Sandro Wagner hatte als damaliger Cheftrainer des FC Augsburg für Aufsehen gesorgt, als er den vermeintlich kleinen FCA auf eine Stufe mit dem deutschen Branchenprimus FC Bayern gestellt hatte. Sein Team sei "auf keiner Position im ganzen Verein" schlechter besetzt als der Rekordmeister, hatte Wagner öffentlich getönt und sich damit extrem angreifbar gemacht. Rund fünf Monate nach seiner Entlassung in Augsburg blickt Wagner deutlich reflektierter auf seine ersten Cheftrainer-Erfahrungen in der Bundesliga zurück.
Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" räumte der 38-Jährige nun ganz offen ein: "Das war zehn Minuten nach Spielende, wir waren knapp dran, ein 3:3 zu holen. Ich war noch total emotional", meinte er auf seinen berühmt gewordenen Bayern-Vergleich angesprochen. Er fügte in dem "SZ"-Interview hinzu: "Die Frage war ein wenig provokativ gestellt, und dann hab’ ich mich locken lassen."
Für Wagner wurde dieser Moment zum Wendepunkt, drei Monate später wurde er im November nach einer 0:3-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim entlassen.
Wagner sprach selbst von einem "Riesen-Learning", aus dem er Konsequenzen für sich gezogen hat. Besonders interessant: Als sein großes Vorbild nennt er ausgerechnet Vincent Kompany, der beim FC Bayern jüngst seine zweite deutsche Meisterschaft eingefahren hat.
Dankbarkeit für den FC Augsburg
"Vincent Kompany ist in dieser Hinsicht ein großes Vorbild“, erklärte Wagner und lobte, der Belgier schaffe es wie kaum ein anderer, "sich nicht angreifbar zu machen".
Die Lehre daraus ist für Wagner eindeutig: In Zukunft wolle er "einen Tick reflektierter, einen Tick ruhiger" auftreten, um Kritikern weniger Angriffsfläche zu bieten. Rückblickend habe ihm damals ein entscheidender Zusatz gefehlt. Nämlich die Einordnung, dass der FC Bayern "in einer anderen Dimension" agiere als sein damalige Klub FC Augsburg.
Angesprochen auf seine weitere Zukunftsplanung verriet der Ex-Nationalspieler, dass er durchaus schon wieder als Cheftrainer hätte arbeiten können. Stattdessen nutzte er die Zeit zur Aufarbeitung der Geschehnisse in Augsburg. Sein abschließendes Fazit fiel klar aus: "Ich habe viel gelernt und bin dem FCA auch für immer dankbar."






























