Die polnischen Skispringer blicken auf einen Winter zurück, der einer wahren Achterbahnfahrt glich. Im Gesamtweltcup konnte lediglich Senkrechtstarter Kacper Tomasiak als 23. Spuren hinterlassen, bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo räumten die Polen, angeführt von Tomasiak, dann jedoch zwei Silber- und eine Bronzemedaille ab. Nun hat sich der verantwortliche Trainer Maciej Maciusiak zum zurückliegenden Winter geäußert und dabei auch mit einer Warnung aufhorchen lassen.
"Ob man es glaubt oder nicht, diese Saison war ein echter Kampf für uns. Ich wusste aber, dass wir, egal wie schlecht die Weltcup-Saison verlaufen würde, bestens vorbereitet zu den Olympischen Spielen fahren würden. Wir haben viel Geduld bewiesen und wurden dafür mit drei Medaillen belohnt. Und was die Rückschläge vor und nach den Olympischen Spielen angeht, haben wir viel gelernt. Niederlagen motivieren uns, härter zu arbeiten, denn wir wollen das nicht noch einmal erleben", fasst der polnische Skisprung-Coach Maciej Maciusiak den zurückliegenden Winter mit all seinen Höhen und Tiefen im Gespräch mit "Interia" zusammen.
Einen Hauptgrund dafür, dass die Polen immer mal wieder aufhorchen ließen, ihre Leistungen aber nicht über längere Zeiträume bestätigen konnten, sieht Maciusiak im Verhalten der Konkurrenz, die seiner Ansicht nach die Regeln zu häufig bis ans Limit ausreizt.
"Die Regeln, die Ausrüstung, die Technik – all das ändert sich, und zwar sehr schnell", führt Maciusiak an, warum die polnischen Altstars Kamil Stoch und Dawid Kubacki im Sommer zwar zeitweise zu den Besten zählten, innerhalb kürzester Zeit dann aber wieder den Anschluss verloren.
"Wenn jemand anderes es übertreibt, werden wir dafür bestraft"
Es gebe einen Punkt, so Maciusiak, den er in diesem Zusammenhang ansprechen müsse: "Wir müssen uns an die geltenden Regeln halten, aber wenn jemand anderes es übertreibt und sich dadurch einen Vorteil verschafft, werden wir dafür bestraft."
Was der Coach meint: Hat man einen Weg gefunden, mit den aktuellen Vorgaben zurechtzukommen, überreizt eine andere Nation die existierenden Grenzen und die FIS würde mit erneuten Anpassungen reagieren, die den Ist-Zustand wieder auf den Kopf stellen.
"Wer sich mit Skispringen auskennt und den Weltcup regelmäßig verfolgt, der weiß es. Man muss nicht einmal ein großer Experte sein, um das zu erkennen. Ich würde es so zusammenfassen: Wir brauchen bessere Kontrollen, anstatt immer neue Regeln zu erfinden", fordert Maciusiak daher.
Auf Nachfrage, warum man das Spielchen in Polen nicht selbst mimache, warnte Maciusiak vor womöglich extremen Folgen.
"Wenn alle anfangen, gleich zu denken, wird dieser Sport aussterben. Wir haben uns den Spielregeln angepasst. Wir bewegen uns am Rande, aber immer noch innerhalb der Regeln. Und ich würde es vorziehen, wenn andere unserem Beispiel folgen, anstatt dass wir uns allen anpassen müssen", so Maciusiak.
