Während sich Polens goldene Skisprung-Generation um Kamil Stoch, Dawid Kubacki und Piotr Zyla nach und nach in den Ruhestand verabschiedet, ist Kacper Tomasiak die große Zukunftshoffnung der so stolzen Skisprung-Nation. Schon jetzt sehen einige Experten im 19-Jährigen den nächsten Stoch oder den nächsten Adam Malysz. Im Lager des Youngsters will man davon allerdings so gar nichts wissen.
Quasi aus dem Nichts avancierte Kacper Tomasiak bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo zum großen Hoffnungsträger des polnischen Skispringens. Der Youngster gewann Silber von der Normalschanze und im Super-Team sowie Bronze von der Großschanze und verlieh einer polnischen Katastrophensaison dadurch einen erträglichen Anstrich.
Von den Erfolgen des dreifachen Olympiasiegers Kamil Stoch oder des vierfachen Gesamtweltcupsiegers Adam Malysz ist Tomasiak noch ein gutes Stück entfernt, verglichen wird er mit den Legenden allerdings bereits. Sehr zum Unmut seines Vaters.
"Ich sage nur so viel: Kamil [Stoch, d.Red.] selbst hat Kacper und anderen jungen Spielern gesagt, dass jeder seine eigene Geschichte schreibt. Es gibt keinen zweiten Stoch oder Malysz. Und wenn man Kacper nach seinen Idolen fragt, gibt es kein einziges", erstickt Wojciech Tomasiak, der seinen Sohn vertritt, jegliche Vergleiche mit den Ikonen im Interview mit "Interia" im Keim.
Erfolge bei Olympia? "Es war einfach zu viel"
Sein Sohn lerne "von jedem etwas. Er achtet nicht auf Namen, sondern darauf, was ihm persönlich liegt. Meiner Meinung nach hat jeder Springer seine eigene, einzigartige Technik. Jeder ist anders".
Außerdem äußerte sich Wojciech Tomasiak dazu, warum sein Sohn nach den Olympischen Spielen im Weltcup nicht an die Topleistungen anknüpfen konnte.
"Ich denke, er hat die ganze Saison über konstant gute Leistungen gezeigt, seine beste Form erreichte er bei den Olympischen Spielen. Natürlich haben alle seine Ergebnisse mit denen von Olympia verglichen und sich mehr erhofft, aber sie haben dabei etwas vergessen, dass dies Kacpers erste Saison war und die Olympischen Spiele nicht nur ein großer Erfolg für ihn, sondern auch ein Großereignis waren", eröffnet Wojciech Tomasiak und ergänzt: "In kurzer Zeit ist viel passiert, und es kamen neue Verantwortlichkeiten hinzu. Es war einfach zu viel."
Im nächsten Winter werde der polnische Youngster allerdings "erholt und mit klarem Kopf " an den Start gehen.
