Bei Ski-Rennläufer Romed Baumann steht ein Karriereende im Raum.
"Es geht nicht um die fehlende Motivation", sagte er nach seinem Start bei der Weltcup-Abfahrt am Samstag in Garmisch-Partenkirchen.
Aber: Er könne sich nicht mehr am Limit bewegen, erklärte der 40-Jährige: "Es ist eher die Bereitschaft, dass du in den Tunnel reinkommst, den Fokus hältst - ich weiß nicht, ob ich da nochmal reinkomme."
Baumann ist im Weltcup bei bislang 167 Abfahrten gestartet - und damit Rekordhalter. Auf der Kandahar fuhr er am Samstag beinahe an einem Tor vorbei und ließ es dann ins Ziel austrudeln. "Ich habe nichts riskiert, ich habe mir nicht zugetraut, dass ich da nochmal draufsteige", sagte der gebürtige Österreicher und betonte: "Das war nicht das Rennen, was ich mir vorgenommen habe. Körperlich bin ich nicht ganz auf der Höhe und musste dann unten auch brutal kämpfen."
Er habe es "heute nochmal probiert, aber es ist nicht gegangen", sagte Baumann. Er stehe freilich "gesund herunten, das ist mehr wert als zwei, drei Weltcup-Punkte."
Im November hatte der Routinier gegenüber dem "Münchner Merkur" noch betont, er habe "noch Feuer" und sei weiterhin "richtig scharf" aufs Skifahren. Körperlich sei er "beschwerdefrei".
Ski Alpin: Erfolgreiche Karriere vor dem Ende?
Baumann feierte sein Debüt im Weltcup vor 22 Jahren. Der Start am Samstag in Garmisch-Partenkirchen war sein insgesamt 387.
Sein größter Erfolg gelang ihm zwei Jahre nach seinem Wechsel vom österreichischen zum deutschen Verband: Bei der WM 2021 gewann Baumann Silber im Super-G.
Bei der WM 2013 hatte er bereits Bronze in der Super-Kombination geholt, in dieser mittlerweile abgeschafften Disziplin gelangen ihm auch seine beiden einzigen Weltcup-Siege. 2011 gewann er WM-Silber mit der ÖSV-Mannschaft.
Zudem stehen zwei Gold- und zwei Silbermedaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften in Baumanns Vita.
