Zwei Aufreger-Szenen bei Jürgen Klopps Bundestrainer-Debüt gegen die Niederlande in Amsterdam (1:1) haben nach dem Abpfiff hohe Wellen geschlagen.
Für Diskussionen sorgte einerseits der aberkannte Führungstreffer der Elftal. Oranje-Kapitän Virgil van Dijk monierte, sein Tor sei "sehr leichtfertig" zurückgenommen worden.
Der frühere niederländische Nationalspieler und Bundesliga-Profi Rafael van der Vaart wetterte bei "NOS", die Entscheidung sei "eine absolute Schande" gewesen.
Was war passiert? Brian Brobbey hatte sich Marc-André ter Stegen in der 15. Minute bei einer Ecke in den Weg gestellt. Der DFB-Torhüter kam nicht zu van Dijk durch, als dieser per Kopf traf. Schiedsrichter Alejandro Hernandez entschied nach Ansicht der Videobilder auf Foulspiel.
Van der Vaart sieht "schwache Torwartleistung"
"Es ist unglaublich", polterte van der Vaart. Brobbey mache "ja kaum etwas. Man darf sich natürlich berühren. Der Torwart darf nicht machen, was er will. Es war einfach eine sehr schwache Torwartleistung."
Ex-Profi Ronald de Boer stieß ins selbe Horn: "Das war kein grobes Foul. Das ist völlig unfair."
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Klopp widersprach nach der Partie am "RTL"-Mikro. Brobbey sei "fast viereckig, Marc kommt nicht dran vorbei. Es ist eine tolle Ecke, aber es ist ein Foul."
Deutsches Tor eine "Schande"?
Für große Emotionen sorgte zudem Felix Nmechas Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 für die DFB-Elf.
Van Dijk nannte das Tor eine "Schande", weil die deutschen Spieler den Ball zuvor nicht ins Aus gespielt hatten, obwohl Brobbey sich ohne gegnerische Einwirkung verletzt hatte und auf dem Rasen saß.
Van der Vaart nannte das Verhalten der DFB-Stars in der Szene "unsportlich". Dennoch hätte die Elftal "weiterspielen" müssen. Joshua Kimmich tue so, "als wolle er den Ball wegschießen, und alle hören auf", kritisierte der ehemalige Hamburger.
Den Vorwurf seines langjährigen Liverpooler Weggefährten van Dijk wies Klopp zurück. "Es war sicherlich keine Schande", sagte der 59-Jährige. "Das Tor ist vollkommen legitim. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Und ich hätte eines, wenn es nicht legitim wäre. Ich hätte es trotzdem genommen, aber hätte ein schlechtes Gewissen. Das habe ich nicht." Wäre es seiner Mannschaft so passiert, "hätte ich meinen Spielern gesagt, ihr müsst weiterspielen".
Auch Kimmich kontert van Dijks Kritik
Vor allem, wenn man das verteidigende Team sei, müsse man eben weiterspielen, betonte Klopp, was die Niederländer nicht getan hätten. "Und wir haben das ganz, ganz toll genutzt mit einer ganz tollen Aktion. Gute Flanke, guter Laufweg. Felix war da, wo er sein muss - und haut den Ball rein."
Van Dijks Reaktion sei überzogen gewesen: "Es war sicher keine Schande, aber aus der Emotion heraus ist immer erstmal alles erlaubt zu sagen."
Kimmich erklärte: "Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, vor allem wenn ein Spieler eine Kopfverletzung hat. Es ist die Aufgabe des Schiedsrichters zu erkennen, ob der Spieler seriös verletzt ist." Er habe "keinen Pfiff gehört, deswegen ging es völlig korrekt weiter", so der deutsche Kapitän.
Zu van Dijks Vorwurf der "Schande" bemerkte Kimmich auf Nachfrage: "Das finde ich keine reflektierte Antwort von ihm."













