Kehrt Manuel vom FC Bayern zur WM-Endrunde in Kanada, den USA und Mexiko doch ins Tor der Nationalmannschaft zurück? Keeper-Ikone Oliver Kahn meldet sich mit deutlichen Aussagen zu der Posse zu Wort.
"Es war ja immer relativ klar, dass Oliver Baumann die Nummer eins im deutschen Tor sein wird", sagte Kahn im "Doppelpasse" bei "Sport1".
Nach Ansicht des 56-Jährigen habe sich die Situation für Baumann dann aber verändert, nachdem er auch öffentlich als klare Stammkraft im Tor der Nationalmannschaft wahrgenommen wurde.
"Dann ist es immer ein schwieriger Moment für einen Torwart, wenn du dann wirklich spürst: Du bist jetzt die Nummer eins, du bist jetzt derjenige, der seine Position verteidigen muss, und du bist jetzt nicht mehr der Angreifer. Und das macht immer ein bisschen was mit einem", erklärte Kahn.
Kahn vergleicht Situation mit 2006
Der "Torwart-Titan" analysierte weiter: "Ab diesem Punkt muss man schon sagen, waren die Leistungen nicht mehr ganz so solide und auch nicht mehr ganz so konstant, wie Baumann sie vor der Situation gezeigt hat. Das hat dann dazu geführt, auch parallel mit den Leistungen von Manuel in der Champions League, dass Julian Nagelsmann sich wahrscheinlich wieder seine Gedanken gemacht hat."
Kritisch bewertete der Vize-Weltmeister von 2002 den Zeitpunkt, sollte es tatsächlich zu einem DFB-Comeback Neuers kommen. Kahn stellte dabei den Vergleich zu seiner eigenen Vergangenheit an, als er vor der WM 2006 seinen Stammplatz im Tor an Jens Lehmann verloren hatte.
Diese Rochade sei aber vor dem Heimturnier 2006 zumindest frühzeitig und transparent erklärt worden. "Ich konnte mich auf die Situation einstellen", so Kahn.
Nagelsmann noch ohne öffentliche Entscheidung
Genau deshalb hält er einen kurzfristigen Torwartwechsel nun für problematisch. "Wenn man jetzt auf einmal auf die Idee kommt oder wenn Julian jetzt auf einmal sich Gedanken macht, jetzt auf einmal schnell hier noch einen Torwarttausch vorzunehmen, dann ist das natürlich schon abenteuerlich."
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Kahn warnte: "So eine Entscheidung hat ja nicht nur eine Ausstrahlung auf die Torhüter, vor allem auf Oliver Baumann, sondern auch auf die Mannschaft selbst. Die wird sich auch die Frage stellen: Wie glaubwürdig, wie verlässlich sind denn jetzt Aussagen, wenn sie hier in Zukunft kommen?"
Nagelsmann bestätigte die Berichte über das Neuer-Comeback am Samstagabend im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF" nicht, dementierte diese aber auch nicht.
Am Sonntag vermeldete der FC Bayern zudem, dass Manuel Neuer wegen muskulärer Probleme in der linken Wade "vorerst kürzertreten" müsse. Der Kapitän der Münchner hatte sich die Blessur im letzten Bundesliga-Saisonspiel gegen den 1. FC Köln zugezogen.






























