Seit zwei Jahren war Biathlon-Rekordweltmeisterin Marte Olsbu Røiseland als Expertin im norwegischen Fernsehen tätig, ihr Vertrag lief nach der zurückliegenden Saison allerdings aus. Die werdende Mutter hätte ihren TV-Job wohl gerne auch in den nächsten Jahren fortgesetzt, will nun allerdings wegen ihres Ehemannes nicht ans Mikrofon zurücknehmen.
Wie die 35-Jährige am Montag bei "VG" verkündete, wird sie zur neuen Saison nicht mehr als TV-Expertin für "NRK" tätig sein. "Das ist völlig unmöglich. Ich kann die Arbeit meines eigenen Mannes im Fernsehen weder loben noch kritisieren", erklärte Marte Olsbu Røiseland ihre Entscheidung gegenüber der norwegischen Tageszeitung.
Der Hintergrund: Ihr Mann, Sverre Olsbu Røiseland, übernimmt übernimmt den Posten als Cheftrainer der norwegischen Frauen. An seiner Seite soll die ehemalige Langläuferin Marthe Kristoffersen fungieren. Røiseland hatte bis zu seinem Abschied zum Ende des abgelaufenen Winters vier Jahre für den DSV gearbeitet, ehe sein Vertrag auslief.
Da sie schon vor geraumer Zeit von dem Wechsel ihres Mannes wusste, habe sie dem "NRK" frühzeitig klargemacht, dass sie für die kommenden drei Jahre nicht als Expertin zur Verfügung stehen wird. "Das wäre eine schreckliche Situation gewesen. Es war schon herausfordernd genug, als er Trainer der deutschen Nationalmannschaft war", legte sie mit Blick auf ihre emotionale Zwickmühle nach.
Biathlon: TV-Sender war mit Røiseland "sehr zufrieden"
"NRK"-Chefradakteur Anders Sårheim bestätigte die Trennung anschließend. "Wir haben es sehr geschätzt, sie als Teil unseres Teams zu haben, und sind sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie sie die Expertenrolle ausgefüllt hat. Sie hat großes fachliches Verständnis bewiesen und es geschafft, dies auf eine Weise zu vermitteln, die sowohl Zuschauer, Hörer als auch Leser sehr geschätzt haben", verabschiedete er die Biathlon-Ikone.
Røiseland ist bis heute die erfolgreichste WM-Teilnehmerin der Biathlon-Geschichte. Insgesamt sicherte sich die 34-Jährige bei Weltmeisterschaften 13 Goldmedaillen. Dazu holte sie auch vier Mal Bronze. In ihrem Trophäenschrank hängen zudem noch drei olympische Goldmedaillen.
Ihr Rücktritt im Frühjahr 2023 hatte ein tiefes Loch in die norwegische Frauen-Mannschaft gerissen, aus der sich zum selben Zeitpunkt auch Tiril Eckhoff verabschiedete. Nach Jahren der Dominanz sind die Skandinavierinnen von der Spitze der Weltcup-Wertung in den letzten Jahren verschwunden.
