2019 hatte Stefan Horngacher das Bundestrainer-Amt bei den deutschen Skispringern von Werner Schuster übernommen, unter seiner Regie gewann unter anderem Phillip Raimund bei den Olympischen Winterspielen 2026 die Goldmedaille. In einem Interview blickte der Österreicher nun über die Beweggründe seines Abschieds vom DSV-Team aus und erklärte, welche Aufgabe ihn in Polen erwartet.
"Ich hätte in Deutschland bleiben können, es war ein guter Job", offenbarte Stefan Horngacher im Gespräch mit dem polnischen TV-Sender "Eurosport". Bereits im Oktober 2025 hatte der 56-Jährige die Entscheidung mitgeteilt, sein Amt als Skisprung-Bundestrainer im Anschluss an die abgelaufene Olympia-Saison niederlegen zu wollen. Sein Engagement beim DSV-Team endete damit nach sieben Jahren.
Obwohl die Zeit des Österreichers in Deutschland ohne den erhofften Coup bei der Vierschanzentournee endete, war Horngacher mit den DSV-Adler durchaus erfolgreich. Die Zusammenarbeit fand mit dem Olympiagold von Phillip Raimund bei den Olympischen Winterspielen 2026 einen krönenden Abschluss. Für den Österreicher stand aber fest, dass die deutsche Skisprung-Elite frischen Wind braucht.
Skispringen: Horngacher hat "noch Energie und Ideen"
"Nach einer so langen Zeit intensiver Arbeit hatte ich das Gefühl, dass sowohl ich als auch die deutsche Mannschaft neue Impulse und einen etwas anderen Blickwinkel brauchten", verriet Horngacher die Hintergründe zu seinem Tapetenwechsel und legte mit Blick auf seine Rückkehr nach Polen nach: "Ich wollte nicht für immer an einem Ort bleiben. Jetzt weiß ich genau, was ich tun möchte."
Beim Polnischen Ski-Verband übernimmt Horngacher nun die Rolle als Trainingskoordinator. "Ich spürte, dass ich noch Energie und Ideen habe, die ich im polnischen Skispringen einbringen kann. Ich möchte nicht von innen heraus als Cheftrainer fungieren. Ich möchte von außen zuschauen, mit Trainern und Athleten sprechen, Informationen weitergeben und bei der Arbeitsorganisation helfen", beschreibt er selbst seine neuen Aufgaben.
Sein Ziel ist es, "die Arbeit zwischen den Gruppen zu koordinieren, junge Athleten zu beobachten und die Trainer mit meiner Erfahrung zu unterstützen", legte er nach und verrät: "Polen liegt nicht weit hinter anderen Ländern zurück. Wir haben gute Trainer und Athleten, aber es gibt immer etwas zu verbessern. Das ist ein komplexer Prozess, den man Schritt für Schritt weiterentwickeln muss."
