Neuanfang mit Ende statt Schrecken ohne Ende mit Anfang: Der taumelnde Traditionsklub Fortuna Düsseldorf hat im Abstiegskampf der 2. Bundesliga die Notbremse gezogen und will mit einem neuerlichen Trainerwechsel die Rettung erzwingen.
Zwei Tage nach dem 1:2 im Kellerduell gegen Holstein Kiel trennte sich Fortuna vom erst im Oktober verpflichteten Markus Anfang. Für ihn übernimmt ab sofort der am 16. März beim Liga-Konkurrenten Preußen Münster entlassene Alexander Ende.
"Wir haben genau analysiert, was unsere Mannschaft jetzt in dieser Phase braucht, um den Klassenerhalt zu sichern. Und genau das bringt Alexander Ende mit. Ihm trauen wir eine klare inhaltliche Lösung für die letzten fünf Spiele zu", sagte Fortunas Sportvorstand Sven Mislintat.
Nach vier Niederlagen in Folge hat die Fortuna nur noch einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Ende sprach entsprechend von einer "spannenden Aufgabe. Die Situation ist herausfordernd, aber ich bin absolut überzeugt davon, dass wir gemeinsam mit allen Fortunen den Klassenerhalt schaffen werden. Und nur darum geht es im Moment", betonte der 46-Jährige.
Mislintat dachte sogar schon etwas weiter. Der Ansatz von Ende passe "auch langfristig sehr gut zu unserer Strategie. Deshalb ist er der richtige Trainer für diese Situation, aber auch der Coach, mit dem wir zukünftig unsere sportlichen Vorstellungen umsetzen wollen", sagte er.
Anfang-Aus deutete sich an
Ende, der einen Vertrag bis 2028 erhält, hatte zum Saisonstart in Münster übernommen, zuvor war er Nachfolger des heutigen Bielefeld-Coaches Mitch Kniat beim SC Verl.
Schon unmittelbar nach der Kiel-Pleite am Freitag, der vierten Niederlage in Serie, war Mislintat von seiner zuvor demonstrativen Linie pro Anfang abgewichen. "Es ist einfach ganz wichtig, dass wir jeden Stein umdrehen", sagte Mislintat. Es sei "eine ganz schwierige Situation. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Abläufe kommen, die wir nicht mehr korrigieren können."
Am Sonntagabend zogen die Bosse nach "einigen Widrigkeiten" dann die Reißleine. Es fehlte der Glaube, dass Anfang angesichts der kommenden immens wichtigen Spiele in Magdeburg am Samstag und gegen Dresden am folgenden Freitag die dringend benötigte Verbesserung verantworten könnte.
Düsseldorfs letzter Schuss
Der zweite Trainerwechsel muss nun sitzen, nachdem der erste mächtig in die Hose gegangen ist. Anfangs Vorgänger Daniel Thioune musste im Oktober nach einem Saison-Punkteschnitt von 1,25 gehen - Anfang kam auf 0,95. Zumal der Trainer mit seiner mindestens gewöhnungsbedürftigen Außendarstellung wie schon zuvor in Köln, Bremen (Stichwort: Impfpass-Affäre) oder Kaiserslautern viel Kredit bei der Anhängerschaft verspielt hatte.
"Wir haben alles dafür getan, dass wir das Spiel gewinnen wollten", hatte Anfang nach der Kiel-Pleite nicht ohne Berechtigung gesagt. Fortuna spielte sehr engagiert - aber wie so oft in dieser Saison ergreifend harm- und glücklos. Der Ausgleich durch Cedric Itten war das zwölfte Saisontor des Schweizer Nationalspielers. Mit insgesamt 27 Toren in 29 Spielen besitzt Düsseldorf allerdings die schlechteste Offensive der Liga.




























