Die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, Manuel Neuer vom FC Bayern für die WM in Kanada, den USA und Mexiko zum DFB-Comeback zu verhelfen, erregt immer noch die Gemüter. Ex-Nationalkeeper Uli Stein äußert Kritik.
Neuer sei "nicht irgendwer, sondern als Typ mit seiner Erfahrung und Aura jemand, der intern und nach außen in der langen Zeit des Zusammenseins in kritischen Phasen des Turniers positiv auf Prozesse einwirken kann. Im Tor sehe ich diese Strahlkraft und Extraklasse schon länger nicht mehr, was ich einem 40-jährigen Leistungssportler, der zudem aufgrund von Verletzungen zuletzt immer weniger in den Rhythmus fand, nicht vorwerfe", schrieb Stein in einer "kicker"-Kolumne.
"Objektiv" sei Neuers Auftritt bei der Winter-WM 2022 in Katar schon "nicht mehr top gewesen", auch die Leistungen bei der Heim-WM zwei Jahre später nicht, analysierte der 71-Jährige.
"In den zwei Jahren seither gab es kaum Highlightspiele, das Champions-League-Viertelfinale in Madrid einmal ausgenommen. Stattdessen viele unglückliche Aktionen und Gegentore, fehlende Dynamik und Explosivität, etwas kaschiert vielleicht durch seine stets ruhige Körpersprache", ergänzte Stein. "Sportlich - und im Grunde auch medizinisch - ist diese Rückkehr insgesamt nicht nachvollziehbar. Ich sehe darin leider null Sinn."
WM-Erfolg mit Manuel Neuer? Uli Stein fehlt "der Glaube"
Stein ergänzte mit Blick auf die Endrunde in Nordamerika: "Sollte alles gut gehen und das Abschneiden der Nationalmannschaft den vorab entstandenen Wirbel ein Stück weit rechtfertigen, wäre ich der letzte, der nicht sagt: Ich habe mich seinerzeit geirrt. Heute fehlt mir aber der Glaube, dass es so kommt."

Oliver Baumann, der ins zweite Glied rücken muss, sollte Neuer trotz seiner Wadenblessur für die WM fit sein, habe beim 4:0 gegen Finnland mangels Beschäftigung nicht beweisen können, ob er "sportlich weiter zuverlässig seinen Mann steht".
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Stein erklärte: "Trotz des Vertrauensentzugs womöglich bei der WM ranzumüssen, wenn es bei Neuer doch nicht reicht, bleibt mental eine beträchtliche Bürde für ihn und die anderen mitreisenden Torhüter."
Er selbst hätte zu seiner aktiven Zeit "kein Verständnis" für die aktuelle Kommunikation rund um die Torwart-Frage im DFB-Team aufgebracht, betonte Stein, und wäre "nicht mitgeflogen".












