Der NFL Draft 2026 ist im Kasten. Doch wie haben sich die Teams geschlagen? In der AFC überzeugten vor allem zwei notorische Kellerkinder, während besonders ein Wunderkind enttäuschte. sport.de vergibt die Draft Grades.
Draft Grades sind schwierig zu vergeben, denn so kurz nach dem Draft weiß natürlich niemand so genau, wie sich die Spieler, die gewählt worden, am Ende entwickeln werden. Noch dazu ist der Draft per se ein Glücksspiel und keineswegs eine sichere Sache. Entsprechend geht es bei der Bewertung der Teams auch darum, den Prozess zu bewerten und zu schauen, ob man sich insgesamt gut angestellt hat in der jeweiligen Situation.
Darüber hinaus ist für mich ein wichtiger Faktor, ob ein übergeordneter Plan zu erkennen ist und ob das Draft-Board sowie die jeweilige Runde gut manövriert wurde und wie viel Sinn Trades im jeweiligen Fall gemacht haben. In diesem Jahr kommt hinzu, dass die gesamte Draft-Klasse vom Talentniveau im Vergleich zu früheren Jahren wohl besonders schwach daherkam.
Hier sind die alljährlichen Draft Grades von sport.de-Redakteur Marcus Blumberg. Los geht es mit der AFC, die Grades der NFC folgen am Dienstag!
Der Draft im Recap
NFL Draft Grades 2026 - AFC Edition
NFL Draft Grades 2026: AFC East
Buffalo Bills
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Die Bills gingen auf Rang 25 in Sachen Draft-Kapital in die Veranstaltung, was General Manager Brandon Beane offensichtlich bekannt war. Entsprechend tradete er gleich dreimal runter von ursprünglich 26 auf dann 35, um mit TJ Parker immer noch einen guten Edge Rusher zu bekommen, der noch dazu günstiger ist als ein Erstrundenpick.
Anschließend wurden für den Moment und auf dem Papier mal hauptsächlich Backups geholt - selbst Parker wird wohl ein Rotationsspieler sein zu Beginn -, doch das muss nichts Schlechtes sein. Lange vor dem Draft holte man mit einem Zweitrundenpick bereits Wide Receiver DJ Moore, den man dann zwar lächerlich überbezahlte, aber immer in ihm einen Starter fand. Auch Davison Igbinosun (62) dürfte eine größere Rolle in der Rotation auf Cornerback bekommen.
Tackle Jude Bowry könnte Guard spielen und David Edwards ersetzen, Wide Receiver Skyler Bell ist ein ähnlicher Spieler wie Khalil Shakir, damit also jemand, der gut in diese Offense passt. Allerdings ist es etwas optimistisch zu erwarten, dass Viertrundenpick Kaleb Elarms-Orr die Nachfolge von Linebacker Matt Milano nahtlos antreten kann. Und das war ein großer Need.
Insgesamt gelang mit dieser Klasse kein Splash - was aber anhand des Talente-Pools auch schwer war. Es war keine schlechte Vorstellung der Bills, aber auch keine richtig gute. Es war solide. Für einen Titelanwärter ist solide eigentlich okay, aber da man gerade erst seinen Trainer entlassen hat, suggeriert das, das klare Upgrades nötig waren. Die kamen nicht.
Die Note: 3+
Miami Dolphins
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Die Dolphins begannen mit einem Trade von 11 auf 12 mit den Cowboys für zwei Extrapicks in Runde 5. Die Cowboys zogen Caleb Downs und die Dolphins dann Tackle Kadyn Proctor, der allem Anschein nach aber Guard spielen wird. Proctor hatte mit Gewichtsproblemen zu kämpfen, was ein Problem werden könnte. Ansonsten jedoch gingen sie mit einigen potenziellen weiteren Startern aus dem Draft, darunter den weiteren Erstrundenpick Chris Johnson, für den sie an 27 hoch tradeten, und Linebacker Jacob Rodriguez in Runde 2.
Diverse weitere Spieler werden wohl auch als Rookies starten, darunter die Wide Receiver Caleb Douglas und Chris Bell (beide Runde 3), doch beide sind nicht unbedingt die hochkarätigen Verstärkungen, die dieses Team für Malik Willis gebraucht hätte. Und, dass man nun nach zwei Tight-End-Picks sieben Spieler auf dieser Position im Kader hat, wirkt auch nicht unbedingt koordiniert.
