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(M)

Kohle-Zoff vor Vierschanzentournee

Fällt das Neujahrsspringen in Garmisch flach?

Kein Neujahrsspringen mehr in Garmisch?
Kein Neujahrsspringen mehr in Garmisch?
Foto: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
19. Mai 2026, 08:41
sport.de
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Aufruhr in der Skisprung-Szene: Vor der 75. Ausgabe der Vierschanzentournee im kommenden Dezember, bei der erstmals Frauen antreten werden, wird das Traditionsevent von einem abstrusen Kohle-Zoff überschattet.

Der Ärger zwischen dem Deutschen Skiverband und dem Skiclub Partenkirchen, der das Neujahrsspringen ausrichtet, reicht so weit, dass der 1. Januar 2027 im Wettkampfkalender des Weltverband FIS derzeit mit drei Sternchen versehen ist - eine Bestätigung für den Austragungsort fehlt.

Hintergrund des Zwists ist das Vertragskonstrukt zwischen Verband und Ausrichter. Laut "Bild" will der Skiclub nämlich erheblich mehr als die niedrige siebenstellige Summe, die er bislang kassiert.

Hinzu kommen die Einnahmen der Ticketverkäufe, allerdings muss Partenkirchen auch die komplette Infrastruktur stellen. Bis zu 30 Prozent zusätzlich fordert der Skiclub daher vom DSV, der über die TV-Verträge und durch Sponsoren maßgeblich an dem Event verdient.

"Wir tragen das komplette Risiko, hatten 22 Jahre lang aber keine signifikanten Zahlungsanpassungen. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir bei der Tournee Fehlbeträge in unseren Kassen", klagte Michael Maurer, Präsident des Clubs, in der "Süddeutschen Zeitung".

Der DSV stellt fest, dass es seit ein paar Jahren Differenzen mit dem Olympia-Gastgeber von 1936 gibt.

FIS und DSV wegen Vierschanzentournee unter Druck

Fakt ist: Garmisch ist für die Vierschanzentournee elementar. Das Neujahrsspringen hat noch mehr Tradition und Wiedererkennungswert als die Wettbewerbe an den anderen drei Standorten.

Dazu ist die Tournee seit der Gründung 1953 für die vier Orte Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen bekannt. "Ohne uns gibt es keine Vierschanzentournee", hob Maurer hervor.

FIS und DSV stehen entsprechend unter Druck. Dass der Zoff in der wettkampffreien Zeit medial aufkam, dürfte kein Zufall sein. Die Organisatoren verweisen öffentlichkeitswirksam auf die Thematik, die Fans und TV-Zuschauern bis hierhin unbekannt gewesen sein dürfte.

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