In seiner langen Karriere wurden Grand Slams und Jan-Lennard Struff bislang nicht wirklich dicke Freunde. Wenn der 36-Jährige allerdings mal ein Ausrufezeichen setzte, dann meist auf der Roten Asche in Roland Garros. So auch am Dienstag, als Struff zum Auftakt überraschend den Weltranglistenzehnten Alexander Bublik aus dem Turnier warf - und damit Geschichte schrieb.
In einem regelrechten Tennis-Fight beendete Jan-Lennard Struff am Dienstag den French-Open-Traum des Kasachen Alexander Bublik. Die Nummer 80 der ATP-Rangliste setzte sich mit 7:5, 6:7, 6:4 und 7:5 durch und zog in die 2. Runde ein.
Damit aber nicht genug: Durch seinen Erfolg über Bublik avancierte Struff mit 36 Jahren und 29 Tagen zum zweitältesten Spieler, der einen Top-10-Spieler bei den French Open bezwingen konnte. Lediglich Novak Djokovic toppt den Deutschen. Der Grand-Slam-Rekordsieger war bei seinem Sieg über Alexander Zverev im Viertelfinale 2025 38 Jahre und 3 Tage alt.
Besagtes Kunststück gelang laut "Opta" zudem dem Italiener Fabio Fognini mit 35 Jahren und 5 Tagen sowie Spanien-Legende Rafael Nadal (35 Jahre, 354 Tage) und dessen Landsmann Pablo Andujar (35 Jahre, 128 Tage).
Struffs nächste Chance, noch etwas näher an Djokovic heranzurücken, könnte sich übrigens frühestens im Achtelfinale ergeben. Dann könnte Struff auf den Weltranglisten-6. Ben Shelton aus den USA treffen. Das Erreichen der Runde der letzten 16 würde zudem Struffs bestes Abschneiden bei einem Major einstellen. Bislang gelang dies dem Warsteiner nur in Roland Garros 2019 und 2021 sowie bei den US Open 2025.
Tennis-Talent in einer Reihe mit Becker und Co.
Während sich die Karriere des DTB-Stars allerdings langsam aber sicher ihrem Ende entgegen neigen dürfte, steht ein anderer Spieler, der am Dienstag für Furore sorgte, noch ganz am Anfang: der Franzose Moise Kouame.
Der Youngster, der dank einer Wildcard im Hauptfeld steht, schlug in Runde eins Marin Cilic und ist damit der jüngste Spieler der Open Era, der einen einstigen Grand-Slam-Champion bei den French Open bezwingen konnte. Cilic gewann 2014 die US Open.
Kouame untermauert mit seinem Erfolg die Vermutungen, ihm stünde eine sehr erfolgreiche Zukunft bevor. Jünger waren bei Top-10-Siegen in Roland Garros zuvor nur Michael Chang (1989/17 Jahre, 97 Tage), Guy Forget (1982/17 Jahre, 140 Tage), Boris Becker (1985/17 Jahre, 187 Tage) und Mats Wilander (1982/17 Jahre, 275 Tage). Chang, Becker und Wilander gewannen allesamt mindestens ein Grand-Slam-Turnier, Becker und Wilander erklommen zudem Platz eins der Weltrangliste. Forget ist als ehemalige Nummer vier des Rankings noch der Spieler, der negativ heraussticht.