Viertrundenpick Kyle Louis war ein Safety am College, wurde nun aber als Linebacker angekündigt. Das lässt darauf schließen, dass man auf mehr Speed an der defensiven Front setzt. Insgesamt hat man den Kader mit diesem Draft auf beiden Seiten des Balls verbreitert, aber hat man ihn auch nachhaltig verbessert? Für den Moment wahrscheinlich nicht, jedoch ist damit erstmal die Grundlage für eine solide erste Saison unter dem neuen Regime geschaffen.
Die Note: 3
New England Patriots
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Während es viele in der ersten Nacht verwunderlich fanden, hatte ich Tackle in Runde 1 für die Patriots eigentlich immer auf dem Zettel - siehe meine Mock Drafts. Am Ende wurde es Caleb Lomu, der zwar noch etwas schmal ist, aber insgesamt sicherlich der zukünftige Left Tackle sein könnte - erstmal wird er Swing Tackle spielen und man sagt, Right Tackle ist seine Zukunft, aber irgendwann wird man eventuell zur Erkenntnis kommen, dass Will Campbell wirklich kein Tackle ist. Bis dahin ist Lomu aber eine gute Absicherung für Campbell und Morgan Moses. Dass man für ihn sogar ein paar Plätze nach oben tradete, sagt auch so einiges.
Ansonsten ging es darum an der Kadertiefe zu arbeiten. Gabe Jacas in Runde 2 war interessant, obgleich ich noch nicht überzeugt bin, ob er der beste Pass-Rusher war, den man kriegen konnte. Tight End Eli Raridon ist ein recht klassischer Inline-TE, kann die Seam dominieren und scheint Downfield gefährlich zu sein. Er ist in erster Linie aber ein starker Blocker und wird Austin Hooper ersetzen. Ansonsten sind da viele Depth-Pieces.
Bemerkenswert: Obwohl das ein klarer Need ist, hat man von jeglichen Receivern die Finger gelassen. Der klare Indikator: A.J. Brown kommt im Juni. Der dafür erforderliche Preis wird letztlich Aufschluss darüber geben, ob das die richtige Strategie war in diesem Draft.
Die Note: 3
New York Jets
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Die Jets eröffneten den Draft - Mendoza stand ja lange fest - mit David Bailey und gingen damit auf den Pass-Rusher, der wohl am meisten bereit ist für die NFL. Er mag nicht wirklich gegen den Run helfen, dafür aber enorm gegen den Pass. Anschließend kam der beste Tight End in Kenyon Sadiq dazu und kurz vor Ende der ersten Runde tradete man noch hoch für Wide Receiver Omar Cooper Jr. an Position 30. Er ist vor allem eine YAC-Waffe.
D'Angelo Ponds an 50 ist der nächste gute Pick, schließlich wird er wohl direkt als Nickelback starten. Unterm Strich diese vier allesamt schnell zu guten Startern werden, womit die gerade die Offense nun deutlich Quarterback-freundlicher geworden ist, da nun tatsächlich Playmaker neben Garrett Wilson und Breece Hall vorhanden sind.
Für Verwunderung sorgte dann jedoch der Viertrundenpick von Cade Klubnik, für den die Jets per Trade einen recht hohen Preis gezahlt haben. Sie schickten die Picks 128 und 140 nach Cincinnati, um auf 110 zu springen. Der Quarterback wird vermutlich als Backup hinter Geno Smith beginnen. Problematischer wird dies aber, wenn man bedenkt, dass die Jets im kommenden Draft, in dem sie Stand jetzt mit drei Erstrundenpicks bestückt sind, erst ihren neuen Franchise-Quarterback ziehen werden.
Letztlich haben sie ihre Situation in dieser Offseason und speziell mit diesem Draft jedoch deutlich verbessert.
Die Note: 1-
Mehr dazu:
NFL Draft Grades 2026: AFC North
Baltimore Ravens
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Olaivavega Ioane an 14 zu den Ravens machte einfach zu viel Sinn, um es nicht zu realisieren. Das war einer der offensichtlichsten Picks der ersten Runde. Ebenfalls gut war der Zweitrundenpick von Zion Young, der als Pass-Rusher und gegen den Run ein Faktor sein kann. Er wird gegenüber von Trey Hendrickson sicherlich viele Chancen bekommen, gegen nur einen Blocker zu glänzen.
