Die deutsche Torwartdebatte vor der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft nimmt weiter Fahrt auf. Ex-Nationaltorhüter René Adler hat davon jetzt aber genug.
Der langjährige Bundesliga-Keeper stellte sich nun demonstrativ hinter Oliver Baumann und kritisierte die anhaltenden Diskussionen um die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft scharf.
Vor allem die immer wieder aufkommenden Spekulationen über ein mögliches Comeback von Manuel Neuer sorgten bei Adler für Unverständnis. Im Gespräch mit dem "SID" machte der ehemalige Nationaltorhüter deutlich, dass Baumann deutlich mehr Rückhalt verdient habe.
"Diese Diskussion ist ihm gegenüber nicht fair", erklärte Adler und erinnerte gleichzeitig an die starken Leistungen des Hoffenheimers auf dem Weg zur Weltmeisterschaft.
"Er hat eine wirklich sehr, sehr gute WM-Qualifikation gespielt. Wir sollten damit anfangen, einfach mal wertzuschätzen, was wir an ihm haben", sagte der 41-Jährige deutlich. Baumann hat bislang elf A-Länderspiele bestritten, davon acht Pflichtspiele.

Besonders kritisch sieht Ex-Nationalspieler Adler die Comeback-Debatte um Neuer. Zwar betonte er seinen Respekt vor den Leistungen des langjährigen Bayern-Keepers, eine Rückkehr hält er jedoch nicht für sinnvoll: "Ich habe absoluten Respekt vor Manu und seinen Leistungen in dieser Saison, aber er macht es nicht mehr, er ist zurückgetreten."
Adler hält auch Plädoyer für Urbig
Für Adler ist klar: Deutschland müsse akzeptieren, dass sich eine neue Torwart-Generation etabliert. "Es gibt hierzulande vielleicht nicht mehr dieses alles überstrahlende Torwartdenkmal", erklärte Adler. Trotzdem verfüge Deutschland weiterhin über "gute Torhüter. Und dann geht es auch darum, zu akzeptieren, was man hat."
Besonders deutlich wurde der frühere Keeper von Bayer Leverkusen, dem HSV und Mainz 05 mit Blick auf die Auswirkungen der öffentlichen Diskussionen auf die Mannschaft: "Denn in dem Moment, in dem du Baumann auch nur ein Stück schwächst, schwächst du das gesamte Team."
Neben Baumann brachte Adler außerdem einen weiteren Namen ins Spiel: Jonas Urbig. Der junge Münchner Keeper sei für ihn die ideale Nummer zwei hinter Baumann: "Er deckt die Rolle ab als potenzielle neue Nummer eins, die WM-Erfahrung sammeln kann und dazu die Rolle als jemand, den du im Notfall kalt in ein Spiel reinwerfen kannst."









