Nach der Champion-League-Qualifikation im vergangenen Jahr herrscht bei Eintracht Frankfurt in dieser Saison Europa-Tristesse. Sportvorstand Markus Krösche zog ein vorläufiges Saisonfazit - und fand kritische Worte.
"Wenn ihr mich jetzt fragt, ob ich zufrieden bin mit der Saison, dann sage ich: Nein. Wir hatten vor der Saison andere Erwartungen", machte Markus Krösche am Sonntag in der Talksendung "Doppelpass" auf "Sport1" keinen Hehl daraus, dass man am Main über Tabellenplatz sieben äußerst enttäuscht ist.
Im Vergleich zu den Jahren davor hatte es im Frankfurter Kader im Sommer nur punktuell Veränderungen gegeben, betonte der Erfolgsmanager. An die Leistungen der Vorsaison konnte die Mannschaft aber trotzdem nicht anknüpfen. "Man muss sagen: Die Entwicklung einzelner Spieler haben wir uns natürlich anders erhofft", legte er den Finger in die Wunde.
Im vergangenen Jahr habe sich das Team noch deutlich "stabiler" präsentiert, hier hätten nun vor allem die "erfahrenen Spieler" nicht ausreichend performt. "Dann kommt der Fluch der guten Tat hinzu: In den letzten Jahren sind immer wieder Spieler zu Top-Klubs gewechselt, da denkt natürlich jeder junge Spieler, dass er der nächste ist, der diesen Schritt geht."

Champions League für Eintracht Frankfurt "eine Nummer zu groß"
Letztlich habe auch die gesteigerte Erwartungshaltung am Main und die Mehrfachbelastung in der Königsklasse dazu geführt, dass die Saison nicht optimal verlaufen sei: "Die Champions League, das muss man so sagen, war eine Nummer zu groß. Wir waren einfach noch nicht so weit, und mit der Auslosung sowieso nicht."
Trainer Albert Riera stellte der Sportvorstand unterdessen ein differenziertes Zeugnis ausgestellt. Auf der einen Seite verteidigte Krösche den Spanier gegen Kritik wegen seiner teilweise wunderlichen Aussagen und Auftritte, auf der anderen Seite attestierte der Sportchef der Mannschaft unter Riera eine fehlende Entwicklung.
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"Er ist ein Typ, der auch mal polarisiert. Das kannst du gut oder schlecht finden, aber er ist authentisch", sagte Krösche am Tag nach der 1:3-Niederlage gegen RB Leipzig: "Die ein oder andere Aussage war vielleicht nicht unbedingt glücklich, aber das kann man ihm nicht vorwerfen."
Riera hatte am 1. Februar in Frankfurt als Nachfolger von Dino Toppmöller übernommen. Wie unter Toppmöller rangieren die Hessen auf dem siebten Platz, der Punktschnitt des neuen Trainers ist exakt derselbe wie der Toppmöllers.
"Wir sind nicht zufrieden mit der Art und Weise, wie wir offensiv spielen. Wir sind zu statisch, zu langsam im Spielaufbau", kritisierte Krösche: "Trotz des Trainerwechsels setzen wir gewisse Dinge nicht um auf dem Platz. Wir haben keine Stabilität als Mannschaft generell."






























