Torhüter-Ikone Manuel Neuer vom FC Bayern soll vor einer Rückkehr in die Nationalmannschaft für die WM in Kanada, den USA und Mexiko stehen. Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger sieht das Hin und Her in der Personalie kritisch - und äußert einen Verdacht zur Kommunikation von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
"Vielleicht hat er vorgehabt, zu sagen, dass Manuel Neuer die neue Nummer eins ist, und dann verletzt er sich gegen Köln. Und dann merkt er, er kann es doch nicht sagen", sagte Hitzlsperger im "BR" mit Blick auf Nagelsmanns Auftritt im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF" am späten Samstagabend.
Dort hatte der Bundestrainer sich ausweichend zur Causa Neuer geäußert. Der Weltmeister von 2014 hatte sich wenige Stunden vorher beim 5:1-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FC Köln erneut an der Waden verletzt. Er müsse "vorerst kürzertreten", teilte der deutsche Rekordmeister am Sonntag mit.
Nagelsmann habe in der Neuer-Frage also auch "ein bisschen Pech" gehabt, sagte Hitzlsperger. "Aber eine ideale Vorbereitung sieht anders aus."
Die bisherige deutsche Nummer eins Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim) könne einem "fast leidtun", betonte Hitzlsperger.
"Eiertanz" rund um Manuel Neuer vom FC Bayern
Insgesamt gefällt dem früheren DFB-Star der Umgang mit der Torwart-Situation nicht. "Ich habe in den letzten Tagen häufig das Wort Eiertanz gelesen. Ich glaube, das trifft es ganz gut. Eigentlich denkt man, es sind nur Profis am Werk – auch kommunikativ."
Mehr dazu:
Mit Blick auf Nagelsmann ergänzte er: "Es täte gut, wenn er Leute an seiner Seite hätte, die ihn gut beraten würden. Wenn ich auf die letzten Monate zurückblicke, würde ich behaupten: Die Beratung hat nicht gut funktioniert."
Der Bundestrainer habe sich selbst gleich mehrere "Baustellen" aufgemacht, darunter auch mit der Diskussion um Stürmer Deniz Undav vom VfB Stuttgart, so Hitzlsperger. "Wenn er Undav nach einem Siegtor infrage stellt und sagt, er hätte das Tor nicht erzielt, wenn er von Anfang an gespielt hätte, dann frage ich: Wozu? Das hätte man anders lösen können. Da wirkt es so, als trägt er dazu bei, das Ganze auch noch zu schwächen. Und das ist unnötig."

































