Nico Schlotterbeck hat am Freitag den Vertragspoker beendet und sich langfristig an den BVB gebunden - allerdings angeblich inklusive Ausstiegsklausel. Das kommt bei einigen Fans von Borussia Dortmund offenbar überhaupt nicht gut an, im Top-Spiel gegen Bayer Leverkusen (0:1) waren vereinzelt auch Pfiffe gegen den Innenverteidiger zu hören. Mitspieler Waldemar Anton fand anschließend deutliche Worte.
Waldemar Anton und Trainer Niko Kovac haben die Pfiffe gegen Nico Schlotterbeck aus dem eigenen Fan-Lager scharf verurteilt.
"Keiner hat es verdient ausgepfiffen zu werden. Vor allem nicht hier im eigenen Stadion, das sind Dinge, die überhaupt nicht funktionieren", so BVB-Verteidiger Anton nach dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen bei "DAZN": "Das schadet uns als Mannschaft, das muss jeder auf der Tribüne wissen. Das kann ich persönlich und wir als Mannschaft nicht akzeptieren, das ist ein Unding!"
Anton sei "sehr froh", dass Schlotterbeck seinen zuvor 2027 auslaufenden Vertrag vorzeitig bis 2031 verlängert hat: "Er sich das verdient." Kovac sagte: "Das geht nicht. Wir sind eine Gemeinschaft, wollen Erfolg haben. Natürlich kann jeder seine Enttäuschung zusammenhalten, wir wollen zusammenhalten."
Auch BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer übte Kritik an den Pfiffen einiger Fans. "Für mich als Verantwortlichen fühlt es sich nicht gut an, und von daher muss ich auch sagen, dass sich das nicht gehört, dass ein Spieler von Borussia Dortmund, und das galt nun mal Nico, mit Pfiffen begleitet wird", sagte er: "Er ist ein Spieler von Borussia Dortmund, der sich mit uns identifiziert. Das gehört sich nicht."
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Cramer betonte, dass er Meinungsfreiheit "in Ordnung" fände - aber: "Spieler im Trikot von Borussia Dortmund verdienen mit Betreten des Rasens Unterstützung", sagte er: "Wir sind eine Gemeinschaft. Wir haben zusammen einen Vertrag unterschrieben." Für Pfiffe "gibt es überhaupt keinen Grund".
Brandt über Schlotterbeck: "Nico kann das gut einschätzen"
Medienberichten zufolge soll sich der Nationalspieler im neuen Arbeitspapier aber auch eine Ausstiegsklausel gesichert haben, die für ausgewählte Top-Klubs gelten soll. Laut "kicker" beträgt die Ablösesumme dann 50 bis 60 Millionen Euro, nach "Bild"-Angaben zählt der FC Bayern nicht zu den gelisteten Vereinen im neuen Schlotterbeck-Arbeitspapier.
Auch Schlotterbecks Mitspieler Julian Brandt wurde bei "DAZN" auf die Pfiffe im Stadion angesprochen, die vor allem beim Verkünden der Mannschaftsaufstellung hörbar waren: "Nico kann das alles gut einschätzen. Es wurde extrem viel berichtet, das macht es schwierig. Auch, wenn Dinge gestreut werden, die nicht stimmen. Es allen recht machen, kann man fast nicht. Er ist ein sehr anerkannter Spieler in der Mannschaft. Es ist für den Verein sensationell, dass sie es hinbekommen haben. Er muss sich einfach auf das konzentrieren, was er kann."



































