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Ajax-Desaster wirft Fragen auf

Mislintat vor BVB-Rückkehr: Heilsbringer oder Brandherd?

Sven Mislintat soll vor einer Rückkehr zum BVB stehen
Sven Mislintat soll vor einer Rückkehr zum BVB stehen
Foto: © IMAGO/Ajax Amsterdam v Heracles Almelo
28. März 2024, 17:56
sport.de
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Als Spielanalyst (1998 bis 2006), Scout, bzw. Chefscout (2006 bis Ende 2016) sowie Direktor Profifußball (Januar bis Ende November 2017) hat sich Sven Mislintat in Reihen von Borussia Dortmund einen mehr als guten Namen gemacht. Derzeit soll eine Rückkehr des 51-Jährigen in den Geschäftsräumen des BVB heiß diskutiert werden. Aber passt Mislintat überhaupt noch zu seiner alten Liebe? Die Geschehnisse seit seinem Abschied aus Dortmund werfen zumindest Fragen auf.

Ein Comeback von Sven Mislintat beim BVB ist offenbar längst kein loses Gedankenspiel mehr. Den für gewöhnlich gut informierten "Ruhr Nachrichten" zufolge "verdichten sich die Anzeichen, dass Mislintat in den Schoß" der Schwarz-Gelben zurückkehren wird.

Demnach plant man an der Strobelallee, die Kaderplanung nach dem Rückzug von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hauptverantwortlich in die Hände des gebürtigen Kameners zu legen. Konkret soll Mislintat als Sportdirektor agieren. 

Watzke hat seinen Abschied für den Herbst 2025 angekündigt, jedoch erklärt, die sportliche Gesamtverantwortung bereits nach der laufenden Saison abzugeben.

Brisant in diese Zusammenhang: Dass der aktuelle BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl, der als Nachfolge-Option für Watzke gilt, im Falle einer Mislintat-Rückkehr automatisch zum Geschäftsführer Sport aufsteigt, ist der Zeitung zufolge nicht in Stein gemeißelt. Auch, da man Reibungen zwischen den beiden starken Persönlichkeiten Mislintat und Kehl fürchten soll.

Die "WAZ" brachte daher unlängst ein Szenario ins Spiel, in dem der mögliche Rückkehrer "keine Führungsrolle" erhalten, sondern eher als Berater aus dem Hintergrund agieren soll.

Beim BVB und VfB Stuttgart einst das "Diamantenauge"

Antrieb für die vermeintlichen Bestrebungen des BVB, Mislintat wieder in den eigenen Reihen zu installieren, dürften ohne Frage dessen herausragende Fähigkeiten beim Aufspüren neuer Talente sein. Unter anderem fallen in seine Zeit beim BVB Transfercoups wie Shinji Kagawa, Jadon Sancho, Pierre-Emerick Aubameyang oder Ousmane Dembélé, die den Dortmundern zu Erfolgen und vor allem großen finanziellen Gewinnen verhalfen.

Betrachtet man die Deals, die Mislintat während seiner Zeit als Sportdirektor beim VfB Stuttgart (April 2019 bis Ende November 2022) einfädelte, kann man ihn zudem durchaus auch als Vater des Erfolgs des derzeitigen Bundesliga-Überraschungsteams bezeichnen.

Unbestritten ist inzwischen allerdings auch, dass sich der Umgang mit "Diamantenauge" Mislintat als Herausforderung erweisen kann. Die Zeit im Ländle endete nach Unstimmigkeiten mit Klubchef Alexander Wehrle abrupt. Das im Mai 2023 folgende Engagement als Technischer Direktor bei Ajax Amsterdam (ab Mai 2023) darf getrost als Desaster bezeichnet werden.

Mislintat ein "meisterhafter Betrüger"?

Nach dem Fehlstart des niederländischen Traditionsklubs warfen bekannte Medienvertreter Mislintat schnell vor, "völlig eigenmächtig" ebenso überteuerte wie zweifelhaft begabte Spieler verpflichtet zu haben. Die Auswahl der zwölf von ihm geholten Akteure sei "sehr merkwürdig", kritisierte zum Beispiel der niederländische Journalist Arno Vermeulen bei "Studio Voetbal". 

"Er holt einen Linksverteidiger nach dem anderen, aber er kauft keinen Spieler, der auf der rechten Seite im Angriff spielen kann", wetterte der Niederländer. "Wenn man sich die Ablösesummen ansieht, hat man das Gefühl, dass Mislintat jedes Mal das Doppelte von dem bezahlt, was er hätte zahlen sollen."

Sehr merkwürdig, auch das ist wohl unbestritten, ist auch Mislintats Rolle beim Transfer von Außenverteidiger Borna Sosa vom VfB nach Amsterdam. Nachdem der Deal im Sommer 2023 über die Bühne ging, kam ans Licht, dass Mislintat vom selbst verhandelten Geschäft persönlich profitiert hat.

Die Spielerberateragentur AKA, die für Abwicklung des Transfers beauftragt wurde, besitzt nämlich auch 3,16 Prozent der Anteile an Mislintats eigenem Daten-Analyse-Unternehmen Matchmetrics GmbH. Mislintat soll seine Bosse in Amsterdam zwar früh über seine Firma, in deren Tagesgeschäft er nicht mitwirkt, informiert haben, über die Umstände des Sosa-Wechsels wusste man bei Ajax jedoch nichts. Nach knapp vier Monaten zogen die Niederländer letztlich die Reißleine.

Der nachfolgende Geschäftsführer Alex Kroes bezeichnete Mislintat in dem Buch "Ajax in der Krise" wenig später als "meisterhaften Betrüger" und "charmanten Schwindler", der bei einigen Deals bewusst zu viel Vereinskohle in den Ring geworfen hat. Vorwürfe, zu denen Mislintat gegenüber der "Sport Bild" keine Stellung beziehen wollte ("Das ist nicht meine Art").

Mislintat schließt Rückkehr nicht aus - Watzke gilt als Fürsprecher

Eine Rückkehr zum BVB würde seiner Art hingegen durchaus entsprechen, das bestätigte Mislintat im Januar bei "Sky". Zwar sei das "im Moment kein Thema", eine "erneute Tätigkeit" wolle er jedoch nicht ausschließen.

Ob der BVB für Mislintat rund zwei Monate nach dieser Aussage inzwischen ein Thema ist, ist nicht bekannt, die Berichte legen es allerdings nah. Für einen Neustart in Dortmund spricht zudem einiges: Die einst hochgelobten Transfertätigkeiten des BVB haben unter Kehl zuletzt eindeutig gekränkelt.

Als größtes Pfund dürfte sich für Mislintat allerdings Watzke erweisen. Das BVB-Urgestein, das die Übergabe seines amtlichen Staffelstabes weitestgehend autark organisieren soll, gilt als großer Fürsprecher des 51-Jährigen. Über seinen einstigen Abschied in Richtung FC Arsenal sagte Watzke 2017: "Der Abgang von Sven Mislintat tut weh. Es war mein persönlicher Fehler, es zugelassen zu haben, dass Sven anderthalb Jahre so behandelt worden ist. Dazu stehe ich." Zuvor hatte Ex-Trainer Thomas Tuchel die Befugnisse des damaligen Scouts nach einem Zerwürfnis radikal beschnitten. 

Eine Episode, die allerdings auch noch einmal untermauert, dass Mislintat bei anderen meinungsstarken Charakteren nicht selten aneckt. Kurz: Sven Mislintat würde dem BVB wohl künftig gut zu Gesicht stehen, eine Light-Variante wird und darf es aber nicht geben.

Marc Affeldt

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