Ärger im schwedischen Langlauf: Nachdem er vor drei Wochen als Teamchef hatte zurücktreten müssen, wehrt sich Anders Byström nun vehement gegen die anonyme Kritik, die ihn sein Amt gekostet haben soll.
"Ich will Respekt, doch stattdessen kriege ich einen Messerstich in den Rücken", klagte Byström im Interview mit "Örnsköldsviks Allehanda", das vom schwedischen Fernsehsender "SVT" zitiert wurde.
Der erfahrene Funktionär war nach sechs Jahren im Amt zum Rücktritt aufgefordert worden, nachdem er schon den ganzen Winter über Kritik hatte einstecken müssen.
Denn: Während die Frauen um Superstar Frida Karlsson regelmäßig Spitzenleistungen zeigten, lief bei den schwedischen Langläufern in der Saison 2025/2026 kaum etwas zusammen.
Rückendeckung auch von Frida Karlsson
Byström sah sich nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen mit fünf Gold-, vier Silber- und einer Bronzemedaille im Gepäck viel Gegenwind ausgesetzt.
Ihm und seinen Trainern wurde anonym vorgeworfen, schlecht zu kommunizieren, speziell in der zweiten Reihe sollen sich laut "Expressen" viele Athleten vernachlässigt gefühlt haben.
Die schweren Anschuldigungen wollte Byström nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen. "Ich war enttäuscht, dass einige Läufer hinter meinem Rücken schlecht über mich redeten. Natürlich sollten sie Kritik und Feedback äußern, aber die Art und Weise, wie sie diese Kritik äußerten, war auf einem niedrigen Niveau", konterte der Ex-Boss.
Es fühle sich "unfair an, wenn man nicht genau versteht, was ich in meiner Rolle falsch gemacht habe", legte Byström nach. Bei seiner Arbeit sei es darum gegangen, "alle Athleten zu unterstützen und mit den Teams zusammenzuarbeiten". Dies sei "gut gelungen, und ich denke, wir haben wie ein Uhrwerk funktioniert".
Von Frida Karlsson hatte Byström nach Bekanntwerden der Vorwürfe Rückendeckung erhalten. "Wir sind alle Menschen, jeder macht Fehler", hatte die amtierende Olympiasiegerin erklärt. Es gebe überall "Entwicklungspotenzial" - nicht zuletzt im Bereich der Kommunikation.

