Ausgerechnet in der heißen Schlussphase der Handball-Bundesliga steckt der THW Kiel inmitten einer handfesten Krise, die den HBL-Rekordmeister womöglich sogar die Qualifikation für das europäische Geschäft kosten könnte. Die Kritik an Chefcoach Filip Jicha nimmt zu. Diskussionen um einen Trainerwechsel bei den Zebras hält Klub-Ikone Uwe Schwenker aber für unangebracht.
"Größter Fehler wäre es jetzt, einfach nur auf die Ergebnisse zu reagieren und eine Trainerdiskussion anzufangen. Da ist der Aufsichtsrat jetzt einfach mal gefragt, gemeinsam mit der Geschäftsführung zu gucken, wie viel der Krise eigentlich auf verletzungsbedingte Ausfälle zurückzuführen ist und wie viel möglicherweise strukturell, also Kaderplanung oder Spielsystem ist", kommentierte der ehemalige DHB-Star die Situation des THW Kiel bei "handball-world".
Der langjährige Geschäftsführer der Kieler verwies auf "gewisse organisatorische und strukturelle Probleme", die durch eine Entlassung von Filip Jicha keinesfalls aus der Welt geschaffen werden könnten: "Der Aufsichtsrat sollte jetzt erstmal in aller Ruhe und klug gucken, was überhaupt Sache ist. Im Moment verzerren die Verletzungen die Bewertung der Arbeit von Jicha."
Handball: Trainerwechsel beim THW Kiel nicht die Lösung?
Hinzu kommt, dass nach Ansicht von Schwenker eine sofortige Trennung von dem tschechischen Ex-Profi nur eine "begrenzte" Wirkung versprühen könnte, schob aber hinterher: "Das kann zu Ende der Saison schon wieder ganz anders aussehen." Vier Spieltage bleiben dem THW Kiel noch, sich ins europäische Geschäft zu retten. Aktuell stehen die Norddeutschen auf Platz sechs, der zur Teilnahme an der European League berechtigen würde.
Der Trend bei den Zebras zeigt allerdings in die falsche Richtung. Nur eines der letzten fünf HBL-Spiele konnte der THW für sich entscheiden. Der Tiefpunkt war die 25:33-Niederlage am Wochenende beim Abstiegskandidaten HSG Wetzlar. Nach Angaben von Schwenker gibt es dennoch "keine Belege" dafür, dass ein Wechsel an der Seitenlinie vonnöten ist.
"Ich höre nichts aus der Mannschaft, dass es Kritik am Trainer gibt, dass der Trainer die Kabine verloren hat - zumindest ist das bislang nicht zu mir durchgedrungen. Das wären natürlich immer aktuelle Anlässe, um auch möglicherweise kurzfristig zu handeln. Aber das habe ich im Moment noch nicht wahrgenommen", verrät der 67-Jährige.


























