Nach monatelangem Vertragspoker haben Borussia Dortmund und Nico Schlotterbeck am Freitag eine Einigung erzielt. Der Innenverteidiger verlängerte sein Arbeitspapier bis 2031, besitzt nun aber wohl eine Ausstiegsklausel, die schon im Sommer Gültigkeit haben soll. Für TV-Experte Dietmar Hamann sind die großen Fragen damit längst nicht geklärt.
"Ich halte die gesamte Situation für brandgefährlich - nicht nur für den Spieler, auch für den Verein", urteilte der ehemalige Bundesliga-Profi am Samstag bei "Sky".
Sein Verdacht: Schlotterbeck könnte den BVB weiterhin eher früher als später verlassen. Das Angebot der Schwarzgelben habe der Nationalspieler nur aus Mangel an Alternativen angenommen.
"Er hat den Vertrag unterschrieben, weil er jetzt keinen Verein hat. Es ist ja wohl offensichtlich, dass er gerne woanders hingehen würde, wo er bessere Chancen hätte, Meister zu werden oder Champions-League-Sieger", ordnete Hamann die Situation ein.
"Dass die Dortmunder das mitmachen, dass die Ausstiegsklausel schon zehn Wochen nach Vertragsunterschrift gezogen werden kann, das verstehe ich irgendwo nicht", kritisierte er die BVB-Bosse.
BVB winkt dicke Ablöse bei Abschied
Am Freitag war bekannt gegeben geworden, dass sich die Schwarz-Gelben mit Schlotterbeck auf eine Vertragsverlängerung bis 2031 einigen konnten.
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, enthält der Vertrag eine Ausstiegsklausel, die zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen und nur für wenige Vereine gültig sein soll.
Reichlich Verwirrung gab es zunächst, ob auch der FC Bayern darunter ist. Das spanische Portal "fichajes.net" berichtet derweil bereits, dass Real Madrid die Klausel in diesem Sommer ziehen könnte.
Aus Sicht von Hamann sind vor allem die Anhänger von Borussia Dortmund nun die Leidtragenden der Hängepartie.
"Die Fans haben den Anspruch, dass Spieler spielen, wo sie wissen: Die sind nächstes Jahr auch noch da", so der 52-Jährige. "Ich weiß nicht, ob du einen Kapitän haben kannst, der nach drei Monaten schon wieder den Abflug machen könnte."
Und auch finanziell habe sich die Position des BVB in der Causa nur auf den ersten Blick verbessert. Zwar winkt dem Verein im Falle eines Schlotterbeck-Abgangs ein fixer Millionen-Regen.
Das ziehe bei der Verpflichtung eines Nachfolger aber ebenfalls einen Aufschlag nach sich, so das Argument von Hamann. "Der ist dann auch zehn oder 20 Millionen Euro teurer. Das heißt, der Verein hat wenig davon", führte er aus.































