Nach dem Ende seiner Amtszeit als Skisprung-Bundestrainer heuert Stefan Horngacher nach langen und zähen Verhandlungen als Trainingskoordinator wieder in Polen an. Gerüchten zufolge steckt hinter der Verpflichtung des Österreichers aber auch der Hintergedanke, den angezählten Nationalcoach Maciej Maciusiak im Fall der Fälle zu beerben. Diese Spekulationen verwies ein PZN-Funktionär aber ins Reich der Fabeln.
Wurde Stefan Horngacher auch deshalb nach Polen zurückgeholt, um ihm im Falle einer Entlassung von Nationaltrainer Maciej Maciusiak wieder den Posten zu geben, den er bereits zwischen 2016 und 2019 bekleidete? "Natürlich nicht. Wir stehen voll und ganz hinter Maciek Maciusiak, für mich ist das eine Frage aus dem Bereich Science-Fiction", reagierte PZN-Vorstandsmitglied Wojciech Adam Fickowski auf Nachfrage von "Interia".
Zunächst hatte sich die polnische Skisprung-Ikone Wojciech Fortuna dafür starkgemacht, dass der polnische Ski-Verband den Österreicher als Chefcoach des A-Teams zurückholen soll. "Ich würde mir wünschen, dass Horngacher als Trainer in Polen arbeitet", sagte der Olympiasieger. Anschließend machten Medienberichte die Runde, wonach dies ein Hintergedanke des PZN bei der Horngacher-Rückkehr sei.
Skispringen: "Keine Bedenken" bei Nationaltrainer
Maciusiak hatte das Amt im Frühjahr 2025 von Vorgänger Thomas Thurnbichler übernommen. Unter der Regie des 44-Jährigen sprangen Polens Athleten im Weltcup aber weitestgehend hinterher, die Rufe nach einem Trainerwechsel bei der stolzen Skisprung-Nation wurden erst leiser, als Youngster Kacper Tomasiak mit zwei Silbermedaillen (Normalschanze und Super-Team) sowie einer Bronzemedaille (Großschanze) bei Olympia überraschte.
Fickowski sieht daher auch keinen Anlass für eine Trainerdiskussion. "Es gibt keine Bedenken", stellte er klar: "Als Maciek im April zu uns kam, hatte er ein einziges Ziel, nämlich eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Und das war’s. Nach den Olympischen Spielen sagte ich ihm, dass er im Grunde jetzt auf die Malediven fahren und nichts tun könne."
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Der Ex-Springer habe in seiner ersten Saison "ein Ergebnis erzielt, vor dem man den Hut ziehen muss. Wer sonst hat so ein Ergebnis erzielt? Wie kann man also unter solchen Umständen den Kopf von Trainer Maciusiak fordern? Jeder würde sich wünschen, dass unsere Athleten alles gewinnen, weil wir das seit Jahren gewohnt sind, aber bleiben wir realistisch", erklärte er.


