Der 19-jährige Philip Lindkvist-Fløtten hätte ab der kommenden Saison für den norwegischen oder aber den schwedischen Biathlonverband starten können. Am Ende entschied sich das Ausnahmetalent für Schweden. Schon heute sagt er mit Blick auf die Vorgänge im norwegischen Team: Gut, dass er nicht dort geblieben ist.
Philip Lindkvist-Fløtten ist rückblickend außerordentlich froh, dass er sich im Frühjahr dazu entschieden hat, künftig für den schwedischen Biathlonverband an den Start zu gehen. Bestätigt sieht er sich unter anderem aufgrund der schlagzeilenträchtigen Nominierungen im norwegischen Team.
"Wenn ich mir die Nominierungen anschaue, habe ich das Gefühl, dass es schön ist, ein Schwede zu sein, wenn Läufer wie [Vebjørn] Sørum und [Endre] Strømsheim keinen Platz im Team bekommen", sagte Lindkvist-Fløtten im "Expressen"-Gespräch.
Das norwegische Duo war vor wenigen Wochen überraschend nicht in den A-Kader berufen worden. Der Vorgang führte zu einer öffentlichen Auseinandersetzung. Die Ausbootung von Sørum und Strømsheim zeige die "wahnsinnige Fluktuation" bei den Norwegern, meinte Lindkvist-Fløtten: "Man muss einfach immer gut sein."
"Ich bin sehr gespannt, wie schnell sie laufen können"
In Norwegen sei der Druck viel höher, Leistung zeigen zu müssen, so der "Neu-Schwede". "Sie haben mehr Druck bei der Saisoneröffnung oder auch bei weniger wichtigen Rennen. Und dass man vielleicht etwas müder ist, wenn man zu den wirklich wichtigen Rennen kommt, sollte man berücksichtigen", sagte der 19-Jährige mit Blick auf die Herausforderungen, die es im norwegischen Team gibt.
Gleichwohl bedeutet das nicht, dass die sprichwörtlichen Trauben auch in der schwedischen Mannschaft sehr hoch hängen. "Das Trainingsniveau wird sehr hoch sein. Ich bin sehr gespannt, wie schnell sie laufen können", schaute er auf seine Einheiten mit Sebastian Samuelsson und Co. voraus.
Für den 19-Jährigen ist der Schritt nach Schweden auch deshalb so besonders, weil er nun erstmals in seinem noch jungen Leben auf eigenen Füßen steht. "Ich bin zwar schon vor einem Jahr aus dem Haus meiner Eltern ausgezogen, aber letztes Jahr habe ich noch mit einem Freund zusammengewohnt. Aber ich denke, das wird schon in Ordnung sein", sagte Lindkvist-Fløtten, der in der vergangenen Woche von Lillehammer nach Östersund zog.
