Einem ehemaligen Footballspieler der University of Alabama drohen Anklagen wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Identitätsdiebstahls. Laut Bundesgerichtsunterlagen soll er Perücken und gefälschte Führerscheine benutzt haben, um sich als NFL-Spieler auszugeben und sich so Kredite in Höhe von fast 20 Millionen Dollar zu erschleichen.
Die Staatsanwaltschaft wirft Luther Davis einem "ESPN"-Bericht zufolge vor, sich zwischen Mai 2023 und Oktober 2024 als drei verschiedene NFL-Profis ausgegeben zu haben, um Kredite bei mehreren Darlehensgebern zu erwirken.
Einem Bericht zufolge handelt es sich bei den Spielern, deren Identitäten missbraucht wurden, um den Quarterback der Atlanta Falcons, Michael Penix Jr., den ehemaligen Tight End der Cleveland Browns, David Njoku, und den Safety der Green Bay Packers, Xavier McKinney.
Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass keiner der Spieler die Kredite autorisiert hatte und, dass ohne deren Wissen gefälschte E-Mail-Konten erstellt worden waren.
Gefälschte Dokumente und Fake-Firmen
Die Anhörungen zur Prozesserklärung für Davis und CJ Evins, Davis' Partner in dem mutmaßlichen Betrugssystem, sind für den 27. April angesetzt. Evins wird in einem separaten Dokument geführt und sieht sich im selben Fall ebenfalls mit Anklagen wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Identitätsdiebstahls konfrontiert. Sein Anwalt, Ben Alper, teilte "ESPN" am Donnerstag in einer E-Mail mit, dass sein Mandant beabsichtigt, sich schuldig zu bekennen.
Der Anwalt von Davis reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von "ESPN" um eine Stellungnahme.
Davis und Evins nutzten die Identitäten von drei NFL-Spielern - "D.N.", "X.M." und "M.P." -, um die Kredite zu beantragen. "The Guardian", der zuerst über den Fall berichtete, identifizierte D.N., X.M. und M.P. als Njoku, McKinney und Penix.
Um die Kreditgeber davon zu überzeugen, dass sie tatsächlich diese drei Spieler seien, erstellten Davis und Evins laut Anklageschrift "gefälschte persönliche Finanzberichte, Dokumente des Secretary of State sowie Kontoauszüge für Unternehmen, die angeblich von den Spielern geführt wurden". Aus dem Dokument, das am 19. März in Atlanta eingereicht wurde, geht hervor, dass Davis und Evins Unternehmen mit Namen registrierten, die denen der Spieler ähnelten, um dies in die Tat umzusetzen.
Täter traten in Verkleidung auf
Davis tauchte bei den Kreditabschlüssen "verkleidet auf und gab sich als die Spieler aus", wobei er laut Staatsanwaltschaft auch gefälschte Führerscheine verwendete, um die Kreditgeber und den Notar zu täuschen. Davis trug mutmaßlich Make-up und eine Perücke, um sich als Njoku auszugeben, während er am 22. Januar 2024 an einer aufgezeichneten Videokonferenz teilnahm.
Insgesamt wurden laut Gerichtsunterlagen mindestens 13 gefälschte Kredite über eine Summe von mehr als 19,8 Millionen Dollar aufgenommen. Die Kreditgeber überwiesen das Geld mutmaßlich auf Konten, die von Davis und Evins kontrolliert wurden und auf die von ihnen gegründeten Scheinfirmen liefen. Von dort aus transferierten sie die Beträge auf Unternehmen, die den beiden tatsächlich gehörten.
Das Dokument vom 19. März, das als "Criminal Information" bezeichnet wird, kommt üblicherweise zum Einsatz, wenn ein Angeklagter auf sein Recht auf eine Anklageerhebung durch eine Grand Jury verzichtet und damit den Weg für das Strafverfahren frei macht. Dies führt oft zu einem Schuldbekenntnis oder einer Absprache mit der Staatsanwaltschaft.
Davis gehörte laut den Rekrutierungs-Ranglisten von "ESPN" zu den Top-150-Talenten an der High School. Er spielte von 2007 bis 2010 als Defensive End für Alabama, verbuchte dabei 47 Tackles und gewann in der Saison 2009 die nationale Meisterschaft.
Im Jahr 2013 wurde Davis vorgeworfen, als Vermittler zwischen fünf Spielern der SEC und NFL-Agenten fungiert zu haben, damit die Spieler unzulässige Vergünstigungen erhalten konnten - was zum damaligen Zeitpunkt einen Verstoß gegen die NCAA-Regeln darstellte.



































