Ungeachtet beharrlicher Proteste rauschte der Brausegigant Red Bull 2005 auf den österreichischen Fußballmarkt. Die Red Bull GmbH erwarb den Erstligisten Austria Salzburg zu 100 Prozent. Als Red Bull den Klub mit neuen finanziellen Möglichkeiten ausgestattete, stürmte man auf Anhieb von Erfolg zu Erfolg. 2026 setzte es nun einen erheblichen Dämpfer - ein Ex-Talent des FC Bayern war mittendrin.
Seit der Umbenennung in FC Red Bull Salzburg wurde die ehemalige Austria sechsmal Vizemeister (2006, 2008, 2011, 2013, 2024, 2025) und holte vierzehnmal den Titel in der österreichischen Bundesliga (2007, 2009, 2010, 2012, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023).
Auch 2025/26 lag man Anfang März noch auf Meisterkurs - dann folgte ein historischer Einbruch. Als Tabellenzweiter, mit nur einem Punkt Rückstand auf Sturm Graz, enterten die Mozartstädter noch die Meisterrunde, in der man von zehn Spielen allerdings nur drei gewinnen konnte (2 Remis, 5 Niederlagen).
Den Titel machten letztlich der LASK (39 Punkte) und Graz (37 Punkte) unter sich aus. Salzburg schnitt als Dritter schlechter denn je zu Red-Bull-Zeiten ab - und hatte damit noch Glück.
Gegen den TSV Hartberg, den Letzten der Meisterrunde, setzte es am Sonntag eine überraschende 1:3-Pleite. Lediglich die 0:3-Pleite der punktgleichen Wiener Austria bei Meister LASK verhinderte den Absturz auf Rang vier.
Ehemalige Talente des FC Bayern überzeugen in Österreich
"Am Ende des Tages können wir uns nur bei den Fans entschuldigen. Es war in allen Bereichen zu wenig, das Match heute ist sinnbildlich für alles in dieser Saison. Wenn man etwas erreichen will, dann müssen ganz viele Zahnräder ineinandergreifen – und das tut es bei uns einfach nicht. Die Saison war nicht gut genug, jetzt heißt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen", brachte es Keeper Alex Schlager nach dem enttäuschenden Finish auf den Punkt.

Ein erster Schluss ließ auch nicht lange auf sich warten: Am Montag verkündete der Klub, dass Daniel Beichler von seiner Tätigkeit als Chefcoach entbunden wird.
Einer, den man in Salzburg hingegen wohl auch 2026/27 nur zu gerne in den eigenen Reihen wissen will, ist Frans Krätzig. Der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler, der 2023 beim FC Bayern zeitweise als großer Hoffnungsträger galt, den Durchbruch aber letztlich nicht schaffte, wechselte im Sommer 2025 von den Münchnern nach Salzburg. Dort avancierte der 23-jährige Linksverteidiger auf Anhieb zur Stammkraft, absolvierte 34 Pflichtspiele und bereitete sieben Tore vor.
Auch beim 1:3 gegen Hartberg wirkte Krätzig 70 Minuten mit, die Pleite konnte er allerdings verhindern. Auch da ein anderes Ex-Talent des FC Bayern den Offensivspielern der Salzburger den Nerv raubte: Tom Ritzy Hülsmann. Der 22-Jährige verließ den deutschen Rekordmeister ebenfalls vor der Saison 2025/26 und schlug bei seinem neuen Klub ebenfalls voll ein. Neun Weiße Westen in 30 Ligaspielen toppt nur Dejan Stojanovic vom SCR Altach (10).






