Ebenfalls gut sind die zwei Receiver, die in Runde 3 und 4 - Lane und Sarratt - gezogen wurden. Beide könnten schnell zu festen Größen werden neben Zay Flowers. Beide erzielten sie in der vergangenen Saison jeweils mehr als zehn Touchdowns und dürften für Lamar Jackson interessante Optionen in der Red Zone sein. Wide Receiver war ohnehin eine große Baustelle dieses Teams.
Cornerback Chandler Rivers in Runde 5 könnte eine Option im Slot werden und Defensive Tackle Rayshaun Benny ist in Runde 7 guter Value. Gespannt sein darf man überdies, ob Tight End Matthew Hibner (4. Runde) in die Rolle von Isiah Likely, der auch meist im Slot spielte, schlüpfen kann. Er hat seine Stärken vor allem nach dem Catch und könnte eine gute Ergänzung zu Mark Andrews sein.
Die Ravens haben mit dieser Klasse viel richtig gemacht.
Die Note: 2
Cincinnati Bengals
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Wenn man ehrlich ist, dann haben sie das maximal Mögliche aus ihrem Erstrundenpick gemacht, denn Dexter Lawrence ist klar besser als alles, was man im Draft für die Defensive Line hätte tun können. Und gehaltstechnisch ist er erstaunlich günstig gewesen. Insofern werten wir das als Plus.
Anschließend jedoch wird es schwieriger, denn Cashius Howell ist kein Plug-and-Play-Edge-Rusher und wird sich erst noch weiterentwickeln müssen, um eine echte Hilfe zu werden. Und das Weiterentwickeln von Edge Rushern ist den Bengals zuletzt nicht unbedingt gut gelungen. Zudem versprechen auch Cornerback Tacario Davis (3. Runde) und Wide Receiver Colbie Young (4.) nicht unbedingt schnelle Hilfe - bei Letzterem nicht so tragisch angesichts des vorhandenen Personals.
Generell sind in diesem Draft kaum Spieler dabei, die den Eindruck erwecken, dass sie den Bengals wirklich weiterhelfen würden. Connor Lew in Runde 4 scheint jedoch guter Value zu sein und könnte langfristig Ted Karras ersetzen.
Begeistert bin ich nicht, aber wenn man Sexy Dexy mit in die Bewertung nimmt, komme ich hier immerhin auf eine 3+.
Die Note: 3+
Cleveland Browns
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Wie im Vorjahr begannen die Browns ihren Draft-Abend mit einem Trade nach unten. Dieses Mal gingen sie von 6 auf 9 und zogen dann immer noch ihren Wunschspieler, nämlich Spencer Fano, den sie zumindest für den Moment mal als ihren neuen Left Tackle betrachten. Austin Barber in Runde 3 könnte zudem der neue Right Tackle sein oder eben als Swing Tackle fungieren. In jedem Fall haben sie damit den kompletten Rebuild ihrer Offensive Line im Vergleich zum Vorjahr vollzogen, was das große Thema ihrer Offseason war.
Ansonsten kamen später in Runde 1 und in Runde 2 noch zwei neue Receiver hinzu - Concepcion und Boston -, die sehr wahrscheinlich sofort starten werden und damit das Receiving Corps auf ein neues Niveau heben werden. Und Safety Emmanuel McNeil-Warren an Position 58 zu bekommen, hätten einige sicherlich vor dem Draft als Steal betrachtet. Auch eher hat das Zeug dazu, zeitnah zu starten und ein echter Faktor in der Secondary zu werden. Noch ein Quarterback in Runde 6 (Taylen Green) hätte jetzt nicht sein müssen, zieht den Gesamteindruck aber nicht runter.
Die Browns haben mit ihren hohen Picks sehr viel Value gefunden und vor allem die Offense besser gemacht - fast schon ideal für einen Franchise-Quarterback, der aber voraussichtlich erst 2027 kommt. In jedem Fall war das eine gute Vorstellung von General Manager Andrew Berry.
