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Starker FCA verschärft Werder-Krise

Der FCA bejubelte einen Auswärtssieg in Bremen
Der FCA bejubelte einen Auswärtssieg in Bremen
Foto: © getty, Stuart Franklin
11. September 2016, 17:24

Werder Bremen hat das Debüt des "Olympia-Helden" Serge Gnabry verpatzt und rutscht schon wieder in die Krise. Das Team des nicht unumstrittenen Trainers Viktor Skripnik verlor auch sein drittes Pflichtspiel der Saison mit 1:2 (1:0) gegen den FC Augsburg und bleibt nach dem zweiten Spieltag der Bundesliga Tabellenletzter.

Aron Jóhannsson brachte die Hausherren kurz vor dem Halbzeitpfiff per Elfmeter in Führung (45.+2). Der US-Amerikaner profitierte von einem Foul des neuen FCA-Verteidigers Martin Hinteregger an Zlatko Junuzović. Nach dem Wechsel sorgte Verteidiger Jeffrey Gouweleeuw per Kopf für den Augsburger Ausgleich (52.), bevor Konstantinos Stafylidis mit einem Freistoßtreffer in die Torwartecke das Spiel drehte (73.).

Während der FCA durch seinen ersten Bundesliga-Sieg unter dem neuen Trainer Dirk Schuster im Soll ist, dürfte es für Werders Cheftrainer Skripnik ungemütlich werden. In der Schlussphase gab es laute Pfiffe.

Baumann kann Pfiffe verstehen

Noch darf sich der Bremer Coach aber der Rückendeckung durch die Vereinsführung sicher sein. "Wir stehen komplett hinter Viktor Skripnik", sagte Marco Bode, der Boss des Bremer Aufsichtsrates, zur Halbzeit beim Pay-TV-Sender "Sky". "Ich finde es unangebracht, zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison eine Trainerdiskussion anzufangen. Das wird mit uns nicht passieren."

"Es sah lange ganz gut aus. Dann sind wir durch zwei Standardsituationen in Rückstand geraten und konnten es nicht mehr drehen", sagte Werder-Sportchef Frank Baumann bei "Sky". Die Pfiffe der Anhänger konnte der Ex-Profi verstehen: "Die Fans hatten letzte Saison eine harte Zeit, jetzt ist der Start nicht gut. Es ist klar, dass alle enttäuscht sind."

Gnabry agil und hochmotiviert

Die Grün-Weißen wollten nach dem kapitalen Fehlstart mit einer Pleite im Pokal bei den Sportfreunden Lotte (1:2) und der 0:6-Klatsche bei Bayern München das Umfeld mit einer deutlichen Steigerung beruhigen. Hoffnung zogen sie vor allem aus der Verpflichtung von Gnabry, der bei Olympia in Brasilien so begeistert hatte. Der Silbermedaillengewinner wirkte hochmotiviert, doch der FCA erwies sich zunächst als defensiv stabil.

Die Gäste überließen Werder in der Anfangsphase die Spielkontrolle und hielten den recht uninspirierten Angriffsversuchen der Grün-Weißen locker stand. Die gefährlicheren Aktionen besaßen zunächst die Augsburger, die immer wieder nach schnellem Umschaltspiel Alfred Finnbogason in der Spitze suchten. In der 29. Minute verpasste der Isländer per Lupfer nur knapp die Führung.

Augsburg im Glück

Und was machte Gnabry? Der 21 Jahre alte Zugang vom FC Arsenal arbeitete eifrig in der Defensive und initierte dann mit beherzten Aktionen die Schlussoffensive der Bremer im ersten Durchgang. Erst forderten die Werder-Fans nach einem Zweikampf des Millionen-Einkaufs mit Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh Elfmeter - doch der Pfiff blieb zu Recht aus (41.). Dann legte Gnabry nach explosivem Dribbling Fin Bartels die bis dato größte Chance auf, doch der Rechtsfuß verzog (42.).

Kurz nach dem Wiederanpfiff hatte Augsburg Glück: Hinteregger hielt Werders Verteidiger Lamine Sané nach einer Ecke fest, doch der zweite Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert blieb aus (50.). Fast im Gegenzug fiel der Ausgleich, der für ein völlig offenes Duell sorgte. Werder wollte unbedingt, doch der Treffer von Stafylidis bedeutete einen Rückschlag, den die Hanseaten kaum verkrafteten.

Die Stimmen zum Spiel:

Dirk Schuster: "Es war ein sehr kampfbetontes Spiel, in dem man gemerkt hat, dass Werder schon etwas verunsichert ist. Wir haben uns in der Halbzeit gesagt, dass wir uns durch das Gegentor nicht aus der Bahn werfen lassen und Eier zeigen wollen."

Serge Gnabry: "Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit gut unter Kontrolle, haben es nach dem Ausgleich aber aus der Hand gegeben. Die Spieler haben mich gesucht, das fand ich gut von der Mannschaft. Nächstes Mal muss ich versuchen, mich mehr durchzusetzen."

Zlatko Junuzovic: "Irgendwie ist in der zweiten Halbzeit der Faden gerissen und wir geraten in Rückstand. Dann fehlt die Power, den Spieß umzudrehen. Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt. Wir müssen uns jetzt aufrappeln und noch mehr zusammenrücken."

Marwin Hitz: "Es war von beiden Seiten nicht das beste Spiel. Es hätte auch gut unentschieden ausgehen können. Wir haben das eine Tor mehr gemacht und sind darüber sehr glücklich."

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