Das auf Biathlon-Equipment spezialisierte französische Unternehmen Kiwi Precision plant die Markteinführung einer neuen Art von Schießscheibe.
"Eine europäische Richtlinie schreibt vor, dass alle auf einem Freiluftschießstand abgefeuerten Geschosse, sei es im Biathlon oder für andere Sportarten, zu über 90 Prozent aufgefangen werden müssen", erklärt David Thievent, geschäftsführender Gesellschafter von Kiwi Precision, gegenüber "Nordic Magazine". "Das bedeutet, dass alle künftigen Zielscheiben durchlässig sein müssen und mehr als 90 Prozent der Geschosse absorbieren können müssen."
Genau diese Anforderungen soll die neue Scheibe erfüllen, für die das Unternehmen bereits einen Innovationspreis der Region Auvergne-Rhône-Alpes gewann.
"Alles, was das Ziel trifft, dringt in das Polymer ein. Die Kugel wird erkannt, und die Klappe fällt herunter. Trifft die Kugel neben dem Ziel, dringt sie ebenfalls durch und wird erkannt", schilderte Thievent. "Wenn die Kugel durchdringt, fliegt sie weiter und wird dann von einem Polymer absorbiert, das die einzigartige Eigenschaft besitzt, die Kugel abzubremsen und ihre Energie zu speichern, um das Einschussloch selbstständig zu verschließen. Anschließend bergen wir die Geschossfragmente dahinter aus dem körnigen Material. Sie sind intakt, ohne Splitter oder Staub. Diese Geschosse können wir dann dem Recycling zuführen, ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft."
Biathlon: Neue Scheibe schon bei Olympia 2030 im Einsatz?
Die Scheiben-Revolution soll laut Kiwi Precision bereits zeitnah in der Biathlon-Szene ankommen. "Unser Ziel ist es, dass bei den Olympischen Spielen 2030 auf diese Zielscheibe der neuen Generation geschossen wird", sagte Thievent.
Die neue Scheibe soll zudem für die Athletinnen und Athleten wichtige Daten sammeln.
"Es geht darum, die technischen Anforderungen eines Biathlon-Schießstandes zu verstehen", sagte der langjährige französische Schießtrainer Jean-Pierre Amat, der für Kiwi Precision arbeitet. "Man kann wirklich sehen, was der Schütze macht und bekommt direktes Feedback. Man kann sich auf die Ausführung konzentrieren und nicht auf das Ergebnis."
Amat führte aus: "Für jeden einzelnen Sportler werden wir Daten darüber haben, was er sowohl im Training als auch im Wettkampf leistet. Wir können ihn während seiner gesamten Karriere begleiten, wodurch wir mögliche Schwachstellen erkennen und leichter beheben können."