Die Note: 1-
Pittsburgh Steelers
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
*Siri, spiel Renegade!*
Okay, die Steelers ... sie gehen ins erste Jahr nach Mike Tomlin und haben ein paar interessante Dinge gemacht. Los ging es mit einem Tackle in Max Iheanachor, der noch sehr grün hinter den Ohren ist und damit vielleicht ein paar Picks zu hoch ging. Doch da lief bereits der große Run auf diese Position, weshalb man tat, was man wohl tun musste, schließlich ist es unklar, ob Left Tackle Broderick Jones zur Verfügung stehen wird. Riskant, aber notwendig.
Germie Bernard in Runde 2 ist ein guter Griff, schließlich brauchte es mehr Optionen im Passspiel und Bernard kann ein guter Z-Receiver als Ergänzung zu DK Metcalf sein. Quarterback Drew Allar in Runde 3 dann war - inspiriert. Er selbst war wohl als langjähriger Browns-Fan nicht unbedingt sofort begeistert, aber als Penn-State-Absolvent und mit robustem Körperbau passt er vermutlich ganz gut rein bei den Steelers. Die Frage ist jedoch, ob er die beste Option an diesem Punkt im Draft war. Jedoch erzählte man mir, dass Mike McCarthy Quarterbacks ausbilden kann ... und wer weiß schon, ob Rodgers noch ein Jahr dran hängt?
Gefallen hat mir Gennings Dunker in Runde 3! Er wird eher früher als später einen Starting Spot, wahrscheinlich auf Left Guard, übernehmen und dominieren. Er ist sehr spielintelligent und sieht aus wie ein Holzfäller. Perfekt für Pittsburgh!
Daylen Everette dürfte mindestens ein guter Backup auf Cornerback sein und ist damit einen Drittrundenpick wert. Erklären muss man mir allerdings den Plan hinter Kaden Wetjen und Runde 4 und dann Navy-Absolvent Eli Heidenreich in Runde 7 - cooler Auftritt in Uniform auf der Bühne btw! Beide sind im Grunde Gadget-Spieler, die vor allem als Returner glänzen werden, wobei Heidenreich darin wohl der Bessere ist. Doch wozu genau braucht man essenziell zweimal den gleichen Spieler?
Am Ende war das ein guter Draft von Omar Khan.
Die Note: 2
NFL Draft Grades 2026: AFC South
Houston Texans
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Man kann jetzt natürlich sagen, dass es gut ist, in die "Trenches" zu investieren und beide Lines zu stabilisieren. Keine Frage! Doch warum zieht man an 26 - nach Trade nach oben! - einen Guard, den man dann als Center einsetzen wird? Nichts gegen Rutledge, aber ich glaube, dass er auch in Runde 2 noch zu haben gewesen wäre. Kayden McDonald an 36 zu ziehen, war hingegen ein guter Value, schließlich wird er der Run-Defense des Teams wirklich helfen. Und ich hatte ihn durchaus als Erstrundenpick auf dem Zettel.
Was danach kam, war zumindest mal schwierig. Natürlich ist es super aus deutscher Sicht, dass Marlin Klein in Runde 2 gezogen wurde. Aber war er wirklich ein Zweitrundenpick? Er ist ein guter Athlet und wird mindestens als Run-Blocker direkt eine Hilfe sein, aber für einen Tight End in Runde 2 gab es sicher bessere Alternativen - und gravierendere Needs. In besten Prognosen war er ein Drittrundenpick, realistisch aber sicherlich eher einer für Tag 3. Mit Zeit und Geduld kann er einer werden, für den Moment ist er aber ein teures Projekt.
Ebenfalls als Projekt sollte man Viertrundenpick Wade Woodaz sehen, der ultimativ vor allem gegen den Run helfen könnte.
Die Note: 3+
Indianapolis Colts
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Die Colts hatten keinen Erstrundenpick und machten das Beste daraus - buchstäblich mit Sauce Gardner. Für diesen Draft hieß das, dass man Geduld an den Tag legen musste. Doch CJ Allen an Position 53 zu ziehen, könnte sich als Steal entpuppen. Er war vermutlich der beste Linebacker seiner Klasse und wird als Tackle-Maschine Nachfolger von Zaire Franklin, der nun in Green Bay spielt.
