Die Reservisten des FC Bayern haben bei er Generalprobe für das Champions-League-Halbfinale gegen PSG beim 1. FSV Mainz 05 nicht überzeugen können. Erst nach den Wechseln in der zweiten Halbzeit zeigte der Meister sein wahres Gesicht - und münzte den 0:3-Rückstand spektakulär in einen Sieg um. Cheftrainer Vincent Kompany fand hinterher deutliche Worte.
Vincent Kompany hat wichtige Erkenntnisse vor dem Königsklassen-Kracher gegen Paris Saint-Germain (28. April, 21:00 Uhr) gewonnen: Seine Mannschaft steckt auch nach einem 0:3 zur Halbzeit nicht auf. Und: Die zweite Reihe des FC Bayern hat überhaupt nicht überzeugen können, es brauchte die in der zweiten Halbzeit eingewechselten Superstars um Michael Olise, Jamal Musiala und Harry Kane.
"Was lief in der ersten Halbzeit schief? Alles", fand der Münchner Cheftrainer nach dem wilden 4:3 beim 1. FSV Mainz 05 klare Worte. "Auch wenn die ersten 20 Minuten vor dem Tor von Mainz gar nicht so schlecht waren. Wir hatten viel Ballbesitz, konnten aber nicht in ihren Strafraum kommen. Dann kassierten wir drei und es fühlte sich an, als hätten sie vier oder fünf machen können."
Dominik Kohr (15.), Paul Nebel (29.) und Sheraldo Becker (45.+2) stellten die Zeichen eigentlich auf die erste Liga-Auswärtsniederlage der Münchner seit 497 Tagen. Doch nach dem Seitenwechsel kam der Rekordsieger plötzlich ins Rollen.
Kompany verriet, dass dann in der Halbzeitpause "keine große Analyse" stattgefunden habe. Michael Olise und Harry Kane kamen für Aleksandar Pavlovic und Luis Díaz in die Partie, vor allem der Franzose wirbelte sogleich durch die Mainzer Hintermannschaft. "Es ging nur um Qualität und Mentalität. Das Team nahm den Kampf an und warf jede Verletzungsangst über Bord, die sie vielleicht zurückgehalten hatte", so Kompany: "Sie feierten, als wäre es ein Relegationsspiel. Das liebe ich."
Bei "Sky" führte der Belgier zudem mit Blick auf seine Halbzeitansprache aus: "Es war viel Lob dabei. Ich habe in meiner Karriere diese Momente als Kapitän und Führungsspieler erlebt. Ich weiß, wie es in der Kabine ist, wenn du in die Kabine kommst und es 3:0 für den Gegner steht. Dann denkst du, es ist vorbei. Aber dann musst du die Reaktion haben, die Wut, dass du das nicht akzeptierst. Die Reaktion bekommst du nicht nur mit Taktik, da ist sehr viel Emotion dabei."
Leon Goretzka ließ derweil durchblicken: "Ich werde jetzt natürlich nicht erzählen, was da passiert ist, aber man kann sich vorstellen, dass der Trainer nicht so ganz zufrieden mit der ersten Halbzeit war."
"Sie haben uns mit ihrer Qualität auseinander genommen"
Nicolas Jackson (53.), der überragende Michael Olise (73.), der ebenfalls eingewechselte Jamal Musiala (80.) und schließlich Harry Kane (83.) drehten die Partie für den FC Bayern. "So zu reagieren, ist der Wahnsinn. Die Mannschaft ist ganz was Besonderes. Wenn man nicht zusammensteht, würde man solche Spiele nicht drehen. Das gibt uns viel Energie für Dienstag", jubelte auch Sportdirektor Christoph Freund.
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Bei Mainz 05 überwog nach dem verspielten Sieg wenig überraschend die Enttäuschung. "Es war eine fantastische erste Hälfte von uns. Man muss sich aber 90 Minuten lange am Limit bewegen, wenn du gegen die Bayern gewinnen willst", fasste Trainer Urs Fischer zusammen. "Mir fehlen ein bisschen die Worte. Wir haben eine unfassbare erste Halbzeit gespielt. Die Qualität, die da kommt, kann man nicht verteidigen", sagte Nationalspieler Nadiem Amiri bei "Sky".
Oder, wie Dominik Kohr konstatierte: "Sie haben uns in der zweiten Halbzeit mit ihrer Qualität auseinander genommen."


































