt das Ceiling fürs gesamte Team. Jesse Minter und allen voran Offensive Coordinator Declan Doyle werden also einiges zu tun haben, um die Ravens wieder an die Spitze zu führen - und Lamar Jackson braucht immer noch einen neuen Vertrag ...
11. Los Angeles Chargers (9.)
Die gute Nachricht ist, dass sie das Innere ihrer Offensive Line komplett überarbeitet haben und damit zusammen mit den Rückkehrerern Alt und Slater auf Tackle deutlich besser aufgestellt sein sollten als über weite Strecken der Vorsaison. Doch wo ist das nötige Upgrade im Receiving Corps? Wo die weitere Verstärkung der defensiven Front?
Das war eine Free Agency, die höchstens den Status Quo erhielt, aber keine wirklichen Verbesserungen brachte - gleiches gilt für den Draft. An diesem Punkt ist das für die Chargers zu wenig.
10. Chicago Bears (10.)
Auch die Bears lassen sich fragend zurück. Sie waren in Position, mit einer starken Offseason wirklich oben anzugreifen. Die Free Agency war dann etwas eingeschränkt, Gerüchten zufolge aufgrund knapper Kassen. Der Draft wiederum erbrachte dann aber auch nicht unbedingt die nötigen Upgrades. Safety Dillon Thieneman war ein guter Value, aber irgendwo auch purer Luxus, wenn man bedenkt, wo tatsächlich der Schuh drückt.
Besonders besorgniserregend ist nun der Zustand der Offensive Line, wo besonders Left Tackle ein echtes Wagnis ist mit einer offenen Rückkehr von Trapilo und einem Wills, der zuletzt 2024 gespielt hat nach schweren Beinverletzungen. Das Receiving Corps wurde durch den Abgang von DJ Moore nicht breiter. Sie sind immer noch gut, aber nicht eben besser.
9. Detroit Lions (12.)
Nutznießer davon könnten in erster Linie die Lions sein, die allein im Draft gleich zwei Baustellen mit guten Picks geschlossen haben. Doch auch sie haben weiter Schwachstellen. Die Secondary bleibt dünn besetzt und das Receiving Corps verliert durchaus Niveau hinter St. Brown und Williams. Immerhin hat dafür nun Aidan Hutchinson durch Derrick Moore einen weiteren Wolverine als Spielkameraden an der Pass-Rush-Front dazu gewonnen.
8. Houston Texans (11.)
Auch wenn ich von ihrem Draft nicht vollends begeistert war, stehen die Texans nach dieser Offseason mit drei neuen Startern in der schwächelnden Offensive Line da, was definitiv ein Plus ist. Zudem wird Montgomery das Run Game stabilisieren und nach längerer Zeit wieder zu einer Stärke machen. Tank Dell dürfte von seiner schweren Verletzung zurückkehren und ansonsten hat man defensiv vor allem die Run Defense verbessert, was die größte Schwachstelle einer sonst bärenstarken Truppe war.
Quarterback C.J. Stroud bleibt die Wundertüte, weshalb ich auch nicht mit einer Vertragsverlängerung vor dem kommenden Frühjahr rechne, doch steht das Gerüst in Texas. Angesichts der auf dem Papier verpassten Chance seitens der Jaguars, den Vorsprung auszubauen, sehe ich die Texans wieder als Favoriten im Süden der AFC.
7. San Francisco 49ers (7.)
Kadertiefe war einer der zentralen Punkte nach einer Saison voller Verletzungssorgen in der Bay Area. Unabhängig davon, ob das ominöse Umspannwerk damit was zu tun hat oder nicht, wurde dieser Punkt gerade im Draft angegangen. Hat man sich damit bestmöglich - in der Breite - verstärkt? Vermutlich nicht, da trotz einer Down-Trades am Ende einige Reaches zu Buche standen.
Was jedoch lobend erwähnt werden muss, ist, dass die Niners mit Mike Evans endlich wieder einen echten X-Receiver im Kader haben, der ihnen seit Brandon Aiyuks Knieverletzung - und anschließendem Meltdown - abging. Dre Greenlaw ist zurück aus Denver, Fred Warners Knöchel ist wieder ganz und Christian Kirk bemannt nun den Slot. Insgesamt sieht das Team damit wieder recht gut aus für den nächsten Angriff, auch wenn der Pass Rush Verstärkung gebraucht hätte und man wie erwähnt durchaus auch noch bessere Spieler hätte finden können.
