Das kleinste Land der WM-Geschichte
Die Nationalelf Curaçaos ist einer von vier WM-Debütanten beim Turnier 2026 (neben Jordanien, Kap Verde und Usbekistan). Curaçao wurde 2010 ein unabhängiges Land innerhalb des Königreichs der Niederlande, nachdem die Niederländischen Antillen aufgelöst worden waren – 2011 wurde Curaçaos Nationalmannschaft als deren Nachfolger von der FIFA anerkannt.
- Die Nationalelf ist auch als die „Blaue Welle“ bekannt. Sie repräsentiert das kleinste Land, das je bei einer WM-Endrunde vertreten war: Curaçao hat rund 150.000 Einwohner.
- 2017 gewann Curaçao die Karibikmeisterschaft (2:1 im Finale gegen Jamaika) – der erste und bisher einzige internationale Titel. Mit von der Partie waren damals bereits drei Spieler, die zum 2026er WM-Kader zählen: Torwart Eloy Room und Mittelfeldspieler Leandro Bacuna sowie Verteidiger Juriën Gaari.
- Eine heimische Liga gibt es bereits seit 1921, also mehr als 100 Jahre. Zu den erfolgreichsten Klubs zählen die Vereine aus der Hauptstadt Willemstad (in der rund 90% der Einwohner Curaçaos leben), u.a. Rekordmeister Sport Unie Brion Trappers und der Meister von 2026, CVV Inter Willemstad (Gewinner des Playoff-Finales am 31. Mai).
- Viele Klubs der Insel haben historisch enge Verbindungen in die Niederlande und auch fast alle Spieler im Kader bei der WM-Premiere wurden dort geboren – einzige Ausnahme ist Tahith Chong, der in Curaçao geboren wurde.
- Auch das Amt des Nationaltrainers hatten schon diverse Niederländer inne – zuletzt Fred Rutten und der aktuelle Coach Dick Advocaat (seit Januar 2024 im Amt). Im Frühjahr 2026 hatte Advocaat sein Amt an Rutten übergeben, um bei seiner kranken Tochter zu sein – nach deren Genesung kehrte er aber im Mai zurück.
Bekannte Spieler
Zu den bekanntesten Spielern zählen die beiden Nationalspieler mit den meisten Einsätzen: Torwart Eloy Room und der etatmäßige Kapitän Leandro Bacuna (jeweils über 70 Länderspiele). Room hatte fast 200 Einsätze in der niederländischen Eredivisie, wurde 2018 mit der PSV Eindhoven Meister und 2020 US-Pokalsieger mit Columbus Crew. Seit Anfang 2026 spielt er bei Miami FC (nicht zu verwechseln mit dem Messi-Klub Inter Miami).
- Leandro Bacuna spielt seit Sommer 2025 in der 2. türkischen Liga, sammelte zuvor aber bereits reichlich Erfahrung in England: über 200 Spiele in der Championship und auch 96 Spiele in der Premier League (für Aston Villa und Cardiff). In der Eredivisie lief er 140-mal auf. Leandro ist Teil einer Fußballerfamilie: Sein älterer Bruder Johnsen lief 2008 noch für die Niederländischen Antillen auf, sein jüngerer Bruder Juninho ist wie Leandro aktuell Nationalspieler.
- Riechedly Bazoer war als Junior ein großes Talent der Niederlande, u.a. gehörte er 2012 als 15-Jähriger (!) zur U17-Auswahl, die gegen Deutschland – u.a. mit Leon Goretzka – das EM-Finale im Elfmeterschießen gewann. Nach jungen Jahren bei PSV Eindhoven und Ajax Amsterdam wechselte er Anfang 2017 zum VfL Wolfsburg, für den er in eineinhalb Jahren aber nur phasenweise erste Wahl war. In der Folge spielte er u.a. wenig erfolgreich auf Leihbasis von den Wölfen für den FC Porto, ehe er ab 2019 in der Eredivisie seine Karriere wieder in den Griff bekam.
- Diverse weitere Spieler haben in Deutschland gespielt. Joshua Brenet und Jürgen Locadia liefen in der Bundesliga für Hoffenheim auf (Locadia später auch für Bochum), Tahith Chong für Werder Bremen. Gervane Kastaneer musste 2017/18 mit dem 1. FC Kaiserslautern den Abstieg aus der 2. Liga hinnehmen. Und Roshon van Eijma verteidigte 2020/21 für den damaligen Regionalligisten Preußen Münster, mit dem er den Westfalenpokal gewann.
Rekorde
| Meiste Länderspiele | Leandro Bacuna Eloy Room | 75 Einsätze (Stand 13.07.2026) |
| Meiste Länderspieltore | Rangelo Janga | 21 Tore (Stand 13.07.2026) |
| Rekordtrainer nach Amtszeit | Remko Bicentini | 1468 Tage (August 2016 bis August 2020) |