Bennet Wiegert hatte nach dem Nervenkrimi keine Kraft mehr, um den Party-Trupp anzuführen.
"Ich bin raus. Ich habe so viel bestimmt in dieser fucking Saison", sagte der Meister-Trainer nach dem Triumph der Handballer des SC Magdeburg erschöpft: "Ich lasse mich leiten, heute hat die Mannschaft die Chance, mich überall mit hinzunehmen - aber bloß nicht in irgendeinen Flieger."
Vielleicht, ergänzte Wiegert, sei er aber auch schneller als gedacht im heimischen Bett: "Auch darüber wäre ich nicht traurig." Denn das umkämpfte 31:30 (13:13) gegen die SG Flensburg-Handewitt, durch das sich Magdeburg die vierte Meisterschaft sicherte, hatte Wiegert und Co. am Donnerstagabend alles abverlangt.
Eigentlich war das Spiel unentschieden ausgegangen, das letzte Tor von Magnus Saugstrup zählte aber nach einem ewig langen Videobeweis. Während in der Getec-Arena noch Unklarheit ob des Endstandes herrschte, hatten die Spieler und Meistermacher Wiegert auf dem Feld die Titel-Party schon eingeläutet, denn auch ein Punkt hätte den Magdeburgern zur vierten Meisterschaft nach 2001, 2022 und 2024 gereicht.
Angesichts des Spielverlaufs war die Freude bei Wiegert aber auch etwas getrübt. Magdeburg sei "wahrscheinlich über die ganze Saison hinweg verdienter deutscher Meister", erklärte er: "Ob wir heute ein verdienter Sieger sind - damit tue ich mich schwer."
Seine Mannschaft habe "einen Rucksack" mit sich herum getragen, "den es gar nicht benötigt" habe. Die Flensburger, die um die Champions League kämpfen, hätten mehr verdient gehabt, räumte Wiegert ein. Es sei ihm "fast unangenehm, als Sieger vom Platz zu gehen".
Wiegert zeigte sich aber auch erleichtert, an eine Sache "einen Haken" setzen zu können. Denn Magdeburg hat in dieser Saison noch eine weitere Titelchance: Wie die Füchse Berlin ist der Titelverteidiger für das Final Four der Champions League in Köln (13./14. Juni) qualifiziert.
























