Suche Heute Live
Biathlon
Artikel teilen

Biathlon

"Deutlich unter den Erwartungen"

Verbandschef kritisiert eigenes Biathlon-Team öffentlich

Joscha Burkhalter war im Winter 2025/26 noch der erfolgreichste Schweizer Biathlet
Joscha Burkhalter war im Winter 2025/26 noch der erfolgreichste Schweizer Biathlet
Foto: © IMAGO/christian heilwagen
21. April 2026, 08:09
sport.de
sport.de

Kein Podest, keine Medaille und am Ende nur eine Handvoll Top-10-Platzierungen: Die Schweizer Biathlon-Mannschaft hat einen harten und weitgehend erfolglosen Winter hinter sich. Verbandschef Peter Barandun gibt offen zu: Er und die anderen Verantwortlichen hatten sich deutlich mehr erwartet. 

Die Saisonbilanz des Schweizer Biathlon-Teams liest sich ernüchternd. Die Männer-Mannschaft um Joscha Burkhalter, Sebastian Stalder und Niklas Hartweg lief in nur zwei Rennen in diesem Winter in die Top 10. Die Frauen um Amy Baserga, Lea Meier und Lena Häcki-Groß waren zwar etwas erfolgreicher und liefen acht Mal in die Top 10, auf dem Podest stand aber auch von ihnen keine. 

Der Schweizer Verbandschef Peter Barandun zeigte sich ob dieser mauen Ausbeute enttäuscht und übte im Interview mit "Swiss-Ski" deutliche Kritik an seinen Athletinnen und Athleten. 

Verbandschef sieht Biathlon-Rückschritte in allen Bereichen

Fakt sei, dass es sowohl am Schießstand als auch in der Loipe im Vergleich zum Vorjahr Rückschritte gegeben habe, beklagte der Verantwortliche. "Wir haben Athletinnen und Athleten, die auf höchstem Niveau performen können – das haben sie in den Jahren zuvor mehrfach bewiesen. Im vergangenen Winter blieben sie jedoch teilweise deutlich unter den Erwartungen", kritisierte er.

Man müsse die Lage nun "sorgfältig analysieren" und Maßnahmen ableiten, um das Ruder wieder rumzureißen, forderte Barandun, der darüber hinaus beklagte, dass die Schweizer Nachwuchsförderung nicht so schnell wie erhofft vonstattengeht. 

"Es braucht Zeit, um an der Basis – in den Skiclubs – eine ausreichende Breite an potenziellen jungen Biathletinnen und Biathleten aufzubauen. Wir hatten gehofft, dass sich diese Entwicklung schneller vollzieht. Rückblickend waren wir in unserem Denken vielleicht etwas zu optimistisch", sprach Barandun auch von Fehleinschätzungen in der Führungsetage. 

Trotz der enttäuschenden Saison zählt Biathlon im Schweizer Skiverband weiter zu den wichtigen Säulen. Das auch aus einem ganz bestimmten Grund, wie der Präsident betonte: "Die Sportart bietet attraktive Wettkampfformate, weshalb sie sich europaweit großer Beliebtheit erfreut. Das wiederum macht Biathlon auch aus vermarktungstechnischer Sicht sehr interessant."

Newsticker

Alle News anzeigen