24 Einzel-Titel auf der ATP-Tour zieren die Vita von Alexander Zverev – darunter der Gewinn der olympischen Goldmedaille bei den Sommerspielen in Tokyo, sieben Masters-Erfolge und zwei Siege bei den ATP Finals. Ein Grand-Slam-Triumph wird allerdings weiterhin schmerzlich vermisst. Das soll sich bei den French Open 2026 ändern.
Alexander Zverev erreichte dreimal das Finale eines Grand Slams (US Open 2020, French Open 2024 und Australian Open 2025), musste sich aber jedes Mal geschlagen geben. Besonders bitter: 2020 gab er gegen den Österreicher Dominic Thiem einen Zwei-Satz-Vorsprung aus der Hand, 2024 führte er gegen Carlos Alcaraz mit 2:1 Sätzen.
Zehn Einzüge ins Halbfinale eines Grand Slams ohne Titelgewinn sind zudem ein Rekord, den Zverev sein Eigen nennt, auf den er aber wohl nur zu gerne verzichten würde. In dieser Statistik folgen dem Hamburger Tomas Berdych (7), Stefanos Tsitsipas, David Ferrer, Tim Henman und Todd Martin (6) sowie David Nalbandian und Tom Okker (5). Mit drei Finalteilnahmen ohne Triumph rangiert Zverev im Ranking der Ungekrönten in der Open Era ebenfalls an der Spitze. Diesen unrühmlichen Rekord teilt er sich allerdings mit dem Norweger Casper Ruud.
Insgesamt gewann Zverev 118 seiner 158 Auftritte bei Major-Turnieren, was eine Gewinnquote von 75 Prozent ergibt. Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass der Hamburger in Roland Garros sogar 79 Prozent seiner Matches für sich entscheiden konnte (38 von 48).
Allesamt Werte, die Zverev in den Augen nicht weniger Experten zum besten Spieler der Geschichte machen, der noch nie ein Major gewinnen konnte. Bei den French Open 2026 wird Zverev nun im 41. Anlauf (inkl. Ausscheiden in der Qualifikation sogar 44. Anlauf) versuchen, die Grand-Slam-Scharte in seiner Laufbahn auszuwetzen.
"Dass Alcaraz fehlt, öffnet die Chancen für viele"
Angeheizt wird die Hoffnung auch durch den bitteren Ausfall des Weltranglisten-2. Alcaraz, durch den Zverev erst im Endspiel auf seinen Angstgegner Sinner treffen kann. "Dass Alcaraz fehlt, öffnet die Chancen für viele - aber vor allem für den Spieler, der seinen Platz im Tableau übernimmt: Sascha Zverev", betonte auch Eurosport-Experte Alex Corretja, der in seiner Karriere zwei Grand-Slam-Finals erreichte, aber nie gewann, und Zverevs Gemütszustand ein wenig nachvollziehen können wird.
Dass Zverev auch mit 29 Jahren noch vom ganz großen Coup träumen darf, beweist ein kurzer Blick in die Geschichte des Sports: Goran Ivanisevic gewann 2001 in Wimbledon mit 29 Jahren im 49. Versuch sein erstes und einziges Major. Der Tscheche Petr Korda war bei seinem einzigen Grand-Slam-Triumph bei den Australian Open 1998 bereits 30 Jahre alt. Selbiges gilt für Andés Gómez, als er 1990 bei den French Open sein einziges Major gewinnen konnte und der Spanier Andrés Gimeno kürte sich bei den French Open 1972 mit 34 Jahren und 306 Tagen sogar zum ältesten Debüt-Champion bei einem Grand Slam.
Kampflos wird der Norddeutsche Sinner auf jeden Fall nicht das Feld überlassen: "Ich muss einfach daran glauben, dass ich ihn schlagen kann", sagte Deutschlands Sportler des Jahres 2021 jüngst: "Ich muss es glauben – sonst können wir ihm die Trophäe auch einfach so überreichen, ohne das Turnier überhaupt zu spielen."
Am Mittwoch (im sport.de-LIVE-Ticker) muss Zverev allerdings erst einmal den zweiten Schritt auf dem Weg zu einem möglichen Finalduell gegen Sinner tätigen - und einfach wird dieser nicht.
In der 2. Runde wartet der Tscheche Tomas Machac auf Zverev.








