Vor dem Start der Handball-EM in Ungarn und der Slowakei sorgt das Coronavirus ohnehin schon für Sorgenfalten bei Spielern und Verantwortlichen. Nun kommt zudem ans Licht, dass sich das Teamhotel der französischen Nationalmannschaft nicht an die Hygieneauflagen hält.
"Wir waren fassungslos, um nicht zu sagen schockiert über die Bedingungen, die wir vorgefunden haben", sagte Frankreichs Superstar Nikola Karabatic auf einer Pressekonferenz und ergänzte: "Wir haben strenge Protokolle befolgt, um uns nicht zu infizieren, und hier im Hotel sind viele nicht maskierte Gäste. Wir essen an den gleichen Orten wie andere Hotelgäste."
Um kein Risiko einzugehen, befanden sich die Franzosen fast zwei Wochen vor der Abreise nach Szeged in einer Blase. Ganz vermeiden konnte man eine Infektion innerhalb des Teams aber nicht. Vor dem Testspiel gegen Deutschland am vergangenen Sonntag, das die DHB-Auswahl knapp mit 35:34 gewann, wurde Kapitän Valentin Porte positiv getestet.
Auch Torwart Vincent Gérard beschwerte sich über die nicht eingehaltenen Corona-Regeln. "Wenn wir dort ankommen und sehen, wie Leute in Badeanzügen ohne Masken oder ähnliches in den Hotelpool gehen, ist das ein Schock."
Etliche Profis haben sich schon vor Turnierbeginn mit dem Coronavirus infiziert, knapp die Hälfte aller 24 Mannschaften hatte während der Vorbereitung Coronafälle zu beklagen. So werden große Namen wie die kroatischen Vize-Europameister Domagoj Duvnjak (THW Kiel) und Luka Cindric (FC Barcelona) coronabedingt fehlen, wenn es am Donnerstagabend (20:30 Uhr/Eurosport) zum Handball-Klassiker gegen Olympiasieger Frankreich kommt.
DHB: Bedenken bei den Spielen in Ungarn
Während die Zuschauerkapazität im deutschen Vorrundenspielort Bratislava von den slowakischen Behörden auf 25 Prozent Hallenauslastung gedeckelt wurde, gibt es beim Co-Ausrichter in Ungarn keinerlei Beschränkungen.
Mehr als 20.000 Fans sind zugelassen, wenn der Gastgeber am Donnerstag im nagelneuen MVM Dome in Budapest ins Turnier einsteigt. "Ich bin aktuell froh, dass wir die Vorrunde nicht in Ungarn spielen", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer vor der Abreise zum Saisonhöhepunkt.
Für das deutsche Team, das alle seine Vor- und Hauptrundenspiele in Bratislava absolviert, würde es erst in einem möglichen Halbfinale nach Budapest gehen.
Deutsche Handballer bekommen Einzelzimmer
Unterdessen sind die deutschen Handballer am Mittwoch in ihrem EM-Vorrundenspielort Bratislava angekommen. Nach der Landung auf dem Flughafen der slowakischen Hauptstadt fuhr die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason mit dem Bus zu ihrem Hotel in der Innenstadt. Unmittelbar nach der Ankunft mussten die Spieler einen PCR-Test absolvieren.
"Dann werden wir die Zimmer beziehen. Wir haben auch in diesem Fall für jeden Spieler ein Einzelzimmer organisiert, was sicherlich nochmal ein Riesenaufwand war für uns, weil das Hotel ja relativ voll war und das nicht vorgesehen war", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer vor dem Hotel.
Für den Abend steht eine erste Trainingseinheit auf dem Programm. Erster Gegner der DHB-Auswahl ist am 14. Januar (18:00 Uhr/ARD) Belarus. Zudem trifft das deutsche Team in der Vorrunde auf Österreich und Polen. Die zwei besten Mannschaften der Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein.