Bryce Boettcher in Runde 4 war ebenso ein guter Griff für die Linebacker-Gruppe. Zudem wird Safety AJ Haulcy (Runde 3) voraussichtlich sofort starten. Er wäre damit Nachfolger von Nick Cross und zeigte bislang gute Ball-Production mit acht Interceptions in den vergangenen zwei Jahren. Darüber hinaus muss man positiv erwähnen, dass Guard Jalen Farmer in Runde 4 ebenfalls ein guter Griff sein wird. Er gibt der O-Line mehr Tiefe und könnte langfristig sogar das Zeug für eine größere Rolle haben.
Abgesehen davon könnte Wide Receiver Deion Burks zum Glücksgriff werden. Ihn hatten einige weitaus früher im Blick im Vorfeld des Draft.
Die Note: 2
Jacksonville Jaguars
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
GM James Gladstone gilt als Wunderkind unter den Teamverantwortlichen dieser Liga. Wunderdinge vollbrachte er dieses Jahr allerdings nicht. Dank des aus heutiger Sicht wohl suboptimalen Up-Trades des Vorjahres für Nicht-Mehr-Two-Way-Player Travis Hunter ging es ohne Erstrundenpick in den Draft. Und das bekam den Jaguars nicht sonderlich gut.
Gut war, dass man Guard Emmanuel Pregnon an Position 88 fand. Ihn hätte ich früh in Runde 2, vielleicht sogar schon früher als das erwartet, von daher war das sehr guter Value. Doch ansonsten? Man tradete in Runde 2 hoch für Tight End Nate Boerkircher an Position 56, der vermutlich eher als Blocker überzeugen wird denn als Receiver. Und auch sonst sind da auf den ersten Blick sehr viele Reaches dabei.
Bis auf Pregnon könnten am Ende alle zehn Picks Fehlgriffe gewesen sein. Viel Value ist nicht zu sehen, stattdessen wurde mehrfach überbezahlt oder man holte schlicht Leute, die man eher nicht braucht. Währenddessen klafft auf Linebacker weiter die große Lücke, die Devin Lloyd hinterlassen hat. Geholfen hat dieser Draft den Jaguars vermutlich nicht.
Die Note: 4+
Tennessee Titans
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Positiv war, dass man mit Carnell Tate den besten Wide Receiver an Position 4 ergattert hat. Ich weiß, dass es andere, vermutlich wertvollere Optionen gab, doch am Ende muss man Cam Ward unter die Arme greifen, wenn man diese Offense verbessern will. Ward und Tate dürften ein starkes Duo über viele Jahre bilden. Und, dass man dann nach einem Trade auch noch einen zweiten Pick in Runde 1 für Keldric Faulk gemacht hat, sehe ich ebenfalls positiv.
Die besten Pass-Rusher waren da schon lange weg, doch Faulk hat gute Anlagen und war immer nah dran am College, auch wenn die nackten Zahlen das nicht unbedingt zeigen. Er könnte unter Robert Saleh aufblühen und den Pass Rush klar verbessern.
An diesem Punkt allerdings endet das Positive. Hill in Runde 2 und Carmona in 5 sind zumindest Backups mit Upside, doch ansonsten tue ich mich schwer, in dieser Klasse noch weitere Impact-Spieler zu finden - vielleicht noch Pat Coogan (Runde 6) als Center-Alternative.
Die Note: 3+
NFL Draft Grades 2026: AFC West
Denver Broncos
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Was die Broncos von dieser Draft-Klasse hielten, haben sie im Vorfeld verdeutlicht. Sie tradeten den 30. Pick nach Miami für Jaylen Waddle. Er ist eine echte Verstärkung. Doch eine solche findet sich eben in der tatsächlichen Draft-Klasse wohl nicht wieder.
Jonah Coleman (Runde 4) ist ein weiterer Running Back in einem ohnehin schon prall gefüllten Backfield, Justin Joly ein weiterer Tight End in einer prall gefüllten Gruppe. Eventuell kann man etwas aus Drittrundenpick Tyler Onyedim machen, der für die Defensive Line gute Anlangen mitbringt. Aber war dieser Draft eher unspektakulär für die Broncos
Die Note: 3
Kansas City Chiefs
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Die Chiefs eröffneten ihren Draft mit einem Trade von 9 auf 6 hoch und zogen dann mit Mansoor Delane den besten Cornerback der Klasse. Sie haben damit ihren Nachfolger für Trent McDuffie gefunden. Weiter ging es mit Defensive Tackle Peter Woods mit ihrem zweiten Erstrundenpick, den sie für McDuffie von den Rams bekommen hatten. Auch der ist vielversprechend und könnte eine feste Größe neben Chris Jones werden, eine Planstelle, die lange offen war.
