Bei Werder Bremen regierte nach dem enttäuschenden Saisonverlauf und dem unbefriedigenden 15. Tabellenplatz in der Abschlusstabelle der Frust. Die Bremer retteten sich zwar in der Bundesliga, doch nach dem ernüchternden 0:2 gegen Borussia Dortmund am Samstagnachmittag blieb vor allem eine Erkenntnis hängen: Ohne Jens Stage wäre die Saison womöglich in der kompletten Katastrophe geendet.
Der dänische Mittelfeldspieler war einmal mehr Werders Lebensversicherung. Mit zehn Treffern avancierte der 29-Jährige erneut zum Top-Torschützen der Mannschaft und stemmte sich phasenweise fast im Alleingang gegen den Absturz. Umso größer ist nun die Sorge an der Weser, dass ausgerechnet der wichtigste Spieler im Sommer den Verein verlassen könnte.
Denn ein klares Bekenntnis zu Werder vermied Stage nach Abpfiff bewusst. "Ich muss schauen, was im Sommer passiert, werde das mit meiner Familie und mit meinem Berater besprechen. Ich bin hier glücklich, aber im Fußball weiß man nie. Es ist nichts ausgeschlossen", wird der beste Werder-Spieler in der "Bild" zitiert.
Vor allem sein Alter dürfte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen. Im November wird Stage 30 Jahre alt. Möglicherweise also die letzte Gelegenheit, noch einmal bei einem größeren Klub anzuheuern. Gleichzeitig machte der Mittelfeldmotor deutlich, worauf es ihm bei Werder ankommt: "Für mich ist wichtig, dass der Verein in die richtige Richtung geht. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wechsle ich zu einem neuen Verein oder ich bleibe für viele Jahre noch hier."
Die Aussagen dürften die Verantwortlichen in Bremen nervös machen. Schließlich hängt sportlich enorm viel an Stage. Cheftrainer Daniel Thioune fand nach der Niederlage deutliche Worte und adelte den Dänen regelrecht: "Er war unsere Lebensversicherung. Ich würde gerne mit ihm weiterarbeiten. Wir müssen für uns werben, damit er sich für unseren Weg entscheidet."
Hoffenheim hat Stage wohl auf dem Schirm
Sportchef Clemens Fritz sieht die Situation dagegen etwas nüchterner. "Ich sehe mich nicht in der Bringschuld, den Spielern von unserer Kaderplanung zu berichten. Das besprechen wir intern."
Immerhin besitzt Werder in möglichen Verhandlungen noch ein wichtiges Druckmittel: Stage steht bis 2028 unter Vertrag und verfügt über keine Ausstiegsklausel. Ganz ausschließen lässt sich ein Abschied trotzdem nicht mehr. Vor allem die TSG Hoffenheim soll den Dänen intensiv beobachten. Der Europa-League-Teilnehmer könnte sowohl sportlich als auch finanziell attraktive Perspektiven bieten.




























