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Guardiola und die Champions League: "Denke zu viel nach"

Pep Guardiola coacht Manchester City gegen Real Madrid
Pep Guardiola coacht Manchester City gegen Real Madrid
Foto: © IMAGO/Jose Breton
25. April 2022, 13:03

Manchester City ist im Halbfinale gegen Real Madrid Favorit - oder vercoacht sich Pep Guardiola doch wieder?

Pep Guardiola kann es nicht mehr hören. Dem Vorwurf, er vercoache die großen Spiele, begegnet der Star-Teammanager von Manchester City nur noch mit Sarkasmus. "In der Champions League denke ich immer zu viel nach", sagte er kürzlich und lächelte spöttisch, "ich liebe es, dumme Taktiken zu erfinden."

Das war natürlich nicht ernst gemeint - und doch wird der Katalane den Makel des "Overthinking" nicht los. Wird er es auch im Halbfinal-Hinspiel gegen Rekordsieger Real Madrid mit Topstürmer Karim Benzema am Dienstag (21:00 Uhr/Amazon Prime) übertreiben? In Manchester geht die Angst um, dass Guardiola das mögliche Traumfinale gegen den FC Liverpool unnötig aufs Spiel setzt.

Der Katalane, schrieben die "Evening News", bastle an einer "schrulligen" Idee: Angreifer Gabriel Jesus, gerade noch vierfacher Torschütze gegen den FC Watford und von Guardiola mit der Neuner-Legende Hristo Stoichkov verglichen, könnte angesichts der Personalprobleme in der Defensive aushelfen. "Wenn Gabriel Rechtsverteidiger spielen muss, spielt er Rechtsverteidiger, kein Problem", sagte Guardiola schulterzuckend.

Dass der 51-Jährige taktisch gerne hasardiert, ist längst belegt. Im Champions-League-Finale 2021 verzichtete er auf einen echten Sechser und Stamm-Linksverteidiger Joao Cancelo. Dessen Vertreter Oleksandr Zinchenko ließ Chelseas Kai Havertz vor dem Siegtor entwischen. In der Saison davor erlitt Guardiola im Viertelfinale gegen Lyon mit einer Dreierkette Schiffbruch.

Rodri über Benzema: "In jedem Spiel Wahnsinn"

2019 opferte er in derselben Runde gegen Tottenham mit Kevin De Bruyne seinen besten Mann - und scheiterte. 2018 war ebenfalls in der Runde der letzten Acht Endstation - auch, weil Guardiola gegen Liverpool Ilkay Gündogan völlig überraschend links spielen ließ und damit die Statik des City-Spiels aushebelte.

Und diesmal? "Es wäre doch langweilig, wenn ich immer gleich spielen würde", hielt Guardiola den Kritikern schon Anfang April entgegen, er müsse sich schließlich auch dem Gegner anpassen.

Immerhin: Im Achtelfinale 2020 hatte Guardiola die Königlichen ausgeschaltet (2:1/2:1). Auch diesmal hofft er auf "eine besondere Nacht" und forderte: "Wir sollten es genießen und alles geben, was in unseren Seelen steckt."

Doch auf der anderen Seite stehen das große Real und Benzema. "Verdammte Hölle", sagte City-Profi Rodri, "dieser Kerl ist in jedem Spiel Wahnsinn. Wir müssen auf der Hut sein!"

Während Manchester erst zum dritten Mal in der Vorschlussrunde steht, gehört Madrid bereits zum 30. Mal zu den Top Vier. Auf dem Weg dahin hat die Elf um Toni Kroos Topteams wie Paris St. Germain und Guardiolas Schreckgespenst Chelsea ausgeschaltet. Neben Sechser Casemiro ist zwar auch Abwehrchef David Alaba angeschlagen, doch Gündogan warnt: "Das ist eine brutale Truppe."

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