Obwohl die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die zwei letzten Testspiele vor der WM-Kader-Bekanntgabe am 12. Mai gegen die Schweiz und Ghana jeweils für sich entscheiden konnte, ist die ganz große Euphorie vor dem Mega-Turnier in Nordamerika bei vielen Fans noch nicht vorhanden. Stefan Effenberg sieht die Schuld daran insbesondere an Fehlentscheidungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Dass der sich derzeit in blendender Form befindliche Deniz Undav vom VfB Stuttgart nur 45 Minuten in den beiden Tests präsentieren durfte, sei nicht nachvollziebar, so der Ex-Profi in seiner Kolumne bei "t-online": "Damit macht sich Nagelsmann völlig ohne Not angreifbar, wenn er es ausgerechnet in wichtigen Personalfragen an Einsicht und Flexibilität vermissen lässt. Das war ein Fehler. Was denkt er sich dabei?"
Der Stuttgarter ist hinter Harry Kane der derzeit "beste Angreifer der Bundesliga und aktuell der beste deutsche Stürmer", so der ehemalige Bayern- und Gladbach-Star weiter. Dennoch erhielten gegen die Schweiz mit Kai Havertz und am Montag gegen Ghana mit Nick Woltemade zwei Stürmer-Konkurrenten den Vorzug in der DFB-Startelf, die sich aktuell nicht sondern treffsicher präsentierten.
Nationalmannschaft: Diese Personalie ist "nicht nachvollziehbar"
Auch bei einer anderen Personalie ist Effenberg von der Entscheidung Nagelsmanns nicht angetan: "Wie bei Undav auch nämlich ignoriert Nagelsmann bei Leroy Sané das von ihm doch so eindringlich betonte Leistungsprinzip und hält in einer nicht nachvollziehbaren Treue am Angreifer von Galatasaray fest. Obwohl dessen Leistungen für den Istanbuler Club in der laufenden Saison übersichtlich sind."
Der im vergangenen Sommer vom FC Bayern in die Türkei gewechselte Rechtsaußen konnte in der Schweiz nicht überzeugen, dass er überhaupt für den Lehrgang nominiert worden war, stieß vielen DFB-Fans so übel auf, dass Sané bei seiner Einwechslung am Montag in Stuttgart sogar ausgepfiffen wurde. Für Effenberg geht ein solches Verhalten aber zu weit.
Mehr dazu:
"Ganz klar und deutlich: Das gehört sich nicht, das hat er nicht verdient", schrieb der 57-Jährige, betonte aber auch: "Trotzdem drückt diese Reaktion doch aber auch das feine Gespür der Zuschauer aus, dass da irgendetwas nicht passt, dass da eine Personalie nicht nachvollziehbar ist."














