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Hamburger Trainerlegende: HSV? "Für mich peinlich"

Ist der erste Bundesliga-Coach des Hamburger SV: Martin Wilke
Ist der erste Bundesliga-Coach des Hamburger SV: Martin Wilke
03. Januar 2018, 10:18
sport.de
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Von Beginn an spielt der Hamburger SV in der Bundesliga und hatte seitdem schon 40 Trainer. Doch er war Erste, er legte den Grundstein und wurde damit zur Legende: Martin Wilke. Gern erinnert sich der heute 91-Jährige an die damalige Zeit. Mit weniger Freude schaut der ehemalige Coach allerdings auf die aktuelle Lage des HSV.

"Dass der Ruf international beschädigt ist, das ist schlimm", erklärte Wilke in der "Sport Bild" und ärgerte sich ein wenig: "Wenn ich mich heute damit begnügen muss, dass ich dem HSV wünsche, dass er nicht wieder auf einem Relegationsplatz landet, dann ist das für mich peinlich."

Der einzig verbliebene Stolz des Klubs liegt für den 91-Jährigen darin, noch nie abgestiegen zu sein. "Gott sei Dank ist es so! Dieses Privileg haben wir noch!", freute sich Wilke, schränkte jedoch ein: "Obwohl wir damit auch viel durch den Kakao gezogen werden. Dieses unsägliche Zittern und die Angst vor dem Gegner gehören heute wohl dazu."

"Schlimm, wenn man darüber nachdenkt"

Dass die Fans nach dem erfolgreichen Klassenerhalt in der letzten Saison den Platz stürmten, um mit dem Team zu feiern, hat dem ersten Bundesliga-Trainer des HSV gar nicht gefallen. "Es ist schlimm, wenn man mal darüber nachdenkt, warum wir uns in dem Moment freuen", betonte Wilke.

Mittlerweile geht der 91-Jährige nur noch ungern ins Stadion. "Heute sind die Spiele Events, das ist nichts für mich", erklärte er.

HSV darf Arp "nicht in jedem Schiet-Spiel einsetzen"

Ganz allgemein habe sich der Fußball unschön entwickelt. "Ich bekomme bei den heutigen Summen Angst, was da mit den jungen Leuten passiert", mahnte Wilke.

Bei dem jungen Shooting-Star Fiete Arp müsse der HSV "ja eigentlich sehen, dass er ihn verkauft, bevor sein Vertrag ausläuft", gab der Ex-Trainer den Verantwortlichen einen Tipp und fügte an: "Hoffentlich verbrennen sie ihn nicht. Der HSV muss ihm Schonzeiten geben und nicht in jedem Schiet-Spiel einsetzen."

Kühne sollte mehr Rechte bekommen

Auch mit Blick auf die Querelen im Aufsichtsrat rund um Investor Klaus-Michael Kühne meldete sich Wilke zu Wort. "Wir brauchen Herrn Kühne unbedingt! Ohne Herrn Kühne wären wir schon lange nicht mehrder HSV, der wir jetzt noch sind."

Der Verein sollte ihm "ganz schnell" mehr Rechte geben, so der ehemalige Trainer, "um ihn nicht zu vergraulen". Es sei doch klar, dass jemand Rechte möchte, der so viel Geld investiert.

"Ich kann Herrn Kühne nur danken, dass er dem Stadion den Namen Volksparkstadion zurückgegeben hat. Ich wollte ihm deshalb einen Brief schreiben, habe mich aber nicht getraut. Ich bin ja nur noch ein kleines Licht", schloss der 91-Jährige seine Ausführungen. 

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