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Rückkehr der "Wundertüte": Schlaudraff will 96 fit machen

Jan Schlaudraff (r.) wurde im August 2015 bei Hannover 96 als Spieler verabschiedet
Jan Schlaudraff (r.) wurde im August 2015 bei Hannover 96 als Spieler verabschiedet
Foto: © getty, Nigel Treblin
04. Januar 2019, 12:32

Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff kehrt in der kommenden Saison als Assistent der Sportlichen Leitung zu Hannover 96 zurück. Der 35-Jährige ist das Gesicht erfolgreicher Europacupzeiten bei den abstiegsbedrohten Niedersachsen.

Gegen den Nordrivalen Hamburger SV erzielte er per Volleyschuss in den Torwinkel das Tor der Saison 2011/12, auch sein gelupfter Elfmeter in der Europa League gegen den FC Brügge hat bei den Fans Kultstatus. Es waren solche spektakulären Szenen, die Jan Schlaudraff zum Gesicht erfolgreicher Europapokalzeiten bei Hannover 96 werden ließen.

Verwelkter Lorbeer allerdings, denn wenn der einstige Nationalspieler im Sommer als Assistent der Sportlichen Leitung zu den Niedersachsen zurückkehrt, wird das Szenario ein komplett anderes sein. Bestenfalls haben die Norddeutschen mit Ach und Krach die Klasse gehalten, wahrscheinlicher ist der Bundesliga-Abstieg.

So oder so eine Menge Arbeit für Schlaudraff, der dem Comeback bei den "Roten" vier Jahre nach dem Ende seiner aktiven Profikarriere optimistisch entgegen sieht: "Ich bin in Hannover heimisch geworden und freue mich über diese Chance bei '96'." Zuletzt betreute der mittlerweile 35-Jährige Profis bei der Kölner Berateragentur Sports Total, unter anderem 96-Offensivspieler Noah Sarenren Bazee.

Kehl, Rolfes, Schäfer: Ex-Profis zurück im Geschäft

So hat auch ihn auch sein neuer Chef, 96-Manager Horst Heldt, näher kennengelernt. "Jan ist ein guter Netzwerker, hat viel Ahnung vom Fußball und vertritt zudem stets eine klare Meinung. Und er ist ein 'Roter', durch und durch", sagte Heldt.

Von 2008 bis 2015 trug Schlaudraff das 96-Tor, sein kapriziöses Spiel ließ die Anhänger regelmäßig zwischen Begeisterung und Verzweiflung schwanken. Auch Präsident Martin Kind verkündete einst, der launische Profi werde kein Spiel mehr für Hannover 96 machen, ein halbes Jahr später erklärte er ihn für unverzichtbar.

Und doch: Die Verpflichtung des einstigen Fanlieblings, der vorerst im Scouting eingesetzt werden soll, könnte die vereinsinterne Unruhe im Zusammenhang mit Kinds 50+1-Plänen ein wenig dämpfen. Ex-Profis in ihren alten Klub zurückzuholen, liegt ohnehin im Trend: So sind Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund, Simon Rolfes bei Bayer Leverkusen und Marcel Schäfer beim VfL Wolfsburg ins Management eingestiegen, bei Werder Bremen plant man Ähnliches mit Clemens Fritz.

Schlaudraff könnte sogar eine rasche Beförderung winken. Denn bereits zweimal binnen eines halben Jahres flirtete Heldt erst mit dem 1. FC Köln, dann mit Wolfsburg. Man darf also infrage stellen, ob der 49-Jährige seinen bis 2021 laufenden Kontrakt wirklich bis zum Vertragsende erfüllt. Der geplante Aufstieg Heldts zum Geschäftsführer wurde bereits auf 2019 verschoben.

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