6. Buffalo Bills (6.)
Es ist kompliziert. Wurde das Receiving Corps nachhaltig verbessert mit dem Trade für DJ Moore? Jein! Klar ist er besser als das vorhandene Personal, aber er befindet sich seit ein paar Saisons auf dem absteigenden Ast und ist schon 29 Jahre alt mit einem Vertrag, der jetzt noch weitere zukünftige Garantien enthält, die bis ins Jahr 2028 gehen (!). Die Offensive Line wurde nicht wirklich verstärkt, der Pass Rush nur dann, wenn man glaubt, dass Bradley Chubb fit bleibt - viel Glück damit! Und auch sonst sehe ich keine entscheidenden Upgrades bis auf CJ Gardner-Johnson in der Secondary.
Hinzu kommt die zentrale Frage nach der klaren Veränderung, die Owner Terry Pegula beim Rauswurf von Head Coach Sean McDermott propagiert hatte. Dessen bisheriger OC Joe Brady wird mutmaßlich vieles beim Alten belassen, was vermutlich das Kernproblem nicht löst.
5. Denver Broncos (4.)
Sie haben Jaylen Waddle per Trade aus Miami geholt und damit ihr Receiving Corps merklich aufgebessert. Und das war's an sich.
Von den übrigen Draftpicks sicherte sich Sean Payton noch den siebten Running Back im Kader und die Tight Ends sechs und sieben. Sie waren ohnehin schon ein gutes Team, weshalb ich sie nicht merklich abstrafen werden, aber was genau der Plan dieser Offseason für die Broncos gewesen ist, wenn sie die Chance hatten, den Vorsprung gerade auf die immer noch wankenden Chiefs zu vergrößern, erschließt sich mir nicht. Stillstand ist bekanntlich Rückschritt. Und weit davon waren sie in der Mile High City nicht nicht entfernt.
4. Philadelphia Eagles (8.)
Die Eagles quälten sich zwar durch die Vorsaison, gewannen jedoch immer noch deutlich die NFC East. Ihre Hauptprobleme waren bekanntermaßen das Binnenverhältnis zwischen Jalen Hurts und A.J. Brown sowie die generelle Existenz von Offensive Coordinator Kevin Patullo. Brown wird voraussichtlich Anfang Juni nach Foxborough getradet und Patullo steht nun hauptberuflich den Dolphins im Weg.
Problem gelöst? Vermutlich, denn mit Makai Lemon kam der mutmaßlich Brown-Nachfolger bereits im Draft, während Dontayvion Wicks und Hollywood Brown den anderen Receiver-Spot unter sich ausmachen. Beiden scheint - noch - kein blanker Hass gegenüber Hurts anzuhängen. Und der neue OC Sean Mannion ist einer aus dem erweiterten Shanahan/McVay-Tree, was normalerweise auf eine idiotensichere Offense hindeutet. Defensiv fand Howie Roseman Riq Woolen in der Free Agency sowie Jonathan Greenard via Trade, sodass Vic Fango hier erneut eine schlagkräftige Truppe beisammen haben wird.
3. New England Patriots (3.)
Diese Platzierung basiert auf dem wahrscheinlichen Szenario eines Brown-Trades, der das Receiving Corps deutlich verbessern würde. Denn nur dann würden die Patriots hinter einer punktuell gestärkten - Will Campbell ist wirklich kein Left Tackle, Freunde! - Offensive Line in der Lage sein, erneut oben anzugreifen.
Defensiv ist sicherlich Kevin Byard in der Secondary das größte Upgrade, während der Pass Rush weiterhin viel mit Hoffen und Bangen daherkommt. Wenn Brown kommt, ist das Team unterm Strich besser. Wenn aus irgendeinem Grund diese Situation nicht eintreten sollte, müssen wir nochmal reden.
2. Los Angeles Rams (2.)
Die größte Schwachstelle war die Secondary und hier die Cornerback-Position. Die haben sie mit zwei Chiefs-Spielern behoben. Doch ansonsten agierten sie wie ein Team, dass auch selbst glaubte, keinerlei Schwächen zu haben. Der Simpson-Pick an 13 war Unsinn, ebenso der sechste Tight End im Draft sowie die Nummern 7 und 8 im Anschluss daran. Das Receiving Corps muss sich weiter komplett auf Puka Nacua und den bald 34 Jahre alten Davante Adams verlassen und auch sonst tat man nichts, um auch nur ansatzweise noch ein wenig besser zu werden.
Das ist eine merkwürdige Herangehensweise für ein Team, das zu den Favoriten zu zählen ist.
1. Seattle Seahawks (1.)
Sie hatten das beste Team im Vorjahr, sie haben ein paar Leistungsträger verloren, sich in der Free Agency vornehmlich zurückgehalten und dann im Draft trotz begrenzter Mittel am Ende doch noch die eine oder andere Verstärkung für die Breite gefunden.
Letztlich macht sie diese Offseason nicht wirklich besser, aber sie hatten ja ohnehin einen gewissen Vorsprung, um letztlich auf der 1 in den Sommer zu gehen.











































