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Stark-Eigentor beflügelt: Hertha feiert "Dosenöffner"

Niklas Stark traf erst in eigene, dann ins gegnerische Tor
Niklas Stark traf erst in eigene, dann ins gegnerische Tor
Foto: © dpa
03. März 2019, 12:50

Am Tag nach seinen Hinten- und Vorne-Toren durfte sich Niklas Stark pflegen. Zusätzlich bekam der Hertha-Hauptdarsteller des ein wenig glücklichen 2:1-Sieges gegen den 1. FSV Mainz 05 verbale Streicheleinheiten von seinem Chef.

"Wenn du regelmäßig spielst, ist es ein Vorteil", erklärte Trainer Pál Dárdai und lobte den 23-jährigen Verteidiger nicht nur für seine Reaktion gegen die Mainzer, sondern auch für seine gesamte Entwicklung. "Das ist auch ein bisschen Erfahrung", sagte der Chefcoach des Berliner Fußball-Bundesligisten am Sonntag.

Nach einer schwierigen Hinrunde mit vielen Verletzungspausen wird Stark, der 2015 aus Nürnberg zu Hertha gewechselt war, der Rolle als Abwehrchef auch in schwierigen Spielen wie jüngst beim FC Bayern (0:1) immer mehr gerecht. "Das ist das, was wir von ihm erwarten", erklärte Dárdai. Und Stark habe seinen missglückten Rettungsversuch vor 33.981 Fans nach einem Schuss von Levin Öztunali ohnehin "nicht als Eigentor gewertet".

Der persönliche Aufwärtstrend brachte dem U21-Europameister sogar das Interesse des deutschen Rekordmeisters ein - zumindest gerüchteweise. Natürlich sei es "schon was sehr Großes", mit den Bayern in Verbindung gebracht zu werden, bemerkte Stark. Aber zwischen Gerüchten und einem tatsächlichen Wechsel sei schon noch ein großer Unterschied, ergänzte der Defensivspezialist.

Eigentor der "Dosenöffner" für Hertha BSC

Die Bayern-Spekulationen haben Stark gegen Mainz ebenso wenig aus der Bahn geworfen wie sein Kopfball-Eigentor, das dritte im 115. Bundesliga-Spiel. Im Gegenteil: Der 0:1-Rückstand stachelte den Berliner ebenso an wie seine Kollegen. "Das war wie ein kleiner Dosenöffner. Wir waren viel zielstrebiger nach vorn, aggressiver in den Zweikämpfen."

Und nach dem Ausgleich von Marko Grujic und Starks erstem echten Saisontor gewann Hertha gegen lange Zeit gut organisiert stehende und gefährlich konternde Mainzer doch noch. Es war der erste Berliner Heimsieg 2019 und der erste Dreier gegen Mainz nach über zwei Jahren.

Dárdai sieht Starks Entwicklung vom talentierten Lehrling zu einer tragenden Kraft auch als positives Ergebnis der Hertha-Philosophie. Der Hauptstadtclub setzt angesichts der weiterhin beschränkten Finanz-Möglichkeiten seit Jahren auf junge, entwicklungsfähige Profis. Dass die Besten irgendwann den Sprung zu einem größeren Klub vollziehen, ist in der Strategie ebenso enthalten wie Rückschläge.

Hertha hat "sehr viel Lehrgeld bezahlt"

"Wir haben sehr viel Lehrgeld bezahlt", sagte Dárdai mit Hinweis auf die junge Garde um Stark, Arne Maier, Valentino Lazaro, Maximilian Mittelstädt und Davie Selke. Und der Coach schloss an: "Jeder lernt aus seinen eigenen Fehlern. Jetzt ist Nikals in einem Alter, in dem er fehlerfrei spielen kann." Doch die Sorge schwang mit: "Es wäre gut, wenn die Mannschaft zusammenbleibt die nächsten zwei Jahre."

Mit 35 Punkten ist Hertha erst einmal weiter in Sichtweite zu den Europa-League-Plätzen. "Wir haben zuvor gute Spiele gemacht, aber die Punkte haben gefehlt. Deshalb ist der Sieg gegen Mainz so wichtig", betonte Stark. Und auch am kommenden Samstag in Freiburg wolle man mit Stark und Co. "etwas mitnehmen", sagte Dárdai.

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