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Babelsberg-Zoff könnte zum Rechtsstreit werden

Der SV Babelsberg weigert sich, eine Geldstrafe zu bezahlen
Der SV Babelsberg weigert sich, eine Geldstrafe zu bezahlen
Foto: © getty, Getty Images
05. Februar 2018, 14:12

Im Streit um ausstehende Strafzahlungen muss der SV Babelsberg keinen Zwangsabstieg fürchten. Trotzdem ist im Zwist mit dem Nordostdeutschen Fußballverband noch kein Ende in Sicht.

Wie eine gute Seifenoper liefert das Film-Mekka Babelsberg beinahe täglich neues Futter für das gierige Publikum. Politische Fronten, knallharte Wortgefechte und natürlich der Zwist um das liebe Geld - der Streit zwischen Regionalligist SV Babelsberg und dem Nordostdeutschen Fußball-Verband sorgt allerdings auch seit geraumer Zeit für Schlagzeilen. Der Name der neuesten Episode: Spielsperre statt Zwangsabstieg.

"Wenn das Verbandsgericht zu dieser Entscheidung kommt, könnte der Verein wegen Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen bis zur Erfüllung gesperrt werden", sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs. Zuvor hatte Babelsberg eine für Freitag angesetzte Frist zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verstreichen lassen.

Laut Fuchs war das Geld am Montag noch nicht eingegangen, nach weiterer Prüfung werde nun wohl eine Antragstellung beim Verbandsgericht des NOFV folgen. Jenes würde voraussichtlich ein Verfahren eröffnen, an dessen Ende die Spielsperre stehen könnte. In den vergangenen Tagen war gar von einem etwaigen Zwangsabstieg berichtet worden. Die Möglichkeit einer solchen Strafe bestritt Fuchs jedoch.

Babelsberg widersetzte sich Strafzahlungen

Doch was war überhaupt passiert? Die Geldstrafe hatte Babelsberg wegen Pyrowürfen und eines Platzsturms im Spiel der Vorsaison gegen Energie Cottbus am 28. April 2017 kassiert. Nach zwei Mahnungen hatte sich der Verein bewusst der Zahlung widersetzt.

Babelsberg stört sich vor allem daran, dass in der ursprünglichen Urteilsbegründung aufgeführt wurde, dass ein Babelsberger Fan als Reaktion auf rassistische und antisemitische Schmähungen einiger Cottbuser "Nazischweine raus" gerufen habe.

Dass der NOFV die Potsdamer am vergangenen Donnerstag wegen Ausschreitungen in einem anderen Spiel ebenfalls verurteilte, deutete SV-Vorstandschef Archibald Horlitz als zusätzliche Provokation. Insgesamt halte es Horlitz für möglich, dass bewusst gegen den Verein Politik betrieben wird.

"Wenn man sich mal anguckt, woher die ganzen Granden kommen, das sind alles alte DDR-Kader. Die erwarten natürlich bedingungslosen Gehorsam und Akzeptanz", sagte Horlitz. "Dass ein Verein sich mal auf die Hinterbeine stellt und sich wehrt, ist für die nicht der Normalfall", erklärte er weiter. Der Umgang mit seinem Verein sei ferner entweder "dilettantisch oder bewusst gewählt".

Kritik an mangelnder Kommunikationsbereitschaft

Derartige Vorwürfe sorgen bei Fuchs für Empörung. "Es ist weder das eine noch das andere. Sondern es ist die Umsetzung unserer Satzung und Ordnungen. 'Bewusst' muss ich als bösartige Unterstellung zurückweisen." Der Verband sei darüber hinaus dazu angehalten, alle Vereine gleich zu behandeln.

Horlitz kritisierte indessen die angeblich mangelhafte Kommunikationsbereitschaft des Verbandes. "Das einzige Angebot, dass es vom NOFV gab, war, sich zusammenzusetzen, wenn wir vorher das Urteil akzeptieren. Das ist ja der Witz der Geschichte. Was soll ich da machen? Kaffee trinken mit den Jungs?", sagte Horlitz.

Fuchs bestreitet dies. Der Verband würde "nie von einem Verein verlangen, dass er eine Strafe annimmt, damit ein Gespräch stattfinden kann". Stattdessen habe zuvor die Rechtskraft der Entscheidung stehen müssen. Gleichzeitig bemängelte Fuchs die Engstirnigkeit Horlitz'.

"Herr Horlitz hat mehrfach behauptet, dass ein Gespräch nur sinnvoll ist, wenn es zu einer Aufhebung dieser Entscheidung kommt", sagte Fuchs. "Bei rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren besteht keine Möglichkeit, verbandsseitlich eine Entscheidung aufzuheben." Nun geht der Zoff wohl vor Gericht weiter. Fortsetzung folgt.

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