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Juve-Pleite "schlimmer als ein Hacker-Angriff"

Gonzalo Higuaín und Juventus müssen die Titel-Feier verschieben
Gonzalo Higuaín und Juventus müssen die Titel-Feier verschieben
Foto: © getty, Paolo Bruno
15. Mai 2017, 12:25

Der AS Rom hat die Entscheidung in der italienischen Meisterschaft vertagt. Der Klub aus der Hauptstadt bezwang Tabellenführer Juventus Turin am Sonntagabend 3:1 (1:1) und wahrte seine kleine Chance auf den Scudetto.

Mit gesenkten Köpfen verschwanden die Stars von Juventus Turin in den Katakomben des römischen Olympiastadions. Der Sekt war schon kalt gestellt, doch statt den sechsten Titel in Folge in der Serie A und die 33. Meisterschaft insgesamt zu feiern, herrschte große Ernüchterung nach dem 1:3 (1:1) bei Verfolger AS Rom.

Für die erfolgsverwöhnte alte Dame, gerade in das Champions-League-Finale gegen Titelverteidiger Real Madrid in Cardiff eingezogen, war es die erste Liga-Niederlage seit Mitte Januar. "Schlimmer als ein Hacker-Angriff: AS Rom vernichtet Juves Party-Pläne", kommentierte die Turiner Tageszeitung "La Stampa": "'Wannacry' muss auch der Name des Virus' sein, der die Juve-Fans im Olympischen Stadion angesteckt hat. Die Scudetto-Feier ist verschoben."

"Dieser Fehler könnte gravierende Folgen haben"

Der "Corriere della Sera" schickte direkt eine Warnung hinterher: "Das Meisterschaftsduell ist wieder offen, ausgerechnet zum Zeitpunkt, an dem Juve den sechsten Scudetto in Serie schon in der Tasche zu haben schien. Dieser Fehler könnte gravierende Folgen haben." Der Hauptstadtklub wahrte durch den Dreier gegen den Spitzenreiter die kleine Chance auf den Titel.

Nach dem Enthusiasmus über den erneuten Einzug ins Finale der Königsklasse und wenige Tage vor dem Cup-Finale gegen Lazio Rom wirkte die Pleite wie eine kalte Dusche. Die Juve-Asse verließen fast fluchtartig die Stätte des Misserfolgs. Der Renommierklub aus Turin, der ohne den am Oberschenkel verletzten Sami Khedira antrat, liegt zwei Spiele vor Saisonende noch vier Punkte vor der Roma. Ein Sieg fehlt zur erfolgreichen Titelverteidigung.

Allegri "nicht besorgt"

Nach ihrer fünften Saisonniederlage können die Bianconeri nun kommenden Sonntag gegen den FC Crotone den Scudetto perfekt machen. Die Turiner haben weiter die Chance auf das erste Triple ihrer Vereinsgeschichte.

Trainer Massimiliano Allegri gab sich betont gelassen. "Wir haben an Konzentration nachgelassen. In der zweiten Halbzeit sind wir ein wenig eingeschlafen. Ich bin aber nicht besorgt. Diese Niederlage kann uns gut tun. Wir müssen uns in Hinblick auf das Pokalfinale am Mittwoch sofort aufraffen", sagte der 49-Jährige.

Bonucci schlägt Alarm

Abwehrspieler Leonardo Bonucci machte indes seinem Ärger Luft: "Ein solcher Leistungseinbruch ist nicht normal. Ab einem gewissen Moment haben wir abgeschaltet. Wenn man dem Ziel so nahe ist, darf man nicht nachlassen."

Roms Trainer Luciano Spalletti präsentierte sich voller Stolz. "Wir haben gezeigt, was für eine Mannschaft wir sind. Der Kampf um den Titel bleibt für uns offen", betonte der Coach. Roms deutscher Nationalspieler Antonio Rüdiger erntete viel Lob von den Gazetten. "Er heftet sich an die Fersen von Mario Mandzukic und lässt bis zum Schluss nicht locker", kommentierte der "Corriere dello Sport".

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