Der FC Bayern ist längst das Maß aller Dinge, auch der BVB oder der FC Schalke 04 engagieren sich in den vergangenen Jahren verstärkt im Frauen-Fußball. Manager-Legende Willi Wißing sieht das Wirken der Großklubs und die gesamte Entwicklung allerdings kritisch.
"Der Frauenfußball hat seine Identität verloren", polterte der 73-Jährige in der "WAZ".
Wißing, der als Vater des früheren Erfolgs beim Bundesliga-Absteiger SGS Essen gilt, legte nach: "Seit Jahren wird hier eine angebliche Professionalisierung angestrebt, die aber nur darin besteht, das Personal aufzustocken und Geld reinzupumpen. Wir entwickeln uns immer mehr in die Richtung des Männerfußballs, mit all seinen Nachteilen."
Schwarze Zahlen würden nur die wenigsten Vereine schreiben, so Wißing. "Für sie ist der Frauenfußball ein Subventionsgeschäft."
Schalke und auch Borussia Dortmund aus der unmittelbaren Essener Nachbarschaft drängen mit Macht nach oben.
Der BVB holte 2025 Trainer Markus Högner von der SGS. Zuletzt folgte Torjägerin Ramona Maier, die künftig neben Superstar Alexandra Popp in Schwarz und Gelb kickt.
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"Geleistet haben bisher aber weder S04 noch der BVB etwas für den Frauenfußball", unkte Wißing.
FC Bayern und Co. in "Menschenhandel" involviert
Extrem kritisch sieht der langjährige Essener Funktionär auch, dass Talente kleinerer Vereine immer früher zu großen Klubs wechseln, darunter auch Serienmeister FC Bayern, der sich zur kommenden Saison mit SGS-Juwel Kassandra Potsi verstärkt.
"Mittlerweile sprechen Berater 15- und 16-jährige Mädchen an und bieten sie anderen Vereinen an. Das ist moderner Menschenhandel", wurde Wißing deutlich.
Dass die Mannschaft "seiner" SGS nach dem Abstieg komplett auseinanderfällt, stößt dem Ex-Funktionär zudem sauer auf.
"Teilweise wurde im Winter schon gesagt: Bei einem Abstieg gehe ich", so Wißing. Viele Spielerinnen hätten "wie man im Ruhrgebiet sagt, nicht den Arsch in der Hose, sich jetzt der Herausforderung des Wiederaufstiegs zu stellen".



























