Niklas Süle war nach den vergangenen aufregenden Tagen sichtlich gelöst und emotional bewegt. Der Innenverteidiger wurde von BVB-Cheftrainer Niko Kovac in der Schlussphase der Partie gegen Eintracht Frankfurt (3:2) noch einmal eingewechselt und kam so zu seinem 300. Bundesligaspiel seiner Karriere. Er bedankte sich hinterher bei Kovac, den Verantwortlichen von Borussia Dortmund, seinen Teamkollegen und den Fans für einen mehr als runden Abend.
Für Niklas Süle hätte sein letztes Heimspiel beim BVB seiner Karriere nicht besser ablaufen können. Vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt war er gemeinsam mit Julian Brandt und Salih Özcan verabschiedet worden, in der Schlussphase wurde er dann von Cheftrainer Niko Kovac sogar noch ein letztes Mal vor heimischer Kulisse eingewechselt.
"Schöner Tag heute, schöner Rahmen", sagte der sichtlich gerührte Ex-Nationalspieler anschließend bei "Sky": "Unfassbar schön, wie die Fans reagiert haben. Und dass der Trainer mir nochmal ein paar Minuten gegeben hat, für mein 300. Spiel, war unfassbar schön. Meine ganze Familie war hier. Ich werde die Tage genießen. Dann geht es nächste Woche in meine letzte Woche."
Süle hatte sich im zurückliegenden Liga-Spiel gegen seinen Ex-Klub Hoffenheim erneut am Knie verletzt, zunächst deutete alles auf einen weiteren Kreuzbandriss hinaus. Zwar bestätigte sich die Horror-Diagnose nicht, für den 30-Jährigen stand dennoch fest: Die laufende Spielzeit ist seine letzte im Profifußball, sein Vertrag bei Borussia Dortmund wäre ohnehin ausgelaufen.
Mehr dazu:
"Wie ich heute hier verabschiedet wurde, ist auch nicht üblich nach vier Jahren, in denen die Erwartung vielleicht ein Stück weit eine andere war und es aus verschiedenen Gründen vielleicht nicht so hingehauen hat", zeigte er sich dankbar.

BVB-Trainer Kovac: Süle wird "viel golfen"
Trainer Niko Kovac hatte Niklas Süle in der 88. Minute ins Spiel gebracht, obwohl die Gäste aus Frankfurt durch Jonathan Burkardt (87.) kurz zuvor den Anschluss erzielen konnten.
"Ich habe das Niki auch schon gesagt. Er wusste, dass ich ihn bringe. Er hat gesagt: Niko, gib mir zehn Sekunden, gib mir eine Minute, ist kein Problem. Heute waren es noch fünf, sechs Minuten. Das hat er sich verdient", erklärte der Dortmunder Cheftrainer: "Niki ist ein toller Junge, hat eine tolle Karriere hingelegt. Jetzt wünsche ich ihm in seinem Ruhestand alles Schöne und alles Gute. Er wird viel golfen und wahrscheinlich die Welt bereisen."
Süle habe ihm nach dem Hoffenheim-Spiel anvertraut, dass er seine Karriere beenden möchte: "Ich habe es natürlich für mich behalten. Schade, weil Niki ein toller Bursche ist, ein toller Junge, ein toller Mensch, ein toller Fußballer. Aber er hat sich dafür entschieden und wir tragen das natürlich mit und wünschen ihm für die Zukunft nach dieser Bundesligasaison alles Gute."




























