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"Verdammt nochmal"

Becker unterstützt Profis im Prämienzoff

Hat eine klare Meinung zum Prämien-Zoff im Profitennis: Boris Becker
Hat eine klare Meinung zum Prämien-Zoff im Profitennis: Boris Becker
Foto: © Sina Schuldt/dpa
22. Mai 2026, 13:54

Boris Becker hat im Prämien-Streit der Tennisprofis mit den Organisatoren der Grand-Slam-Turniere klar Stellung bezogen. "Ich kann die Spieler verstehen, eine Tenniskarriere kann morgen vorbei sein", sagte der dreimalige Wimbledon-Gewinner in einer Eurosport-Medienrunde: "Ja verdammt nochmal, wenn ihr so viel Geld verdient, gebt es doch aus an Preisgeldern auch in den Anfangsrunden für Spieler, die das zum Überleben brauchen." 

Aus dem Spielerkreis hatte es deswegen zuletzt sogar Boykott-Drohungen gegeben. Doch dazu kommt es bei den am Sonntag beginnenden French Open in Paris nicht. Die Profis setzten dennoch ein Zeichen des Protests und sprachen am offiziellen Medientag am Freitag nur maximal 15 Minuten mit der Presse. "15 Minuten sind besser als null", sagte die belarussische Weltranglistenerste Aryna Sabalenka, die ihre Pressekonferenz vorzeitig beendete.

Man sei wegen der Protest-Geste "etwas betrübt", sagte Turnierdirektorin Amélie Mauresmo. Die Ex-Spielerin stellte klar: "Wir werden jetzt keine Änderungen vornehmen, wir werden aber Gespräche anstoßen. Das ist letztendlich der Wunsch aller Beteiligten." 

Darum geht es in dem Zoff

Hintergrund des Streits ist, dass die Spielerinnen und Spieler den Anteil an den steigenden Einnahmen, der derzeit zwischen 12 und 16 Prozent liegt, als zu gering erachten. Sie verlangen 22 Prozent. Begründung: Vor allem Profis aus der zweiten und dritten Reihe wäre damit enorm geholfen. Tennisprofis reisen als Alleinunternehmer um die Welt, zahlen Trainer und Physiotherapeuten aus eigener Tasche. Nur wenige können sich das problemlos leisten. 

61,7 Millionen Euro werden bei den diesjährigen French Open ausgeschüttet, das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr und gar etwa 45 Prozent mehr als bei der Ausgabe 2019. Auch bei den drei anderen Grand-Slam-Turnieren in Melbourne, Wimbledon und New York steigen die Summen regelmäßig. 

 

"Der normalsterbliche, arbeitende Mitbürger wird das nicht verstehen", meinte Becker: "Die Spieler kommen rüber, als wären sie geldgierig." Das sei aber nicht richtig. Er sehe klar "die Grand Slams in der Pflicht", den Spielern entgegenzukommen, damit die Situation nicht eskaliert.

Die Weltranglistenersten als Wortführer 

"Ich glaube, irgendwann werden wir das boykottieren", hatte Sabalenka gesagt. Und auch Italiens Tennisstar Jannik Sinner zählt zu den Wortführern in diesem Konflikt. "Es geht mehr um den Respekt", erklärte der große Turnierfavorit für die French Open: "Ich denke, wir geben mehr als das, was wir zurückbekommen."

Die Organisatoren müssten die Spieler ernst nehmen, forderte Becker, eine Erhöhung auf 22 Prozent sei für ihn "fair" - auch mit Blick auf die gängige Praxis in den US-Profiligen: "Die wollen jetzt nicht 50 Prozent wie die anderen Sportarten, sondern 7 Prozent mehr."

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