Ein Feuer, eine Disqualifikation, eine Rennaufgabe und keine Punkte: Nico Hülkenberg und Audi erlebten beim Formel-1-Wochenende in Miami eine wahre Horror-Show. Ex-F1-Fahrer Timo Glock legt den Finger in die Wunde und meint: So darf es nicht weitergehen.
Als neues Team muss Audi in dieser Formel-1-Saison einige Herausforderungen mehr als die arrivierte Konkurrenz meistern. Das gelang den Ingolstädtern in den ersten vier Rennen des Jahres nur bedingt.
Jüngstes Beispiel war das Wochenende in Miami. Dort ging der R26 des Emmerichers noch vor dem Start des Sprints in Flammen auf. Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde derweil nach dem Sprintrennen disqualifiziert. Das nächste Unheil wartete am Sonntag. Hier musste Hülkenberg nach technischen Problemen an seinem Wagen erneut aufgeben - somit sah er nur bei zwei von vier Rennen in diesem Jahr überhaupt die Ziellinie.
So erklärt Hülkenberg das Audi-Debakel
"Ich hatte leider einen kleinen Kontakt mit Carlos, glaube ich, in Kurve eins. Dadurch hatte ich eine Beschädigung am Frontflügel. Wir mussten dann leider Ende Runde eins für einen neuen Flügel stoppen. Das wirft dich natürlich massiv nach hinten. Später in der Safety-Car-Phase hatten wir irgendein Problem, das uns leider nicht erlaubt hat, weiterzufahren", schilderte Hülkenberg später am "Sky"-Mikrofon, was alles schief lief.
Warum genau die Technik einmal mehr streikte und das Weiterfahren nicht erlaubte, wusste der Deutsche unmittelbar nach Rennende noch nicht. "Das werden die Jungs jetzt natürlich schauen und analysieren", sagte Hülkenberg, der die drei Tage von Miami so positiv wie nur irgendwie möglich mit den Worten zusammenfasste: "Insgesamt war es ein charakterbildendes Wochenende für uns."
Die Pace, so urteilte der Routinier, sei nicht schlecht. "Aber wir müssen es halt auch irgendwie umsetzen, eher auf den Asphalt bringen, die Flagge sehen und die Autos durchbringen", beklagte er die immer wiederkehrenden Ausfälle.
Mehr dazu:
Ex-Formel-1-Pilot nimmt Audi in die Pflicht
Der frühere Formel-1-Fahrer und heutige "Sky"-Experte Timo Glock stimmte Hülkenberg in dessen Beurteilung im Großen und Ganzen zu, wählte aber deutlichere Worte.
"Von Anfang des Jahres an gab es schon dreimal einen Rennstart, bei dem ein Auto aus technischen Gründen gefehlt hat. Da muss man sich jetzt hinsetzen und die Hausaufgaben machen. Das kann man sich nicht erlauben. Klar, es ist das erste Jahr, das darf man nicht vergessen. Aber trotzdem muss man diese Fehlerquote deutlich minimieren. Da muss das Team dran arbeiten", nahm Glock das Team mit den vier Ringen in die Pflicht.




