Nach dem Ende seiner Amtszeit als Skisprung-Bundestrainer sollte Stefan Horngacher bei Polens Ski-Verband als Sportdirektor anheuern - eine Personalie, die im Nachbarland derzeit für viel Wirbel sorgt. Olympiasieger Wojciech Fortuna wirbt dafür, Horngacher wieder als Nationalcoach anzustellen.
"Ich würde mir wünschen, dass Horngacher als Trainer in Polen arbeitet", sagte die polnische Skisprung-Ikone dem Portal "Interia".
Fortuna sprach sich im Zuge dessen gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Amtsinhaber Maciej Maciusiak aus. "Meiner Meinung nach bieten die Medaillen bei den Olympischen Spielen Maciej Maciusiak keinen wirklichen Schutz. Wir alle wissen, wie die Leistungen der polnischen Skispringer während des Weltcups aussahen", sagte der 73-Jährige, der 1972 in Sapporo Olympia-Gold von der Großschanze gewann.
In Polens Nationalteam sieht Fortuna vor allem ein großes Problem. "Wenn ich das Ganze von außen betrachte, habe ich den Eindruck, dass es unter den Skispringern keine Autoritätsfigur gibt", erklärte er.
"Skispringer brauchen einen Trainer mit großer Autorität"
Die Olympia-Erfolge von Super-Talent Kacper Tomasiak und Co. seien vor allem Maciusiaks Assistenten Wojciech Topor und Robert Mateja zu verdanken, so Fortuna.
"Skispringer brauchen einen Trainer mit großer Autorität, weshalb ich dafür bin, dass Horngacher wieder mit der Nationalmannschaft arbeitet", betonte er.
Bislang ist Horngacher, der die Polen bereits von 2016 bis als Chefcoach betreute, nach allem was bekannt ist allerdings nur ein Kandidat für die Rolle des Sportdirektors. Seine Einstellung aber wackelt.
Skispringen: Adam Malysz als Verbandschef vor dem Aus?
Apropos Malysz: Der viermalige Gesamtweltcup- und Vierschanzentourneesieger von 2000/2001 wird bei der Wahl von seinem Vorgänger Apoloniusz Tajner herausgefordert.
Seine Kandidatur goutiert Fortuna. "Das ist eine gute Entscheidung", sagte die Skisprung-Legende. Tajner habe "ein gutes Händchen für Trainer", lobte Fortuna. "Unter seiner Führung funktionierte der Verband reibungslos. Vor allem aber zählten die Ergebnisse."
Seit der Ankündigung Tajners, sich zur Wahl zu stellen, schaue er "zuversichtlich in die Zukunft unseres Skispringens", sagte Fortuna weiter.
