Selten zuvor war die Favoritenrolle vor einem Grand Slam so deutlich verteilt wie bei der Herrenkonkurrenz von Roland Garros 2026. Jannik Sinner spielt derzeit Tennis von einem anderen Stern und scheint seinen Gegnern enteilt.
Der italienische Weltranglistenerste Jannik Sinner blickt auf ein Jahr, für das Superlative geschaffen werden müssen. Rekorde, die zuvor den Anschein erweckten, für die Ewigkeit in die Tennis-Geschichte gemeißelt zu sein – Sinner hat sie reihenweise pulverisiert. Wie lange die Dominanz anhalten wird, lässt sich natürlich nicht absehen. Stand jetzt würden aber wohl nur wenige Experten viel Geld dagegen wetten, dass Sinner in seiner Karriere auch die Bestmarken der "Big Three" Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic attackieren kann.
Genährt wird diese Annahme durch ein Jahr, in dem Sinner 36 seiner 38 Matches gewinnen konnte. Nur bei den Australian Open war Djokovic im Halbfinale in der Lage, den 24-Jährigen in die Schranken zu weisen. In Doha (500er) gelang dies im Viertelfinale überraschend dem Tschechen Jakub Mensik.
Seit letzterer Pleite ist Sinner allerdings ungeschlagen – und stellte Rekord um Rekord auf. Der Italiener gewann alle 5 Masters-Turniere des Jahres und ist damit der erste Spieler, dem das gelang. Insgesamt konnte der Südtiroler sogar die letzten sechs 1000er-Turniere in Serie gewinnen. Der Rekord für die meisten Masters-Turniersiege in einem Kalenderjahr (6 von Djokovic 2015) wackelt zumindest heftig. Alle 3 Masters-Titel auf der Roten Asche konnte innerhalb eines Jahres zuvor nur Sandplatzkönig Rafael Nadal (2010) gewinnen.
Sinner pulverisierte irren Djokovic-Rekord
Bei seinem jüngsten Triumph in Rom avancierte Sinner zudem nicht nur zum ersten Italiener seit Adriano Panatta 1976, der in der Ewigen Stadt gewinnen konnte, sondern ganz nebenbei auch zum jüngsten Spieler, der alle Turniere der Masters-Serie mindestens einmal gewinnen konnte. Zuvor gelang dies nur Djokovic, der bei seinem Erfolg in Cincinnati 2018 allerdings schon 31 Lenze zählte.
In Rom pulverisierte Sinner zudem einen irren Rekord: Der Rechtshänder steht nun bei 34 Matchsiegen in Serie bei Masters-Events. Vor dem Turnier waren 31 von Rekord-Grand-Slam-Sieger Djokovic eine Marke, die kaum erreichbar schien.
Auf Masters-Niveau war es zudem schon der 10. Erfolg von Sinner, was in der Geschichte nur noch sechs Legenden toppen.
Bei Grand Slams lief Sinner in den vergangenen Jahren hingegen immer wieder Carlos Alcaraz (WR 2) den Rang ab. Seit 2024 teilte das Duo jeden Major-Titel unter sich auf: Sinner gewann vier Turniere, Alcaraz fünf. Insgesamt steht der Spanier sogar schon bei sieben Grand-Slam-Coups. Bei den French Open spricht allerdings viel für einen weiteren Sinner-Coup.