R Mason Thomas mit Pick 40 war ein guter Pick, der mehr Speed in die Defensive Front bringt und dem Pass Rush ein neues Element gibt. Jadon Canady in Runde 4 ist überdies spannend, denn er könnte der neue Nickelback sein.
Dass man schließlich Garrett Nussmeier, der eigentlich einer der besseren Quarterbacks dieser Klasse war, in Runde 7 gefunden hat, ist überdies guter Value, schließlich kann man nie genug brauchbare Quarterbacks haben und Andy Reid könnte ihn zu einem guten entwickeln - vielleicht ist er in ein paar Jahren mal ein zuverlässiger Backup oder wenigstens ein wertvoller Tradechip.
Abzüge gibt es von mir lediglich für die Tatsache, dass man sein Receiving Corps, in dem Rashee Rice am Ende doch nicht gesperrt wird - warum auch immer -, in der gesamten Offseason quasi ignoriert hat. Das könnte sich nochmal rächen.
Die Note: 2+
Las Vegas Raiders
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Sie haben den besten Quarterback im Draft gezogen. Daumen hoch! Dass man dann nach Trade Cornerback Jermod McCoy mit den ersten Pick der 4. Runde gezogen hat, war bemerkenswert und könnte, wenn das Knie hält, der Steal des Draft gewesen sein. Er dürfte sofort starten und die Secondary enorm verbessern. Letzteres darf man auch von Defensive Back Treydan Stukes erwarten, der pfeilschnell ist und sowohl Safety als auch Cornerback spielen kann.
Mike Washington bringt zusätzlichen Speed ins Backfield - als Ergänzung zu Ashton Jeanty - und Keyron Crawford ist zumindest mal vielversprechend als Option gegenüber von Maxx Crosby auf der Edge-Position. Bedenklich bleibt aber, dass man das Receiving Corps vernachlässigt hat. Da ist weiter zu viel Fallobst unterwegs, während Tight End Brock Bowers die einzig zuverlässige Anspielstation bleibt.
Die Note: 2+
Los Angeles Chargers
Für eine Übersicht der einzelnen Picks klickt auf den Teamnamen!
Die Analyse
Jake Slaughter in Runde 2 war ein guter Pick. Er wird nun nicht mehr Center, sondern Guard spielen, dürfte damit aber sofort starten neben Tyler Biadasz und somit die Offensive Line vor Justin Herbert entscheidend verbessern.
Die Frage bei dieser Draft-Klasse ist jedoch, ob die anderen Picks auch zu einer entscheidenden Verbesserung für ein Team sorgen, dass in den Playoffs war und sich durchaus in einer Art Titelfenster wähnt.
Edge Rusher Akheem Mesidor ist als Rookie schon relativ alt und es ist unklar, ob er vom Start weg großen Einfluss nehmen wird. Auf dem Papier ist er erstmal die Nummer 3 auf dieser Position hinter Mack und Tuipulotu. Brenen Thompson bringt guten Speed für einen Deep Threat mit, ist aber durchaus noch etwas schmächtig, weshalb er nicht der ideale Nachfolger für Mike Williams sein dürfte.
Die Note: 3-
| Note | Team | Division |
|---|---|---|
| 1- | New York Jets | AFC East |
| 1- | Cleveland Browns | AFC North |
| 2+ | Kansas City Chiefs | AFC West |
| 2+ | Las Vegas Raiders | AFC West |
| 2 | Baltimore Ravens | AFC North |
| 2 | Pittsburgh Steelers | AFC North |
| 2 | Indianapolis Colts | AFC South |
| 3+ | Buffalo Bills | AFC East |
| 3+ | Cincinnati Bengals | AFC North |
| 3+ | Houston Texans | AFC South |
| 3+ | Tennessee Titans | AFC South |
| 3 | Miami Dolphins | AFC East |
| 3 | New England Patriots | AFC East |
| 3 | Denver Broncos | AFC West |
| 3- | Los Angeles Chargers | AFC West |
| 4+ | Jacksonville Jaguars | AFC South |








































