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Vor Mainz: Nouri zum Siegen verdammt

Werder-Trainer Alexander Nouri steht gegen Mainz unter Druck
Werder-Trainer Alexander Nouri steht gegen Mainz unter Druck
Foto: © getty, Joern Pollex
16. Februar 2017, 14:13

Vier Spiele in 2017, null Punkte - Im Falle der fünften Niederlage in Serie am Samstag bei Mainz 05 könnte Cheftrainer Alexander Nouri bei Werder Bremen Geschichte sein.

Gegen die Rheinhessen begann die Bundesliga-Karriere des Deutsch-Iraners bei Werder Bremen, gegen denselben Gegner könnte sie nach 18 Begegnungen auch schon wieder zu Ende gehen. Geht der Bundesliga-16. wie bereits in der Vorrunde (1:2) mit einer Pleite vom Platz, dürfte sich der 37-Jährige nach einem neuen Job umschauen müssen. Längst geistert der Name von Bruno Labbadia als Nachfolger durch die Hansestadt.

Theoretisch weiß Nouri, wie sein Team nach vier Niederlagen in Serie den beängstigenden Abwärtstrend stoppen kann: "Offensiv-Chancen konsequenter nutzen und im Defensivbereich die richtigen Entscheidungen treffen." Um noch näher zusammenzurücken, reist der Werder-Tross bereits am Donnerstag zum Auswärtsspiel in die Karnevalshochburg.

Es gehe ja nicht um ihn, sondern um den Verein, betont der Fußball-Lehrer regelmäßig, dennoch belaste ihn natürlich die aktuelle Misere. "Das nagt an einem, da ist man ein Stück weit frustriert", sagte Nouri zwei Tage vor dem Anpfiff am Samstag.

Nouri warnt vor großen Erwartungen

Er erwarte von seinen Spielern nicht, "dass sie mir irgendetwas zurückzahlen", auch keine Perfektion: "Wer die erleben will, muss in den chinesischen Staatszirkus gehen. Wir sind alles Menschen, keine Roboter." Manager Frank Baumann hofft, endlich bessere Ergebnisse sehen, "auch weil wir nicht weit weg von Erfolgserlebnissen sind."

Nouri hat indes mehrere personelle Baustellen eröffnet, die in Bremen heiß diskutiert werden. So sitzt Werders dienstältester Profi, Kapitän und Ex-Nationalspieler Clemens Fritz, seit zwei Wochen nur noch auf der Bank. Und auch das Wechselspiel zwischen den Torhütern Felix Wiedwald und Jaroslav Drobný versteht nicht jeder an der Weser.

Fritz will indes auch als Reservist alles dafür tun, den Klassenerhalt doch noch zu realisieren. "Es ist unsere Schuld, dass wir wieder in dieser Situation sind. Jetzt muss ein Signal aus der Mannschaft kommen", forderte der 36-Jährige, der vor einem Jahr mitten im Abstiegskampf seinen Vertrag überraschend noch einmal um ein Jahr verlängert hatte.

Werder-Legenden gegen Nouri

Dass er seine Profikarriere möglicherweise mit einem Abstieg beenden muss, kann Fritz nicht vollständig ausblenden: "Wenn du viermal in Folge verlierst, sind Gedanken an die 2. Bundesliga völlig normal. Ich habe gehofft, dass es nicht wieder so eine bedrohliche Situation wird. Dem ist nun aber so."

Geht es nach den Werder-Heroen vergangener Tage, sollte die Chefetage nicht zögern, nach dessen Vorgänger Viktor Skripnik nun auch Nouri den Laufpass zu geben. "Im Fußball zählen Punkte und keine Erklärungen", monierte Ex-Keeper Tim Wiese, und auch Bremens Rekordspieler Dieter Burdenski zeigt sich skeptisch: "Nouri muss sich hinterfragen und kennt die Automatismen, die greifen, wenn man nicht punktet."

Der langjährige Außenverteidiger Uli Borowka hat sogar seinen persönlichen Favoriten als Nachfolger gefunden: "Ein 'Feuerwehrmann' wie Peter Neururer kennt sich in schwierigen Situationen aus und weiß, wie es geht." Allerdings: Der letzte Trainerjob des fast 62-Jährigen liegt mehr als zwei Jahre zurück.

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