Nach dem Aus des FC Bayern im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain hat der langjährige Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge scharfe Kritik an den Handspiel-Regeln geübt - und gleichzeitig grundlegende Veränderungen beim VAR angeregt.
"Unser Spiel gegen PSG hat wieder einmal gezeigt, wie groß und dringlich der Reformbedarf dieser Handspielregel ist", sagte Rummenigge im "kicker". "Sie muss unbedingt wieder vereinfacht werden. Ich habe noch nie in einem Stadion derartige Diskussionen rund um ein Handspiel erlebt wie letzten Mittwoch. Es mag regelkonform gewesen sein, wie der Schiedsrichter entschieden hat, aber dann muss man schlussfolgern: Beim Handspiel haben die internationalen Regelhüter viel zu viele Ausnahmen geschaffen."
Der heutige Aufsichtsrat des FC Bayern ergänzte: "Der Graubereich ist mittlerweile zu groß, die Regeln sind zu schwammig, das ergibt einen zu großen Interpretationsspielraum. Eine Vereinfachung wäre im Sinne des Fußballs zwingend notwendig."
Aus seiner Sicht liege ein Handspiel vor, so Rummenigge, "wenn Absicht dahintersteckt oder wenn jemand seine Körperfläche völlig unnatürlich zu seinem Vorteil beziehungsweise zum Nachteil des Gegners vergrößert. Ganz einfach."
Er führte aus: "Zu meiner Zeit gab es bei Handspiel Schwarz und Weiß - heute gibt es fast nur noch Grau. Diese Regel gehört zurück in den Schwarz-Weiß-Bereich. Sie sollte dringend reformiert werden, am besten noch vor der Weltmeisterschaft. Sonst wird es auch dort eine Flut von fragwürdigen Hand-Entscheidungen geben, die am Ende mit darüber entscheiden, wer Weltmeister wird. Und sie diskreditiert ein Stück weit den VAR, der eigentlich gut ist."
FC Bayern: Rummenigge fordert mehr Macht für den VAR
Diesem würde Rummenigge mehr Macht einräumen. "In den meisten Fällen greift der VAR ja nicht unbegründet ein", sagte der 70-Jährige. "Das bedeutet ja, dass etwas übersehen wurde oder vorgefallen ist, das in Echtzeit auf dem Platz unterging. (...) Also sollte im Keller auch die finale Entscheidung getroffen werden, dort arbeiten alles qualifizierte Menschen."
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Das würde auch den Schiedsrichter aus der Diskussion nehmen, mein Rummenigge. "Uns wird oftmals ein überflüssiges Schauspiel geliefert, das nur Zeit kostet und einen Mann in die Verantwortung bringt, der nicht mehr exklusiv verantwortlich ist, weil im Keller die Entscheidung längst gefallen ist."
Rummenigge sprach sich klar gegen eine Abschaffung des VAR aus, welche nicht nur in den Fan-Szenen immer wieder diskutiert wird. "Ich habe leider in meiner Karriere als Spieler und im Management viel zu viele Fehlentscheidungen erlebt. Ich war immer ein großer Befürworter der Technik", betonte der Vize-Weltmeister von 1982 und 1986. Der VAR mache den Fußball seriöser und fairer.
































